0:2-Herbstblues in Bayern: Eintracht weiter sieg- und torlos

6. Oktober 2019 von
Patrick Kammerbauer enttäuscht: Wieder nichts Zählbares für Eintracht Braunschweig. Foto: Agentur Hübner/Archiv
München/Braunschweig. Eintracht Braunschweig bleibt weiter glücklos. Am 11. Spieltag unterlag die Mannschaft von Trainer Christian Flüthmann mit 0:2 (0:1) bei der Reserve des FC Bayern München und haderte dabei vor allem mit hochkarätigen Fehlschüssen im ersten Durchgang.

„Momentan ist der Wurm drin“

Martin Kobylanski brachte es nach dem Spiel am Mikrofon bei Magentasport auf den Punkt: „Momentan ist bei uns der Wurm drin!“ Nach einem traumhaften Saisonstart ist derzeit Herbstblues angesagt. Auch das vierte Ligaspiel in Folge konnte die Mannschaft von Trainer Christian Flüthmann trotz hoher Einsatzfreude nicht für sich entscheiden, hat in diesem Zeitraum gerade einmal zwei Zähler eingefahren und trotz zahlreicher hochkarätiger Möglichkeiten nur ein mageres Tor erzielt. So geht man mit einer 0:2-Pleite bei der Reserve des FC Bayern München in die Länderspielpause.

Steffen Nkansah (Erkältung), Yari Otto und Nick Proschwitz (beide Bank) blieben gegenüber dem Remis gegen Halle zunächst draußen. Dafür erhielten Manuel Schwenk, Martin Kobylanski und Marcel Bär das Vertrauen des Trainers von Beginn an. Bei den Bayern-Bubis warf Trainer Sebastian Hoeneß mal eben mit den Profi-Leihgaben Michael Cuisance und Alphonso Davies 27 Millionen Euro Marktwert ins Rennen. Die zuletzt starken Oliver Batista Meier und Marcel Zylla saßen auf der Bank. Der Kommentar von Braunschweigs Sportdirektor Peter Vollmann: „Das würden wir genauso machen, wenn wir die Möglichkeiten hätten.“

Löwen vorne dreifach glücklos, Dajaku trifft

Eines steht fest: An den blau-gelben Fans lag es nicht. Etwa 1.500 waren mit in den Süden gereist, um ihre Löwen in einem Drittligaspiel zu unterstützen, das komplett auf eine Abtastphase verzichtete. Im Schatten des Münchner Oktoberfestes fand zunächst die Hoeneß-Elf tepmoreich und über die Außenbahnen statt. Nach sechs gespielten Minuten hatte die Eintracht bereits drei Ecken abwehren müssen.

Mit einem ungewollten Geschenk von FCB-Keeper Christian Früchtl direkt in die Füße von Patrick Kammerbauer (10.) folgten 180 extrem offensivstarke, aber auch extrem glücklose Sekunden für die Gäste. Der 22-Jährige nutzte seine 100-prozentige Topchance aus kurzer Entfernung aber ebenso wenig, wie Manuel Schwenk wenig später nach toller Kobylanski-Vorarbeit aus spitzem Winkel vorbei schoss (12.) oder Routinier Benjamin Kessel mit einem satten Strich, den Früchtl gerade noch so ins Toraus bugsieren konnte (13.).

Während die Löwen nicht trafen, bestrafte Leon Dajaku per Konter und Querpass von Kwasi Wriedt die Braunschweiger Fehlschüsse eiskalt und überwand Jasmin Fejzic am rechten Pfosten flach mit dem 1:0 (15.). Die Gäste wirkten geschockt und benötigten ein paar Minuten, während die Münchner Reserve sich immer mehr Spielkontrolle erarbeitete. Orhan Ademi schnappte sich nach einer halben Stunde den Ball von Derrick Köhn an der Torauslinie und fand auch Marcel Bär. Dessen Flanke wurde aber abgewehrt. Gegen Ende dieser interessanten ersten Hälfte wirkte das Braunschweiger Spiel wieder etwas gefestigter, der Rückstand war jedoch mehr als unnötig. 

