Große Pokalspiele: Als es im Eintracht-Stadion dunkel wurde

10. August 2017 von
Und dann ging das Licht aus: Stromausfall im Eintracht-Stadion. Foto: imago/Rust
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Braunschweig. Auch Torsten Lieberknecht sprach vor der ersten Runde im DFB-Pokal gerne vom Reiz, der von diesem Wettbewerb ausgeht. Ob der Braunschweiger Trainer dabei wohl auch an jenen 22. August 2005 gedacht hat, als Braunschweig in Runde 1 Borussia Dortmund bezwang. Und das auch dank eines Blackouts. 


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Und dann gingen die Lichter aus

Schon im Vorjahr hatten Eintracht-Coach Michael Krüger und sein Team den Bundesligisten Hertha BSC aus dem Wettbewerb gekegelt. Die echte Überraschung sollte den Zweitliga-Aufsteigern jedoch an diesem Montagabend gelingen. Vor 22.200 Zuschauern im Eintracht Stadion startete Borussia Dortmund zunächst wie der erwartete Favorit in das Pokalspiel. Der tschechische Sturmriese Jan Koller erzielte nach einer Ecke und artistischer Vorarbeit von Christian Wörns 1:0 für die Gäste (29.). 

Doch dann passierte das Unerwartete: In der 35. Spielminute wurde es dunkel im Eintracht-Stadion. Schiedsrichter Peter Sippel brach die Partie ab und schickte die Mannschaften vorsorglich in die Kabinen. Eine Viertelstunde dauerte die Spielunterbrechung und die Suche nach dem überlasteten Aggregat. Kurios: Der Stromausfall hatte sich sogar angekündigt. Die Partie war schon mit Verspätung angepfiffen worden, weil es unmittelbar vor Beginn zu Stromschwankungen in der Flutlichtanlage gekommen war. „So etwas hat es auch schon in anderen Stadien gegeben“, sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc in der Halbzeit. Der damalige Eintracht-Manager Wolfgang Loos zeigte sich ein wenig angefressen: „Wir wollten alles perfekt vorbereiten. Leider hat uns dabei der Stromausfall einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Er sollte später noch Grund zu Freude haben.  

Mannschaftskapitän und Siegtorschütze Daniel Graf vor Dortmunds Ebi Smolarek, Foto: imago/Hübner

Daniel Graf macht das Wunder perfekt

Als es endlich weiter ging, erreichte ein langer Ball den Kopf von BTSV-Angreifer Jürgen Rische, der in seiner unnachahmlichen Art Roman Weidenfeller im Tor der Schwarz-Gelben keine Chance ließ (41.). Auch nach dem Seitenwechsel blieben die „Löwen“ frech. Der eingewechselte Lars Fuchs drehte richtig auf. Doch war es Kapitän Daniel Graf, der in der 84. Spielminute das „Wunder von Braunschweig“ wahr werden ließ, als er völlig unbedrängt den 2:1-Siegtreffer erzielte. Das Eintracht Stadion bebte. 

„Das ist natürlich ein Traum für uns. Wir gelten ja als Pokalschreck. Für mich ist das natürlich ein Riesenerlebnis. Aber es gab keinen Mann des Abends, sondern eine Mannschaft des Abends. Wir haben hervorragend gekämpft, und die Zuschauer waren phantastisch“, jubelte Siegtorschütze Graf später, immer noch euphorisiert. Ein unvergesslicher Abend, wie es ihn nur im Pokal geben kann. 

Ein unvergesslicher Abend. Foto: imago/Rust

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