Brückmann vs. Wesslau – Das Duell der Torhüter

6. März 2017 von
Wer hat die Nase vorn? Felix Brückmann (links, Foto: Jens Bartels) oder Gustaf Wesslau (rechts, Foto: Imago / Manngold)?
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Wolfsburg/Köln. Mit Felix Brückmann und Gustaf Wesslau stehen sich in der Playoff-Viertelfinalserie Grizzlys gegen Haie, zwei der besten Torhüter der DEL gegenüber. regionalSport.de stellt beide Goalies vor und wirft einen Blick auf die Zahlen.


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Meistertitel in der DNL

Der in Breisach am Rhein geborene Brückmann stand vor fast elf Jahren bei Adler Mannheim zum ersten Mal in einem Profikader der höchsten deutschen Spielklasse. Im Alter von damals knapp 16 Jahren wurde er zunächst bei den Jungadlern Mannheim eingesetzt und holte mit diesem Team im Jahr 2008 die Meisterschaft in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL). Ab der Saison 2008/2009 fungierte er als Backup der beiden Stammtorhüter des DEL-Teams, bekam aber in erster Linie Einsätze beim Kooperationspartner der Adler, den Heilbronner Falken.

Felix Brückmann / Grizzlys Wolfsburg. Foto: imago / foto2press

Bester Nachwuchsspieler und der DEL-Rekord im Vorjahr

Im Jahr 2012, mittlerweile Nummer zwei im Team der Mannheimer, wurde er zum DEL-Nachwuchsspieler des Jahres gewählt. In der Folgesaison wechselte er zu den Grizzlys und erreichte in seiner zweiten Saison für das Team von Pavel Gross die beste Fangquote der Liga (92,8%). In der Hauptrunde 2016/2017 gelang dem 26-Jährigen ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere. Mit 315:01 Spielminuten ohne Gegentor, übertraf er den mehr als zehn Jahre gültigen Rekord Ian Gordons (213:20) mit mehr als 100 Minuten deutlich.

International  erreichte Brückmann mit der U-18 Nationalmannschaft den 5. Platz bei der U18-Junioren-Eishockeyweltmeisterschaft und stieg zwei Jahre später als Stammspieler mit der U20-Juniorenauswahl bei deren Weltmeisterschaft wieder in die Top-Division auf. Im Jahr 2013 wurde der Wolfsburger erstmals in der deutschen Eishockeynationalmannschaft der Herren eingesetzt.

„Darüber mache ich mir gar keinen Kopf.“

Das Torhüterduell lässt den bescheidenen Schlussmann der Grizzlys relativ kalt. „Darüber mache ich mir eigentlich gar keinen Kopf. Es ist klar, dass auf der anderen Seite auch ein super Torwart steht. Jede Mannschaft in der DEL hat gute Torleute, meistens sogar zwei, daher spielt der Torwart in den Playoffs natürlich eine wichtige Rolle. Ich konzentriere mich da aber lieber auf mich und mache einfach meinen Job.“, ließ er regionalSport.de kürzlich in einem Interview wissen. Seinen Rekord betrachtet er als Mannschaftsleistung: „Die Jungs vor mir haben unglaublich gut gespielt, wir haben defensiv sehr solide gespielt. Das hat es dann im Tor einfacher gemacht.“ Brückmann geht von engen Partien aus: „Vierter gegen Fünfter, das bedeutet immer eine ausgeglichene Serie. Wir sind bereit dafür und freuen uns dass es jetzt los geht.“

2006 Start in der höchsten Spielklasse

Auf der anderen Seite, im Tor der Kölner, steht der Schwede Gustaf Wesslau. Die Nummer 1 der Haie durfte ebenfalls in Jahr 2006 erstmals in der höchsten Spielklasse seines Landes, den Eliteserien, auf Top-Niveau spielen. Nachdem er beim AIK Ishockey diverse Nachwuchsmannschaften durchlief und dort auch in der zweithöchsten schwedischen Liga bereits Profiluft schnuppern konnte, landete er bei den Malmö Redhawks.

Gustaf Wesslau / Kölner Haie. Foto: imago / foto2press

Der Weg nach Nordamerika

In der Saison 2009/2010 etablierte sich Wesslau als einer der besten Torhüter seines Landes und war mit einer Fangquote von 94% und nur 1,80 Gegentoren in den Playoffs, maßgeblich an der Vizemeisterschaft seines Teams Djurgarden Hockey beteiligt, die ihn 2008 nach einer Zwischenstation beim Boras HC unter Vertrag genommen hatten. Im Jahr 2010 führte sein Weg nach Nordamerika. Das NHL-Team Columbus Blue Jackets verpflichtete den Linksfänger, setzte ihn jedoch nur im Farmteam sein.

Rückkehr nach Europa

Zur Saison 2011/2012 kehrte Wesslau nach Europa zurück und spielte zunächst wieder für Djurgarden. In der Folgesaison wechselte er zu HV71, wo er als bester Torhüter der Liga ausgezeichnet wurde. Im März 2015 wurde sein Wechsel zu den Kölner Haien bekannt. International spielte der Schwede zwischen 2011 und 2013 für seine Nationalmannschaft.

Der Vergleich der letzten beiden Spielzeiten

Am vergangenen Samstag erst zum DEL-Torhüter des Jahres gekürt, ist der 32-Jährige Hai laut Statistik wohl die schwerste Nuss, die es in einem DEL-Tor momentan zu knacken gilt. Mit einer Fangquote von 93,2 %, einem Gegentore-Schnitt (GTS) von nur 1,87 und 5 Shutouts, liegt Wesslau auf dem Papier klar vorne. Felix Brückmann kommt auf eine Fangquote von 92,0 % und einem GTS von 2,01, hat dafür aber die meisten Shutouts (6) der Hauptrunde. Während sich die Statistiken des Wolfsburgers im Vergleich zum Vorjahr nur kaum verändert haben, konnte sich der Schwede zumindest beim GTS erheblich verbessern (2,59 im Vorjahr). In den Playoffs der Vorjahres-Saison konnte beide Goalies ihre Fangquote gegenüber der Hauptrunde etwas steigern, wobei sich der GTS allerdings auch bei beiden Schlussmännern wiederum erhöhte. Betrachtet man diese Statistiken anhand der Anzahl der Spiele, so begegnen sich in dieser Viertelfinal-Begegnung zwei der aktuell besten Torhüter der DEL.

Zahlen und Fakten

Grafik: Jens Bartels

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