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DFB Pokal: Unfassbares Kämpferherz reicht nicht zum Sieg

16. Dezember 2015 von
Weltklasse gehalten und doch untröstlich: Rafal Gikiewicz. Fotos: Bernhard Grimm

***UPDATE: Fotostrecke mit über 70 Bildern vom Spiel hinzugefügt


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Stuttgart/Braunschweig. Eintracht Braunschweig scheidet in einem unfassbaren DFB Pokalspiel nach aufopferungsvollen 120 Minuten 2:3 beim VfB Stuttgart aus. Rafal Gikiewicz parierte einen Strafstoß, den Schiedsrichter Sippel den Löwen später auf der anderen Seite versagte. Ademis Ausgleich in der Verlängerung reichte am Ende nicht.

 

„Es ist unfassbar, dass du das nicht gepfiffen bekommst. Jeder hat es gesehen, dass das ein Elfmeter war.“ – Torsten Lieberknecht

 

Löwen rasant zu Beginn

Etwa 1.800 Fans waren die 520 Kilometer mit an die Neckar gereist, um den Geburtstag ihrer Eintracht gebührend zu feiern. Sie sahen Löwen, die vor nur 21.950 Zuschauern einen Traumstart erwischten. In der 5. Spielminute flankte Khelifi maßgenau von rechts. Wo Saulo Decarli den Ball noch an die Latte köpfte, war Joseph Baffo zur Stelle. Ohne die angeschlagenen Correia, Berggreen und den frischgebackenen Papa Jan Hochscheidt (regionalSport.de berichtete), lief sich Stuttgart gegen engangierte Löwen immer wieder fest. Die dritte Ecke des VfB führte dann doch zum Ausgleich: Christian Gentner verlängerte auf den alleingelassenenen Georg Niedermeier (20.). Der VfB kam in der Folge besser ins Spiel. Ein Schuss von Kostic nach einem Konter streichelte den langen Pfosten. Auf der anderen Seite musste sich Keeper Tyton gegen eine Bogenlampe von Zuck richtig lang machen. Das Spiel hatte Fahrt aufgenommen. Es sollte später noch viel mehr zu bieten haben.

Elfmeterkiller Gikiewicz 2.0

In der 35. ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Sippel. Decarli hatte Timo Werner gefoult. Rafal Gikiewicz rückte von nun an fast im Minutentakt in den Fokus. Wie schon gegen den VfL Bochum hielt der 28-jährige sein Team im Spiel und parierte den Strafstoß von Maxim. In der Folge musste der Pole gegen den Kopfball von Rupp Kopf und Kragen riskieren – und stand erneut seinen Mann. Doch auch sein Team versteckte sich nicht, hatte kurz vor der Pause gute Möglichkeiten, die meist vom emsigen Khelifi ausgingen. Die Pause unterbrach eine offene Pokalschlacht.

Immer wieder Gikiewicz

Lieberknecht brachte mit Mads Hvilsom mehr Offensive für die zweiten 45 Minuten. Die erste Chance hatte jedoch Zuck, der nach einem feinen Zuspiel von Holtmann das Außennetz traf. Kurz danach verpasste Khelifi einen Pass von Zuck nur knapp. Die Gäste spielten gefällig, bekamen von Stuttgart große Räume geboten. Es blieb rasant, auch Stuttgart hatte sich einiges vorgenommen: Einen Kopfball von Gentner lenkte Gikiewicz an den Posten, Rupp vergab die riesen Nachschussmöglichkeit fahrlässig. Die Eintracht geriet nun mächtig unter Druck. Immer wieder fand der VfB seinen Meister in Rafal Gikiewicz. In der 58. vergab Gerrit Holtmann eine gute Kontermöglichkeit überhastet. Auch wenn hier mächtig Feuer im Spiel war, Torsten Lieberknecht lehnte minutenlang seelenruhig an der Trainerbank und signalisierte große Ruhe. Die brauchte sein Team auch gegen die Schwaben, die immer wieder gefährlich kamen, so wie bei Gentners Schuss nach einer Stunde. Blau-gelb war weiterhin das engagiertere Team, kam aber nicht mehr gefährlich in den Strafraum der Schwaben. Es ging in die Verlängerung.

Sippel pfeifft nicht

Die Zugabe war an Dramatik kaum mehr zu überbieten. In der 94. Spielminute traf Niedermeier das Außennetz, die Cannstatter Kurve bejubelte schon das Tor. Das fiel dann vier Minuten später durch Timo Werner. Die Gäste aus Braunschweig warfen noch einmal alles nach vorne, zeigten großen Kampf und wurden zunächst belohnt: Der eingewechselte Orhan Ademi schaltete am schnellsten und erzielte den vielumjubelten Ausgleich (111.), doch Toni Sunjic zerstörte in der 118. Spielminute alle Braunschweiger Träume von einem möglichen Viertelfinale. Dabei hätte es zuvor für die Löwen einen Strafstoß nach Foul von Niedermeier an Ademi geben müssen. „Wenn er das auf der einen Seite pfeifft, muss er den auch für uns geben“, sagte der Gefoulte nach dem Schlusspfiff. Sein Trainer Torsten Lieberknecht wurde da etwas deutlicher: „Wir hätten das Spiel innerhalb von zwei Minuten drehen können, hätte der Schiedsrichter Haltung gezeigt“, kritisierte der 42-Jährige und ergänzte: „Ich glaube, dass sowas auch zusammenschweißen kann. Mein Appell: Dass man das am Sonntag gegen Kaiserslautern honoriert.“

Zahlen & Fakten

VfB Stuttgart: Tyton, Insua, Schwaab, Sunjic, Niedermeier, Rupp, Kostic, Werner (103. Kliment), Gentner, Serey (74. Kruse), Maxim (66. Tashchy) Trainer: Jürgen Kramny

Eintracht Braunschweig: Gikiewicz, Decarli, Baffo, Matuschyk, Boland, Ofuso-Ayeh, Reichel, Schönfeld (46. Hvilsom), Khelifi (103. Ademi), Zuck, Holtmann (66. Omladic) Trainer: Torsten Lieberknecht

Torfolge:
0:1 Joseph Baffo (5.)
1:1 Georg Niedermeier (20.)
1:2 Timo Werner (99.)
2:2 Orhan Ademi (111.)
3:2 Toni Sunjic (118.)

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