Jonker-Heimdebüt: Mario Gomez macht den Unterschied

18. März 2017 von
Das Tor von Mario Gomez reichte zum Sieg. Fotos: Agentur Hübner

Wolfsburg. Mario Gomez sorgte zum Heimdebüt von Andries Jonker für drei Punkte. In einem mittelmäßigen Bundesligaspiel machte der Treffer des 33-Jährigen Angreifers am Ende den Unterschied. Wermutstropfen ist die Verletzung von Paul Georges Ntep, dem ein wochenlanger Ausfall droht. 


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Aufeinandertreffen der Gebeutelten

Es bleibt dabei: Unter Andries Jonker trifft Mario Gomez einfach immer. Der Nationalstürmer erzielte auch gegen die „Lilien“ das Tor des Tages, während das Verletzungspech ein treuer Begleiter Jonker-Elf bleibt.

„Es geht darum, dass er macht, worin er richtig gut ist und das ist im Strafraum das zu tun, worin er der Beste ist. Mario hat sich eine wunderschöne Karriere mit Toreschießen verdient. Manchmal kommt so ein Fußballmärchen vorbei und das kann noch ein bisschen dauern.“ Andries Jonker über Mario Gomez

Neben den Ausfällen von Jeffrey Bruma, Ricardo Rodriguez und Yannick Gerhardt meldete sich kurz vor dem Spiel auch Daniel Didavi wegen Magen-Darmproblemen ab. Dafür rückten Jannes Horn, Vieirinha und Robin Knoche in die Startelf. Bei den ebenfalls personalgeplagten Gästen fehlten Rosenthal, Vrancic und Niemeyer. Dafür gab der 18-jährige Markus Steinhöfer sein Startelfdebüt in der Bundesliga.

Der erste Abschluss gehörte vor 28.104 Zuschauern den Hausherren, doch Yunus Malli schoss aus spitzem Winkel drüber (8.). Die „Wölfe“ hatten den Ball und versuchten immer wieder schnell zum Aschluss zu kommen. Zunächst fehlte noch die entscheidende Durchschlagskraft gegen defensive Damstädter.

Sulu gegen Blaszczykowski – kein Foul laut Brych. Foto: Agentur Hübner

Gomez, wer sonst?

Erst nach einer halben Stunde setzte die Jonker-Elf die richtigen Impulse. Nachdem Jakub Blaszczykowski gegen Aytac Sulu keinen Elfmeter bekam, schlenzte Luiz Gustavo den Ball nach einem kapitalen Fehlpass von Sidney Sam knapp am Giebel vorbei (32.). Kurz darauf versprang dem heute sehr schwachen Vieirinha der Ball, als der gesehen hatte, dass SV-Keeper Heuer Fernandez allzu weit vor seinem Kasten stand. 

Die Hessen verschanzten sich immer mehr in der eigenen Hälfte, ließen Wolfsburg bis zur Mittellinie agieren und lauerten auf Konter über ihre schnellen Außenspieler Heller und Sam. Wolfsburg drückte weiter, blieb aber glücklos. Als es schon nach einem torlosen Pausentee aussah, kam Jannes Horn über links mit sehr viel Raum frei zum flanken. Der butterweiche Ball fand Mario Gomez, der sich gegen zwei Darmstädter durchsetzte und den Ball trocken ins Netz köpfte (45.). 

Vorlagengeber Jannes Horn mit gutem Spiel. Foto: Agentur Hübner

 „Wölfe“ verpassen die Entscheidung

Der glücklose Maximilian Arnold blieb in der Kabine, dafür kam Paul-Georges Ntep. Die erste Möglichkeit nach dem Seitenwechsel vergab Riechedly Bazoer, der den Ball nach guter Gomez-Vorarbeit am Tor vobei schob (47.). Keine 120 Sekunden später hatten die Wolfsburger den Torschrei auf den Lippen, doch Schiedsrichter Felix Brych entschied in seinem 200. Bundesligaspiel, dass der Ball zuvor im Toraus gewesen war – eine Fehlentscheidung (50.). Der VfL hatte Spiel und Gegner im Griff, verpasste aber die Entscheidung.

Ntep droht wochenlanger Ausfall

In der 67. Spielminute scheitere Ntep frei vor Daniel Heuer Fernandez. Der Darmstädter Schlussmann hielt sein Team auch zehn Minuten später mit einer großartigen Parade gegen Malli im Spiel. Die Gäste hofften bis zum Ende auf einen Lucky-Punch, zeigten sich aber insgesamt zu harmlos – auch weil Sidney Sam aus sieben Metern die größte Darmstädter Möglichkeit vergab.

Wermutstropfen für den VfL Wolfsburg war die Verletzung von Ntep, der fünf Minuten vor dem Ende für Borja Mayoral ausgewechselt werden musste. Am Montag gibt es hier eine MRT-Untersuchung. Der Franzose droht mehrere Wochen auszufallen.  

Verletzte sich bei einer Flanke: Paul-Georges Ntep. Foto: Agentur Hübner

„1 + 1 = 2“

„Wir mussten gewinnen, wir wollten gewinnen und wir haben gewonnen“, sagte Andries Jonker nach dem Spiel. „Mit der 1. Halbzeit war ich zufrieden. Der Ball lief viel von grün zu grün. Die Führung ging in Ordnung“, analysierte der Niederländer. „Nach der Pause hat Darmstadt alles gegeben, um uns das Leben so schwer wie möglich zu machen.“

Der Sieg hilft den „Wölfen“ tabellarisch vorerst nicht weiter. Da der SV Werder Bremen 3:0 gegen Leipzig gewann, rutscht der VfL auf Tabellenplatz 15. „Wenn 1 + 1 = 2 ist, werden wir am Ende da unten rauskommen“, entgegnete Andries Jonker. Nach der Länderspielpause geht es am Sonntag, dem 4. April (17.30) zu Bayer 04 Leverkusen.

„Wenn 1 + 1 = 2 ist, werden wir am Ende da unten rauskommen“ Foto: Agentur Hübner

Zahlen & Fakten

VfL Wolfsburg: Casteels, Blaszczykowski, Knoche, Luiz Gustavo, Horn, Bazoer (79. Träsch), Guilavogui, Vieirinha, Arnold (46. Ntep/86. Mayoral)), Malli, Gomez Trainer: Andries Jonker

SV Darmstadt 98: Heuer Fernandes, Sirigu (57. Platte), Banggaard, Sulu, Holland, Altintop, Gondorf, Steinhöfer, Sam, Heller (85. Kamavuaka), Schipplock (69. Colak) Trainer: Torsten Frings

Torfolge: 1:0 Mario Gomez (45. Horn)

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