Jähes Pokal-Aus: Eintracht Braunschweig enttäuscht in Kiel

11. August 2017 von
Christoffer Nyman (li.) traf, kam aber wie auch seine Teamkollegen nicht wirklich zur Entfaltung. Fotos: Agentur Hübner
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Kiel/Braunschweig. Wie im vergangenen Jahr ist Eintracht Braunschweig in der ersten Runde im DFB-Pokal gegen einen Zweitliga-Aufsteiger ausgeschieden. Vor knapp 10.000 Zuschauern verlor das Team von Torsten Lieberknecht im Holstein-Stadion mit 1:2 (0:0). 


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Eine Halbzeit zum Vergessen

Nach einer halben Stunde hatte Lieberknecht genug gesehen. Dass sein Team da noch nicht hinten lag, war überaus schmeichelhaft. Steven Lewerenz prüfte erstmals gefährlich Fejzic (11.), dann scheiterte Marvin Duksch aus spitzem Winkel am Außennetz (20.). Die beste Möglichkeit für die „Störche“ – eine 100%ige –  vergab Kingsley Schindler erneut ans Außennetz (30.). Kiel war in der Anfangsphase das deutlich bessere Team gegen merkwürdig zweikampfschwache Gäste aus Braunschweig, die oftmals schlichtweg hinterher liefen.

Nun wechselte Lieberknecht taktisch, brachte Quirin Moll für Steve Breitkreuz, was in der Grundordnung aus 3-4-3 (und gegen den Ball 5-2-2-1) ein 4-2-3-1 formte. Besser wurde das Spiel der „Löwen“ damit zunächst noch nicht, doch hatten sie jetzt etwas mehr Zugriff aus dem Mittelfeld heraus, das im Spielaufbau bis dahin praktisch nicht existent gewesen war. Die drei Offensiven, Hendrick Zuck, Christoffer Nyman und Onel Hernández, hingen in der Luft.

Vier Minuten später drang Hernández nach einer ersten guten Kombination über links in den Kieler Strafraum ein und blieb an Dominik Schmidt’s Fuß hängen. Strafstoß! Ken Reichel schnappte sich den Ball, schob aber nur am rechten Außenpfosten vorbei (36.). Trotzdessen fand blau-gelb jetzt auch auf dem Rasen statt und hatte bis zum Pausenpfiff ein paar Torannäherungen, denen aber die Durchschlagskraft fehlte.  

Der Treffer von Nyman blieb das einzige Braunschweiger Tor. Foto: Agentur Hübner

Blitzstart nach dem Seitenwechsel

Schon früh warteten die „Löwen“ auf dem Rasen auf ihren Gegner und hatten sich für die zweiten 45 Minuten wohl einiges vorgenommen. In der Tat erwischten die Niedersachsen zunächst einen knackigen Start. Nachdem Zuck aus spitzem Winkel einen guten Distanzschuss abgegeben hatte (46.) verweigerte Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) Schindler auf der gegenüberliegenden Seite den Elfmeter gegen Reichel, der den Angreifer klar getroffen hatte.

Während Kiel noch protestierte lief der Konter über Hernández, der Nyman fand. Mit großer Ruhe erwischte der schwedische Nationalspieler Torwart Kenneth Kronholm nach einer Körpertäuschung im kurzen Eck (48.). Kiel steckte in Rückstand liegend keinesfalls auf. Pech hatte Lewerenz, dessen vermeintlicher Ausgleichstreffer in der 54. Spielminute aus dem Abseits kam. 

Baffo mit dem Bärendienst

Die Elf von Markus Anfang wurde wieder deutlich stärker. In der 70. Spielminute wusste sich Joseph Baffo gegen Duksch nur noch per Foul zu helfen. Als letzter Mann sah der Schwede direkt Rot und es gab Elfmeter – vertretbar. Drexler lief an und traf zum 1:1.

Die Schleswig Holsteiner gaben weiter Gas, wurden aber auch von einem Fehler des Unparteiischen begünstigt, als Drexler Reichel gut sichtbar foulte, Winkmann den mustergültigen Konter jedoch laufen ließ, an dessen Ende Duksch den Ball an Fejzic vorbei mitten ins Braunschweiger Herz schob (77.). Bis zum Schlusspfiff erholte sich die Eintracht gegen entschlossene Kieler nicht mehr von diesem Tiefschlag. 

Mirko Boland brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Aus unserer Sicht sehr ernüchternd. Wir sind heute nicht an unsere Leistungsgrenze gekommen. Wir haben in der ersten Halbzeit kaum Zweikampfführung gehabt. Man muss ganz ehrlich sagen, die Kieler waren in allen Belangen besser.“

20 Minuten spielten die Gäste zu zehnt nach dem Foul von Baffo. Foto: Agentur Hübner

Zahlen & Fakten

SV Holstein Kiel: Kronholm, Heidinger, Schmidt, Czichos, Lenz, Kinsombi, Schindler, Mühling (90.+2 Condé), Drexler (88. Janzer), Lewerenz (80. Peitz), Duksch Trainer: Markus Anfang

Eintracht Braunschweig: Fejzic, Baffo, Valsvik, Breitkreuz (31. Moll), Hochscheidt (57. Sauer), Reichel, Samson, Boland, Hernández, Nyman (74. Abdullahi), Zuck Trainer: Torsten Lieberknecht

Torfolge: 0:1 Christoffer Nyman (48. Hernández), 1:1 Dominik Drexler (71. FE), 2:1 Marvin Duksch (77. Lewerenz)

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