Euro 2016: Von Braunschweig nach Paris

22. Juni 2016 von
Deutschland - Nordirland im Prinzenpark. Fotos: Dräger

Braunschweig/Paris. In den vergangenen sieben Tagen zog es mich gleich zweimal nach Paris. Zeit für die Stadt blieb jedoch kaum.


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Deutsche Fans feiern friedlich in Paris

Air France, Deutsche Bahn, Flixbus, PKW. In den vergangenen sieben Tagen habe ich jede Möglichkeit genutzt, um nach Paris zu kommen und wieder in die Heimat zurückzukehren. Ein mehrtägiger Urlaub in Paris war für mich nicht möglich. Entsprechend dürftig blieb auch der Besuch der kulturellen Highlights.

Eiffelturm, Place de la Concorde, Champs-Élysée – das war es dann auch schon. Ein kurzes Selfie, dreißig Sekunden die Füße entspannen und weiter. Wer kostengünstig durch die Europameisterschaft kommen will, muss Prioritäten setzen. Da kommt innerlich schon Ärger auf. Hätte mir die UEFA nicht nur zwei Tickets zulosen können? Dann könnte man in den Städten auch mal eine Nacht länger verweilen und etwas sehen. Das Abhetzten gilt auch für treffen mit anderen Braunschweiger Fans. Erst zum dritten Gruppenspiel war es mir endlich gelungen ein paar Bekannte zu treffen, obwohl wir uns irgendwie zu allen Spielen verabredet hatten. Unweit des Eiffelturm wurde ein kleines Bistro besucht und ein paar Bier getrunken – 0,4 Liter für preiswerte 6,80 Euro.

Le Parc des Princes. Foto: Dräger

Le Parc des Princes.

Das ist nämlich auch die EM. Jeder versucht ein kleines Geschäft zu machen. Die Reiseunternehmen, die Hotels, die Kneipen, die Geschäfte. Alle wollen ein Stück vom Kuchen. Einige gehen mit ihrer Gier dann aber doch zu weit. Höhepunkt im Prinzenpark gegen Nordirland: Ein Hotdog und eine Flasche Wasser für zehn Euro. Guten Appetit! Immerhin kommen die Schwarzmarkthändler zumindest in der Vorrunde nicht zu großen Geschäften. Weiterhin gibt es rund um die Stadien ausreichend Tickets zu fairen Preisen, vor allem kurz vor Spielbeginn.

kulinarisches Highlight.

kulinarisches Highlight.

Die deutsche Elf bietet gegen Polen derweil wenig Grund zur Freude. Die Fans und die friedliche Stimmung hingegen schon. Polen und Deutsche, Deutsche und Nordiren. Die Stimmung ist allerorts ausgelassen, es wird gemeinsam getrunken und über Fußball philosophiert, vor dem Prinzenpark kicken hunderte Fans gemeinsam einen Ball von einer Straßenseite zur anderen. Das entspannt die stark präsenten Polizeibeamten auch ein wenig. Vor allem die Nordiren haben es den Schwarz-Rot-Goldenen Fans angetan. Der Gassenhauer „Will Griggs on Fire“ wird während des Spiels mehrfach auch von den deutschen Supportern übernommen. Der hoffnungslos unterlegene Außenseiter rockt die Tribünen. Das scheint auch die Nationalelf ein wenig anzustecken. Erstmals spielt sie wie ein Weltmeister. Lediglich bei der Chancenverwertung agiert unsere Elf wie ein Kreisligist.

Nordirische Fans sollen noch zwanzig Minuten nach Spielende im Block gesungen haben. Davon kriege ich nichts mehr mit. 45 Minuten nach Spielende startet der Fernbus. Der Taxifahrer gibt Gas und kassiert ein ordentliches Trinkgeld. Aus dem fahrenden Auto lässt sich noch ein rascher Blick auf den Triumphbogen erhaschen. Das war es mit Paris – bis zum Finale.

 

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