Wende beim Box-Club 72: Viele Boxer kündigen, Rokohl startet

9. Januar 2018 von
Begrüßten Patrick Rokohl (2.v.l. ) und Bruder Mike (3.v.l) als Trainer: Präsident Michael Rasehorn (li.) und Schatzmeisterin Cordelia Heim. Die Vorstellung des Duo verlief nicht ohne Nebengeräusche. Foto: Frank Vollmer

Braunschweig. Am Montagabend wurde Patrick Rokohl beim Box-Club von 1972 offiziell als neuer Trainer vorgestellt. Die Begrüßung des Boxprofis geriet dabei ein wenig zur Nebensache: Nach der Kündigung der Trainer Thomas Meyer und Alan Kantimirov an Weihnachten folgte nun ein großer Teil der Leistungsträger des Vereins seinen alten Trainern und reichte die Kündigung ein. Künftig wird es zwei Boxvereine in der Löwenstadt geben.


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Künftig zwei Boxvereine in Braunschweig

Es war schon ein Statement, als etwa 20 bis 25 der aktiven Boxer des BC72 geschlossen in der Sporthalle Naumburgstraße erschienen und Michael Rasehorn ihre schriftlichen Kündigungen in die Hände drückten. Die Vereins-Austritte waren eine Reaktion auf einen offensichtlichen Alleingang des Vereinspräsidenten, der einen Tag vor Weihnachten die Reißleine gezogen hatte und die Trainer Thomas Meyer und Alan Kantimirov entlassen hatte. „Zwischen dem Vorstand und der Sportlichen Leitung hat es nicht mehr gepasst“, erklärte Michael Rasehorn sein Vorgehen und ergänzte: „Wir wollen neue Wege gehen. Wir werden das verkraften und den Neuanfang durchstehen.“

Nun, bei der offiziellen Vorstellung des neuen Trainers Patrick Rokohl gab es die erwartete Quittung. Böses Blut teilte keine der beiden Seiten aus. Alle Beteiligten verhielten sich nach außen ruhig und fair. „Uns ist egal, was da vorgefallen ist. Wir stehen zu Thomas und Alan“, sagte Landesmeister Nico Kolczak, einer der Boxer, die den Verein verlassen werden. „Die Jungs haben alleine entschieden, das so zu machen“, erklärte Thomas Meyer später nicht ohne Stolz am Telefon und ergänzte: „Vielleicht war das jetzt auch mal nötig. Nach zehn Jahren wird es Zeit für einen Neuanfang.“ Meyer und Trainerkollege Kantimirov blicken dementsprechend nach vorne und wollen in absehbarer Zeit einen neuen Braunschweiger Boxverein ins Leben rufen. Noch stehen ihre Planungen ganz am Anfang. „Wir haben noch nicht einmal eine Halle, wo wir trainieren können“, sagte der 46 Jahre alte Boxtrainer. Doch der Plan stehe fest. Konkurrenz belebe bekanntlich das Geschäft. 

Etwa 20 bis 25 Boxer erklärten ihren Austritt aus dem Verein noch am gleichen Abend. Foto: Frank Vollmer

Rokohl nimmt offiziell Training auf

An diesem Montagabend geriet so die Vorstellung von Patrick Rokohl ein bisschen zur Nebensache. Dabei ist nicht nur Michael Rasehorn froh, so schnell einen erfahrenen Trainer für den Neuanfang gefunden zu haben. Der 29-Jährige stieg einst seit 2000 selbst für den BC72 in den Ring, lernte das Boxen dort von der Pieke auf, bevor er Profi wurde. „Ich wollte nicht, dass der Verein ganz geschlossen wird“, sagte Rokohl, während er die erste Trainingseinheit mit den verbliebenen Boxern leitete. „Es wäre wohl so gekommen, wenn sie keinen neuen Trainer gefunden hätten.“

Als Rasehorn anrief, habe er sich sofort bereiterklärt, den Verein zu unterstützen. „Das Ziel ist es nun, auch langfristig etwas aufzubauen.“ Vielleicht könne man noch in 2018 eine Veranstaltung ins Leben rufen. Seit kurzem sei es immerhin möglich, dass Profis und Amateure gemeinsam bei Events boxen. „Braunschweig war früher einmal eine Boxstadt und ich denke es wird auch wieder eine Boxstadt werden“, blickte Rokohl voraus. Mit zwei Vereinen sieht die Zukunft des Boxsport in der Löwenstadt vielleicht gar nicht so dunkel aus, wie es an diesem Montagabend ein wenig den Anschein machte.

Erste Einheit mit Patrick Rokohl. „Wir werden das schaffen“, sagt Rasehorn. Foto: Frank Vollmer

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