Effiziente Eintracht mit Befreiungsschlag in Ingolstadt

4. Dezember 2017 von
Mann des Abends mit Tor und Vorlage: Suleiman "Manni" Abdullahi. Foto: imago/Eibner
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Ingolstadt/Braunschweig. Im Montagabendspiel des 16. Spieltags der zweiten Fußball Bundesliga ist Eintracht Braunschweig beim FC Ingolstadt mit 2:0 (0:0) der erhoffte Befreiungsschlag gelungen. Die Hausherren waren die tonangebende Mannschaft, doch die Braunschweiger schlugen in der zweiten Halbzeit zweimal eiskalt zu. Suleiman Abdullahi traf im dritten Spiel in Folge (65.), Hendrick Zuck gelang ein Traumtor (76.). Mit 21 Punkten kletterte die Eintracht auf Platz neun, Ingolstadt verpasst es, den Abstand auf die Aufstiegsplätze zu verkürzen und bleibt Sechster mit 24 Zählern.


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Lieberknecht wechselt einmal

Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht tauschte im Vergleich zur 2:3-Heimniederlage gegen Nürnberg einmal und brachte Hendrick Zuck für Maximilian Sauer. Taktisch liefen die Blau-Gelben in einem 4-1-3-2-System auf, in dem Samson als alleiniger Sechser agierte und Onel Hernandez mit Suleiman Abdullahi eine Doppelspitze bildete.

Der FC Ingolstadt um Coach Stefan Leitl schickte sein Team im gewohnten 4-3-3 auf das Feld und veränderte die Startelf des torlosen Remis‘ in Kiel auf zwei Positionen: Stefan Kutschke und Almog Cohen ersetzten Dario Lezcano sowie Max Christiansen.

Ingolstadt drückt vor der Pause

Beide Mannschaft starteten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit Tempo in das Montagabendspiel der zweiten Liga. Nach nur 40 Sekunden tauchte das „Team der Stunde“ (17 Punkte aus den letzten sieben Spielen) erstmals im Sechzehner der Löwen auf, doch Hauke Wahl schoss links am Kasten von Jasmin Fejzic vorbei. Auch die Eintracht fand gut in die Partie und wurde erstmals durch einen Schlenzer von Salim Khelifi auffällig, der nur auf dem Tornetz landete (4.). In der Folge verflachte das Geschehen zusehends, Standardsituationen wurden auf beiden Seiten nur unzureichend genutzt.

In der 26. Minute fiel Löwen-Kapitän Ken Reichel im Strafraum der Schanzer, Schiedsrichter Kampka ahndete die Szene richtigerweise als Schwalbe und zeigte Reichel seine 5. gelbe Karte (fehlt gegen Kiel). Nach einer halben Stunde verlagerte sich das Spiel vermehrt in die Hälfte der Eintracht, die sich von dem Druck der Hausherren kaum befreien konnte. Die größte Chance vergab der Israeli Cohen, als er nach Kopfballablage von Kutschke aus acht Metern voll abzog – Fejzic riss aber stark die Arme in die Höhe und parierte. Alfredo Morales (35./38.) und Kutschke per Kopfball hatten weitere Gelegenheit zur Pausenführung, die zu dem Zeitpunkt verdient gewesen wäre.

Abdullahi mit Wucht, Zuck akrobatisch

Die Braunschweiger gestatteten den Ingolstädtern in der Viertelstunde vor dem Pausentee trotz tiefer Verteidigungsposition zu viele Räume, vor allem zwischen Sechser Louis Samson und der Viererkette. Torsten Lieberknecht reagierte in der Halbzeit darauf und stellte Quirin Moll an die Seite von Samson, Khelifi blieb dafür in der Kabine. Mehr Stabilität verlieh der Wechsel den Blau-Gelben jedoch nicht, die Gastgeber drückten auch nach Wiederanpfiff weiter auf Gehäuse der Eintracht. Der unterliefen im Vorwärtsgang viele technische Fehler und ungenaue Zuspiele, sodass kaum Entlastung entstehen konnte. Nach knapp einer Stunde lautete das Torschussverhältnis 21:5 für die Süddeutschen, die jedoch kein Kapital daraus schlugen.

