1:3! Eintracht Frankfurt zeigt dem VfL die Grenzen auf

20. Januar 2018 von
Marius Wolf (Mitte) legte gegen die Wölfe doppelt vor. Fotos: Agentur Hübner
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Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg hat am Sonnabendnachmittag die zweite Heimpleite der Saison hinnehmen müssen. Gegen Eintracht Frankfurt unterlag die Elf von Trainer Martin Schmidt verdient mit 1:3 (0:2). Laundry Dimata sah dabei Gelb-Rot. Nun droht erneut Abstiegskampf.


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Erster SGE-Sieg in Wolfsburg seit 2012

Dreimal in Folge hatte Nico Kovac – je ohne eigenen Treffer – mit Frankfurt gegen den VfL Wolfsburg verloren. Am 19. Spieltag endete diese Serie für die nunmehr beste Auswärtsmannschaft der Liga (6 Siege). Dabei kam den Hessen eine desolate Vorstellung ihrer sonst so heimstarken Gastgeber sehr gelegen. Mann des Tages wurde bezeichnenderweise Frankfurts Marius Wolf. 

Wolf beißt Wölfe

VfL-Coach Martin Schmidt musste mit dem jungen Belgier Laundry Dimata Kreativzentrale Daniel Didavi ersetzen, der wegen Knieproblemen gar nicht erst im Kader war. Bei der SGE ersetzte Simon Falette nach Gelbsperre Marco Russ (Fersenprobleme). Ante Rebic stürmte für Hrgota (Bank). 

Nach einer ausgeglichenen Anfangsviertelstunde schlugen die Gäste aus der Mainmetropole eiskalt doppelt zu. Herausragend im Team von Trainer Kovac: Der Ex-Hannoveraner Marius Wolf, der bei beiden Treffern den vorletzten Pass spielte. Scheiterte Sebastian Haller eben noch vor Koen Casteels (17.), wurde er nun über Wolfsburgs linke Abwehrseite hervorragend von Wolf bedient, schirmte das Spielgerät gegen Marcel Tisserand ab und drehte sich im Schuss um den Wolfsburger Innenverteidiger herum. Casteels war aus neun Metern chancenlos (18.). 

Keine vier Minuten später legte erneut Wolf, aus einem Konter heraus, die Kugel lang hinter der VfL-Abwehrreihe quer und fand Timothy Chandler, der weder Mühe noch Not hatte, das 0:2 über die Linie zu drücken (22.). Die Gastgeber wirkten geschockt, bekamen die PS bis zum Pausenpfiff nicht mehr auf den Rasen. Ein Schuss von Josip Brekalo war keine echte Herausforderung für Lukas Hradecky im Tor der Eintracht (28.), die immer wieder über Konter zu Abschlüssen kam. Das 0:2 zur Pause war doch recht schmeichelhaft für die Schmidt-Elf, die gegen bissige Frankfurter jede Antwort schuldig blieb. 

Hammer Arnold folgt Bärendienst Dimata

Josip Brekalo blieb zur Pause in der Kabine. Für ihn kam Winterzugang Renato Steffen. Malli schob nach links, Steffen beackerte fortan die rechte Seite. Die erste Chance nach dem Seitenwechsel gehörte jedoch Kevin Prince Boateng, der mit einem Schuss von halbrechts Casteels prüfte (50.). Vier Minuten später erfolgte der beste Angriff des VfL Wolfsburg über die gesamten 90 Minuten. Doch war es auch nicht der Tag von Divock Origi. Der Angreifer zog überhastet ab, statt den besser positionierten Yunus Malli in Szene zu setzen (54.). Die Partie geriet körperlicher, wurde zerfahrener. Der gute Schiedsrichter Markus Schmidt sah sich beiderseitig gezwungen, einige Verwarnungen auszusprechen.

Über einen Standard fand der VfL Wolfsburg zurück ins Spiel, schwächte sich dann aber umgehend selbst: Maximilian Arnold hämmerte den Ball von der rechten Strafraumkante sehenswert ins lange Eck (67.). Dem absoluten Traumtor folgte ein absolut unnötiges Foul von Dimata, der dafür mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde. Schmidt brachte Yannick Gerhardt für William, stellte um auf Dreierkette (75.). Eine echte Torchance erspielte sich das Team des Schweizers jedoch nicht mehr. Stattdessen sorgte Joker Luka Jovic fünf Minuten vor dem Ende per Kopf für den 1:3-Endstand, der auch in der Höhe verdient war. 

Martin Schmidt ist nun gefragt. Baut der Schweizer sein Team auf oder um? Foto: Agentur Hübner

„Müssen jetzt ruhig bleiben!“

„Heute haben ein paar Prozent gefehlt. Das wird in der Bundesliga gnadenlos bestraft“, konstatierte ein enttäuschter Maximilian Arnold nach dem Spiel bei Sky, forderte aber auch: „Wir müssen jetzt ruhig bleiben und weiter daran arbeiten, es besser zu machen!“

Nach der ersten Heimniederlage unter Martin Schmidt schlingert der VfL Wolfsburg wieder bedenklich in Richtung Tabellenkeller. Am kommenden Sonntag (18 Uhr) können es die Grün-Weißen bei Aufsteiger Hannover 96 besser machen. Josuha Guilavogui (5. Gelbe) und Laundry Dimata werden dabei gesperrt fehlen. 

Zahlen & Fakten

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Tisserand, Uduokhai, William (76. Gerhardt) – Guilavogui (85. Osimhen), Arnold – Malli, Brekalo (46. Steffen) – Dimata, Origi Trainer: Martin Schmidt

Eintracht Frankfurt: Hradecky – Salcedo, Hasebe, Falette – Wolf, Mascarell, Chandler (86. Willems) – Boateng, Gacinovic (77. Fernandes) – Haller, Rebic (76. Jovic) Trainer: Martin Schmidt

Torfolge: 0:1 Sebastian Haller (18. Wolf), 0:2 Timothy Chandler (22. Wolf), 1:2 Maximilian Arnold (67.)  1:3 Luka Jovic (85. Haller)

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