Lieberknecht vor Bochum: „Aufstieg diese Saison realistisch“

21. April 2017 von
Nimmt den Aufstieg in den Mund: Torsten Lieberknecht. Bestätigt sein Team auf dem Rasen? Foto: Agentur Hübner

Braunschweig. Die knappe Derby-Niederlage ist abgehakt. Bei Eintracht Braunschweig geht der Blick wieder nach vorne. Schon am Sonntag (13:30) ist der VfL Bochum zu Gast. „Ein unberechenbarer Gegner“, wie Torsten Lieberknecht zu berichten weiß. Der Braunschweiger Trainer hält unterdessen die Rückkehr in die Bundesliga für realistisch.


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„Jetzt gilt’s erst recht“

Noch ein letztes Mal geht der Blick zurück nach Hannover: „Hauptproblem war der nicht gegebene Elfmeter – übrigens der dritte in Folge“, wie Torsten Lieberknecht anmerkt. „Wir schieben nicht alles auf den Elfmeter, aber in so einem engen Spiel hat das schon wehgetan.“ Seine Mannschaft sei nun in der Verantwortung, die Derby-Pleite wett zu machen und das „ganz große Ziel“ zu erreichen: „Dass wir lange, lange dabeibleiben und uns den Traum erfüllen können.“

Für dieses Vorhaben nimmt Lieberknecht noch einmal seine Mannschaft in die Pflicht: „Ich möchte nicht sehen, dass da jemand Trübsal bläst, sondern jetzt gilt’s erst recht. Es ist realistisch in diesem Jahr aufsteigen zu können.“ Dabei schielt man in Braunschweig an der Tabellenkonstellation vorbei. „Die ändert sich jede Woche“, so Lieberknecht, der den Satz prägt: „Man hat nichts erreicht wenn man Erster ist und hat auch noch nichts verloren, wenn man Vierter ist.“ Wichtiger sei es, weiter Punkte zu sammeln und die Emotionalität, von der das Team lebe, hochzuhalten. „Dann müssen wir auch noch versuchen, unseren taktischen Plan für das Spiel bestmöglich umzusetzen“, so der Trainer.

Foto: Agentur Hübner

„Mit den Messern zwischen den Zähnen“

Mit dem VfL Bochum erwarten die Löwen einen „unberechenbaren Gegner“. Die Mannschaft von Trainer Gertjan Verbeek blieb zuletzt vier Mal in Folge ohne Gegentreffer. Dabei holten die Nordrhein-Westfalen aus den letzten sechs Spielen allerdings auch nur den Sieg gegen Fürth (1:0), nachdem es gleich fünf Remis gab. „Sie bekommen durch Verbeek immer wieder neue Reize und taktische Ausrichtungen“, hat Lieberknecht beobachtet.

Zuletzt war das eine mannbezogene Fünferkette, die schnell auch mal zu sechst agierte. „Da wird mit dem Messer zwischen den Zähnen (mannbezogen) verteidigt“, hebt Lieberknecht das Unangenehme der Bochumer heraus. „Da musst du erstmal Lücken finden und dich durchsetzen.“ Im Umkehrschluss habe Verbeek mit Peniel Mlapa, Johannes Wurtz oder Thomas Eißfeld schnelle Leute die aus sehr tiefen Positionen heraus sehr schnell umschalten können. Nach einem Sehenriss und Muskelproblemen steht die Rückkehr von Verteidiger Stefano Celozzi an. Der Ex-Braunschweiger Timo Perthel fehlt dagegen nach einer Knie-OP.  

Patrick Schönfeld teilte im offenen Gespräch mit: „Trainer, ich bin noch nicht bei 100%“. Foto: Agentur Hübner

„Haben alle Luft nach oben“

Personell kann Lieberknecht erneut aus dem Vollen schöpfen. Neben Marcel Correia (Saisonaus) trainierte Adam Matuschyk individuell und fehlt gegen Bochum. Patrick Schönfeld wird ebenfalls nicht auflaufen. Der Mittelfeldspieler hat zwar wieder mit trainiert, in einem Gespräch mit Trainer Lieberknecht winkte der 27-Jährige aber, noch nicht bei 100% zu sein. „Er hat mit seiner Oberschenkelverletzung zu kämpfen gehabt und ist noch nicht wieder auf dem Level, dass er von sich selbst erwartet.“

Eine Option im Sturm könnte Youngster Phillip Tietz darstellen. Der 19-Jährige machte zuletzt in der 2. Mannschaft mit vier Toren und einem Assist in zwei Spielen auf sich aufmerksam. „Er ist nicht vorgesehen für die U23. Ob er bei uns dabei ist, werden wir sehen“, hält sich Cheftrainer Lieberknecht bedeckt. 

„Als Stürmer musst du bei uns sehr viel für die Defensive tun. Deswegen haben wir diese Punkte in den letzten Wochen geholt, weil sie super arbeiten. Gleichzeitig bedeutete es aber auch, dass man diese Jungs aus dem Mittelfeld heraus und von der Aufteilung her unterstützen muss. Wir müssen sie in diese Positionen reinbringen. Insgesamt gehören da alle dazu. Gustav Valsvik könnte da auch mal an der Reihe sein, auch mal bei einem Standard mit seiner Größe ein Tor zu machen. Auch da haben wir Luft nach oben.“ Lieberknecht wünscht sich mehr Unterstützung für seine Angreifer.

Vier Tore in zwei Spielen: Phillip Tietz drängt sich auf. Foto: Agentur Hübner

 

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