Der sechste Torschuss für die Eintracht entpuppte sich allerdings als Volltreffer: einen Freistoß von Jan Hochscheidt köpfte Steve Breitkreutz auf Abdullahi, der Keeper Nyland aus sechs Metern ohne Chance ließ (65.). Bereits im dritten Spiel in Serie traf der 20-jährige Nigerianer für die Löwenstädter und stellte den Spielverlauf auf den Kopf. FCI-Coach Leitl reagierte mit einem Doppelwechsel auf den Rückstand: Lezcano und Robert Leipertz ersetzen den glücklosen Morales und Thomas Pledl. Die Audistädter vermochten es trotz ihr spielerischen Überlegenheit weiterhin nicht, für zwingende Aktionen in Richtung Eintracht-Tor zu sorgen.

In der 76. Minuten trieben die Braunschweiger ihre eiskalte Effizienz dann auf die Spitze. Abdullahi narrte Ingolstadts Innenverteidiger Wahl am linken Flügel, drang in den Strafraum ein und flankte auf Zuck, der den Ball aus kurzer Distanz artistisch mit einem Seitfallzieher in die Masche knallte. Der Spielfilm für die Schlussviertelstunde war klar: Ingolstadt würde mit aller Macht anrennen, um noch einen Punkt zu sichern. Außer einem Freistoßversuch von Kittel (84.) und einem Fernschuss von Christian Träsch (86.) gelang der es Leitl-Elf nicht mehr für Gefahr vor dem Kasten des BTSV zu sorgen.

„In der Pflicht nachzulegen“

„Wir haben uns heute ein Stück weit das zurückgeholt, was wir in den letzten Woche nicht bekommen haben. Auch das Glück haben wir heute ein Stück weit zurückbekommen“, erklärte Torsten Lieberkneckt im Anschluss bei Sky. „Wichtig war, dass wir zu null in die Halbzeit gehen. Da hat uns ein Jasmin Fejzic in Höchstform ein-, zweimal gerettet“, kommentierte der Trainer, „und in der zweiten Hälfte belohnen wir uns für unsere immer wieder gefährlichen Offensiv-Aktionen.“

Hendrick Zuck freute sich über seinen erst achten Zweitliga-Treffer: „Das war schon wie ein Fluch. Ich hatte zuletzt viele Chancen, die ich nicht genutzt habe. Und heute gelingt mir so ein Tor.“ Das sicherte der Eintracht einen immens wichtigen Sieg in der kompakten 2. Bundesliga und lässt die Blau-Gelben auf den neunten Tabellenplatz springen. „Fakt ist aber auch, dass wir nun in der Pflicht sind, dranzulegen und nachzulegen. Kiel wird eine schwierige Aufgabe“, mahnte Lieberknecht abschließend. Bereits am Freitag (18.30 Uhr) gibt der Tabellenführer aus Schleswig-Holstein seine Visitenkarte im Eintracht-Stadion ab.

Zahlen & Fakten

FC Ingolstadt: Nyland – Levels, M. Matip, Wahl, Gaus – Träsch, Cohen, Morales (69. Leipertz) – Pledl (69. Lezcano), Kutschke, Kittel Trainer: Stefan Leitl

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Kijewski, Breitkreutz, Valsvik, Reichel – Samson – Zuck, Hochscheidt (83. Nkansah), Khelifi (46. Moll)- Abdullahi, Hernandez (77. Yildirim) Trainer: Torsten Lieberknecht  

Torfolge: 0:1 Suleiman Abdullahi (65.), 0:2 Hendrick Zuck (76.)

Große Spiele von früher: Ingolstadt gegen Eintracht

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