Sparkassen Open: Das Sprungbrett der Tennis-Youngster

17. Juli 2017 von
Sieger Nicola Kuhn (links) und der Zweitplatzierte Viktor Galovic nach dem Finale. Foto: Moritz Eden

Braunschweig. Drei Jahre nach einem gewissen Alexander Zverev hat mit Nicola Kuhn erneut ein hoffnungsvolles, 17-jähriges Talent den Titel bei den Sparkassen Open im Braunschweiger Bürgerpark errungen. Aber auch andere Profis aus dem diesjährigen Teilnehmerfeld nutzten das Turnier zu einem Sprung in der ATP-Weltrangliste.


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„Die beste Woche meines Lebens“

Die erfolgreichste Woche in seiner noch jungen Profikarriere liegt hinter Nicola Kuhn. Der Spanier biss sich durch die Qualifikation, schlug den Portugiesen Goncalo Oliveira in Runde eins, ließ sich auch am „Doppelspieltag“ von Carlos Berlocq und Jozef Kovalik mit beeindruckender Hartnäckigkeit nicht beirren, bezwang anschließend den Ungarn Marton Fucsovics im Halbfinale und besiegte im Endspiel den stark aufspielenden Kroaten Viktor Galovic.

Dass Galovic aufgrund einer Oberschenkelverletzung aufgeben musste, dürfte Kuhns Freude nicht getrübt haben, lag er doch ohnehin bereits ein Break vor im abschließenden Satz. „Ich bin einfach sprachlos im Moment, das ist die beste Woche meines Lebens. Und ich bin froh, jetzt ein wenig Erholung zu bekommen und mich dann auf die nächsten Turniere vorzubereiten“, äußerte ein glücklicher Kuhn gegenüber atpworldtour.com.

Ein Quantensprung

Angesichts des Erreichens des Junioren-Finales bei den French Open im vergangenen Monat schien ein gutes Abschneiden des jungen Spaniers möglich, aber in dieser Form nicht zu erwarten. „Ich war physisch sehr gut vorbereitet, obwohl die zwei Matches an einem Tag wirklich hart waren. Ich habe gutes Tennis gespielt und war mental stark“, beschreibt Kuhn die Gründe für seinen Lauf zum Titel und ergänzt: „Ich hatte nicht erwartet, von der Qualifikation bis zum Titelgewinn zu marschieren. Im Laufe der Woche habe ich aber ein enormes Selbstvertrauen bekommen, das hat ungemein geholfen.“

Der Sieg über Galovic erlaubt dem gebürtigen Innsbrucker den Sprung um 259 Plätze in der Weltrangliste auf Rang 242 – das Erreichen der Top200 gibt Kuhn als persönliches Ziel für das Tennisjahr 2017 an. „Ich mag es auf der Challenger-Tour zu spielen. Es ist eine gute Herausforderung und gibt mir die Möglichkeit, die Qualifikationsrunde für die Australian Open im nächsten Jahr zu erreichen“, begründet der Jungstar seine Teilnahme an Turnieren wie den Sparkassen Open.

Wiedersehen im nächsten Jahr?

Eine Parallele zum deutschen Spitzenspieler Alexander Zverev (aktuelle Nummer elf der Welt), der seinen ersten Profititel 2014 ebenso in Braunschweig gewinnen konnte, lässt sich nicht nur anhand des Alter schwer leugnen. Kuhn ist hochtalentiert, in jungen Jahren schon mental sehr weit und dürfte in den kommenden Jahren weitere Plätze in der Rangliste klettern. Mehrere Schritte nach oben auf der ATP-Leiter konnte auch Finalgegner Viktor Galovic nehmen, der eine Woche zuvor bereits das Challenger in Recanati für sich entscheiden konnte. Er ist seit diesem Montag auf Rang 224 notiert (zuvor 491), Kuhns Halbfinal-Kontrahent Marton Fucsovics verbessert sich um zehn Plätze und steht erstmals in seiner Laufbahn in den Top100 (Platz 99).

Wieder einmal erweist sich das Braunschweiger Tennisturnier als Beschleuniger junger Karrieren und dürfte nicht nur deshalb weitere potentielle Top-Spieler anlocken. „Das ist ein tolles Turnier, das beste Challenger wie wir alle wissen. Hier ist alles klasse, insbesondere das Publikum – aber auch die Plätze. Es war ein Vergnügen auf dem Centre Court zu spielen“, erklärt Kuhn, der sich über ein Wiedersehen im kommenden Jahr freuen würde, sofern er dem Turnier nicht bereits entwachsen ist.

Wie im Traum: Nicola Kuhn neuer Sparkassen Open-Champion

Video: Nicola Kuhn und das Märchen von Braunschweig

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