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Fußball-Keilerei am Lindenberg: Was geschah wirklich?

2. November 2016 von
Massenprügelei auf dem Sportplatz am Lindenberg. Fotomontage: Vollmer

Braunschweig. Am vergangenen Sonntag mussten mehrere verletzte Personen nach einem Amateur-Fußballspiel und anschließender Massenprügelei in der 3. Kreisklasse Braunschweigs in Krankenhaus. Wir haben bei den beiden betreffenden Fußballvereinen Español de Braunschweig und MTV Braunschweig nachgefragt.


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Emotionen kochten hoch

In der hitzigen Partie kochten die Gemüter schon während der 90 Minuten hoch. „Español hat unseren Spielern ganz schön zugesetzt“, berichtet MTV-Trainer Nino Hoga. Er selbst habe 26 Jahre Amateurfußball gespielt und sei kein Kind von Traurigkeit, „aber das war schon grenzwärtig“. Es habe sich immer weiter hochgeschaukelt. Der Schiedsrichter sei dabei mit der Situation völlig überfordert gewesen. Zehn Minuten vor dem Abpfiff brachen sich die Emotionen freie Bahn, als Españols Alberto S. seinem Gegenspieler von hinten „ohne Rücksicht auf Verluste die Beine“ weggehauen habe. Einmal mehr zeigte der Unparteiische keine Karte.

Was bis dahin von außen eher verbal gehalten war, wurde zum Abpfiff hin körperlich ausgetragen. Alberto S., der zuvor durch seine üble Grätsche aufgefallen war, spuckte MTV2-Spieler Christopher T. absichtlich ins Gesicht, wie Hoga berichtet. Ein Spieler des MTV2 ging dazwischen, wollte dem vernehmen nach schlichten, „da hatte Christopher schon ein dickes Auge“, berichtet Nino Hoga. Sofort bildete sich auch Menschentraube. Ersatzspieler und Fans liefen auf den Platz. „Als wir immer noch schlichten wollten, haben die eine riesen Schlägerei angefangen“, beschwert sich Hoga, der sich derweil außerhalb des Spielfeldes um seinen völlig verängstigten Sohn kümmerte. Vonseiten des Español CF heisst es dagegen in einer Stellungnahmen, die regionalSport.de vorliegt: „Die körperliche Gewaltanwendung ging ausschließlich von den Spielern des Braunschweiger MTV 2 aus.“

Flasche kam zum Einsatz

Während der Prügelei bekam Alberto S. wohl das Meiste ab. So kam nach Polizeiinformationen auch eine Flasche zum Einsatz. Der Spanier blutete sehr stark am Kopf und musste ins Krankenhaus. Beiden Lagern gelang es, die Streithähne auseinanderzubringen. Als die Polizei mit neun Streifenwagen eintraf, hatte sich die Lage weitesgehends beruhigt. „Was mich am meisten aufregt“, berichtet Nino Hoga: „Da stand einer der Espanol-Fans und hat das ganze mit dem Handy gefilmt, anstatt zu versuchen mit zu schlichten.“

Beim spanischen Club sieht  man sich als das Opfer: „Es sind Strafanträge gegen gewaltausübende Spieler des Braunschweiger MTV 2 gestellt worden, die Mitspieler vom Español de Braunschweig nachweisbar körperlich verletzt haben. Weitere Zivilrechtliche Schritte behält sich der Verein Español de Braunschweig vor“, heißt es in der Stellungnahme. Beide Vereine verurteilen die Vorkommnisse und distanzieren sich von jeglicher Gewaltanwendung bei Fußballspielen.

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