Christian Raus und das neue Gesicht des Wolfpacks

15. Juni 2017 von
Der neue Wolfpack-Coach Christian Raus (links) mit Geschäftsführer Bernd Rosemeyer. Foto: Wolfpack Wolfenbüttel
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Wolfenbüttel. Seit wenigen Wochen steht fest, dass der Ex-Basketballprofi Christian Raus der neue Mann auf der Kommandobrücke beim Wolfpack Wolfenbüttel ist. Neben der Zweitliga-Mannschaft wird der gebürtige Kroate auch das WNBL-Team übernehmen und für die Gesamtkonzeption der Organisation verantwortlich sein. Wir sprachen mit dem Coach über die Planungen für die neue Spielzeit.


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Raum für Entwicklung

Recruiting ist das Stichwort, das Christian Raus in den letzten Tagen umtreibt und auch in nächsten Wochen noch beschäftigen wird. Akribisch feilt der ehemalige Aufbauspieler mit Bundesligaerfahrung am Kader für die 2. DBBL: „Aktuell stehen fünf Spielerinnen für die kommende Saison bei uns unter Vertrag. Daher führe ich im Moment durchgängig Gespräche mit Spielerinnen und Agenten“, erklärt Raus.

Das vom neuen Trainer angesprochene Quintett umfasst Theresa Simon, Nina und Leonie Rosemeyer, Aneliya Draganova sowie Merit Brennecke – alle jung und talentiert. Allerdings erhielt mit Ausnahme von Simon keine der Spielerinnen über 20 Spielminuten von Ex-Coach Pierre Hohn – das soll sich in Zukunft ändern. „Wir wollen primär mit jungen Spielerinnen in die neue Saison gehen. Mit vermehrten Spielanteilen sollen sie Zeit bekommen, sich zu entwickeln“, umschreibt Raus den jugendlichen Ansatz für das neue Spieljahr.

Junge Leistungsträger gesucht

Zu den bereits feststehenden Spielerinnen sollen sich laut des 42-Jährigen weitere Jugendspieler aus der WNBL gesellen, komplettiert wird der Kader letztlich durch zwei Importspielerinnen. Im vergangenen Jahr war das Wolfpack mit drei ausländischen Profis hier noch breiter aufgestellt.

Dieser Umstand verdeutlicht aber auch, wie ernst es die Verantwortlichen damit meinen, die jungen Spielerinnen weiter an das Niveau der 2. DBBL heranzuführen und auf eine zusätzliche ausländische Akteurin verzichten, die Spielminuten für sich beansprucht. Gleichzeitig fordert Raus aber auch von den jungen Deutschen: „Sie müssen lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Zuletzt waren die Imports noch die Leistungsträger, in diese Rolle sollen sie in Zukunft schlüpfen.“

Wer kommt zurück?

Bis zum Start der Saisonvorbereitung Anfang August soll das Gerüst des Kaders stehen, mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Fans in der Lessingstadt die drei Profispielerinnen des letzten Jahres nicht wiedersehen. „Wir haben mit allen Spielerinnen gesprochen, aber jeweils Absagen erhalten. Alli Gloyd will zum Beispiel in die erste Liga“, so Raus, der einem Verbleib von Alysha Womack und Birgit Piibur ebenso wenig Chancen einräumt.

Dem gegenüber steht aber die Möglichkeit, Centerspielerin Crystal Leary zurück nach Wolfenbüttel zu holen. Die US-Amerikanerin überragte in der vergangenen Saison in neun Spielen bis zu ihrer Verletzung mit 11,8 Punkten und 10,0 Rebounds im Schnitt. Genau diese schwere Knieverletzung ist indes das große Hindernis für eine Verpflichtung Learys, wie Christian Raus verdeutlicht: „Wir wägen aktuell die Risiken eines Transfers ab, da Crystal voraussichtlich erst am Ende diese Jahres wieder hundertprozentig einsatzfähig wäre.“

Wohin führt der Weg?

Welche Spielerinnen schlussendlich für den Schuss Erfahrung sorgt, werden die kommenden Wochen zeigen, auf einen genauen zeitlichen Rahmen konnte Raus sich nicht festlegen. Sicher ist jedoch, dass sich mit der neuen Ausrichtung auch die Zielsetzung der Organisation ändern wird: „Wir werden mit einer sehr jungen Mannschaft an den Start gehen, die nicht immer konstant ihre Leistung zeigen wird, was aber normal ist. Daher ist es kein Problem, wenn wir am Ende Siebter oder Achter werden“, sagt der neue Headcoach und fügt hinzu: „Wir können von einer guten Saison sprechen, wenn alle Spielerinnen in ihrer Entwicklung einen Schritt nach vorne gemacht haben.“

„Ich liebe Teamplay“

Und welchen Spielstil bevorzugt der Coach zur Entwicklung der Mannschaft? „In erster Linie ist das natürlich vom Spielermaterial abhängig, ich werde die Systeme also genau auf die Spielerinnen zuschnitzen. Ich liebe allerdings das Teamplay, ich liebe es, den Ball zu passen und wenn alle füreinander kreieren“, skizziert abschließend seine Vorstellung vom Basketballspiel.

Perspektivisch wird sich das Gesicht des Wolfpacks also merklich verändern, der neue Trainer möchte die Verantwortungslast auf mehrere Schultern verteilen und den jungen deutschen Spielerinnen so zu einem Entwicklungssprung zu verhelfen. Ob dieser Ansatz Früchte trägt, wird die Saison ab Ende September zeigen – Sympathie und ein hohes Identifikationspotential besitzt er aber allemal.

Ligaeinteilung der 2. DBBL Nord steht fest

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