Eintracht-Coach Christian Flüthmann will nicht von einer Drucksituation reden. Foto: Agentur Hübner/Archiv

Kein Löwenpunch, spätes Dajaku-Doppelpack

Die Gäste hatten sich für die zweite Spielhälfte einiges vorgenomen, starteten energisch und liefen früh an. Das große Manko blieb bestehen: Die Flüthmann-Elf erspielte sich Strafraumszenen, nutzte die aber nicht. Robin Ziegele versuchte es zunächst aus 30 Metern (50.). Sieben Minuten später prüfte Bär nach einer butterweichen Kijewski-Flanke FCB-Schlussmann Früchtl. Der gebürtige Gifhorner bekam eine Viertelstunde vor dem Abpfiff eine weitere gute Gelegenheit, wurde aber zentral geblockt (75.). 

Flüthmann wechselte offensiv, brachte erst Nick Prochwitz für den heute wirkungslosen Ademi (59.) und kurz darauf Mike Feigenspan für Schwenk (70.). Dazwischen lenkte Fejzic einen flatterhaften Distanzschuss von Köhn über den Querbalken (68.). Die teilweise platt wirkenden Hausherren hätten bei einem ihrer seltenden Nadelstiche über den eingewechselten Oliver Batista Meier fast das 2:0 erzielt, doch Torjäger Wriedt kam eine Zehenlänge zu spät (85.).

Braunschweig wollte in der Schlussphase den Ausgleich erzwingen, doch auch der eingewechselte Leandro Putaro (83. für Kammerbauer) blieb ohne Fortune. Stattdessen feierten die Heimfans Leon Dajaku für seinen persönlichen Doppelpack. Bei einem Freistoß in der Nachspielzeit war Fejzic mit nach vorne geeilt. Braunschweig verlor den Ball, Dajaku sprintete los und netzte aus 50 Metern ins leere Tor zum 2:0 (90.+4) – gleichzeitig der Endstand.

„Wir reden nicht über eine Drucksituation“

„Wir haben die Chancen und spielen die auch gut heraus“, haderte Martin Kobylanski nach dem Spiel mit der Chancenausbeute: „Im Endeffekt machen wir die Tore nicht. Wir haben gerade in der zweiten Halbzeit viel den Ball gehabt. Davon können wir uns auch nichts kaufen.“

Trainer Christian Flüthmann stellte sich vor allem vor seine Mannschaft: „Dass wir die Torchancen liegen lassen ist unser großes Manko. Das ist bitter für die Mannschaft und bitter für mich, weil die Jungs alles umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen haben.“ Die Mannschaft nehme sich viel vor, müsse aber die eigenen Chancen auch nutzen. „Wir reden hier nicht von einer Drucksituation“, betonte der 37-Jährige und hob hervor: „Wir wissen, gegen wen wir in den letzten beiden Spielen gespielt haben. Wir versuchen, es von Spiel besser zu machen. Heute haben wir den Ball und den Gegner laufen lassen, aber wir nutzen die Chance nicht.“

Eintracht Braunschweig hält in der Tabelle Platz 3, weil auch die Konkurrenz auf der Stelle tritt. Einfacher werden die kommenden Aufgaben nicht: Nach der Länderspielpause empfängt man am Samstag, dem 19. Oktober (14.00), den Tabellenführer SpVgg Unterhaching. Zuvor testet blau-gelb am 10. Oktober (17.30) gegen den HSV. Für Martin Kobylanski kommt die Spielpause gerade recht: „Die Pause tut uns gut, dass wir mal durchatmen und entspannen können.“

Zahlen & Fakten

FC Bayern München II: Früchtl – Richards, Feldhahn, Mai, Köhn – Welzmüller, Singh, Dajaku, Cuisance (78. Zylla), Davies (75. Meier) – Wriedt (90.+2 Kern) Trainer: Sebastian Hoeneß

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Kessel, Becker, Ziegele, Kijewski – Wiebe, Bär, Kammerbauer (83. Putaro), Kobylanski – Ademi (58. Proschwitz), Schwenk (70. Feigenspan) Trainer: Christian Flüthmann

Torfolge: 1:0 Leon Dajaku (15. Wriedt), 2:0 Leon Dajaku (90.+4)

Die Stimmen zum Spiel

Martin Kobylanski: „Momentan ist bei uns der Wurm drin!“

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