3:0 am Betzenberg! Flüthmann wechselt den Löwen-Sieg ein

18. August 2019 von
3:0 am Betzenberg! Sowas gab es seit einem 3:1 am 33. Spieltag 76/77 nicht mehr. Fotos: Kleer/Täger
Kaiserslautern/Braunschweig. Eintracht Braunschweig hat eine deutliche Reaktion auf die erste Saison-Pleite gezeigt. 20.494 Zuschauer sahen am 5. Spieltag im Fritz-Walter-Stadion ein intensives Spiel mit einer am Ende reiferen Eintracht, die dank Mike Feigenspan, Leandro Putaro und Nick Proschwitz mit 3:0 gewann. Vielversprechend auch das Debüt von Alfons Amade in blau und gelb. 

Ohne Fejzic und Becker

Wiederholt hatte Christian Flüthmann in den letzten Tagen betont, dass sein Team die drei Spiele vor dem Duisburg-Ausrutscher allesamt gewonnen hatte. Der Braunschweiger Cheftrainer sollte mit seiner Einschätzung recht behalten: Die Mannschaft des 37-Jährigen nahm den Erfolgsfaden am „Betzenberg“ wieder auf und bescherte nicht nur seinen etwa 1.000 mitgereisten Fans eine der spaßigsten Auswärtsfahrten der jüngeren Vergangenheit.

Personell musste Flüthmann dabei auf Torhüter Jasmin Fejzic (grippaler Infekt) und kurzfristig auch auf Robin Becker verzichten. Marcel Engelhardt und Mike Feigenspan begannen dafür gegen das Mit-Gründungs-Mitglied der Bundesliga. Ein extrem vielversprechendes Debüt lieferte dabei auch Alfons Amade, der mit zwei Assists inklusive eines erzwungenen Handelfmeters zu einem der Akteure dieser Partie avancierte, die von den Einwechslern entschieden wurde.

„Matchplan voll aufgegangen“

„Unser Matchplan ist vor allen in der ersten Halbzeit voll aufgegangen“, gab Christian Flüthmann nach dem Spiel bei Magenta Sport zu Protokoll. Dieser Plan lautete vor allem, die Lauterer Euphorie nach dem Pokalsieg gegen Mainz von Beginn an einzudämmen. Die Anfangsphase gehörte bei heiß-schwülen Temperaturen deutlich den Gästen aus Niedersachsen, die das Zentrum dicht machten und über ihr aggressives Anlaufverhalten früh Bälle eroberten. Marcel Bär setzte nach einem langen Pass von Steffen Nkansah die erste Duftmarke (4.). Nach einem langen Einwurf von Niko Kijewski kam der Ball zu Martin Kobylanski, der es in aussichtsreicher, zentraler Position aus der zweiten Reihe versuchte (6.).

Wenig später war Nick Proschwitz gleich mehrfach zur Stelle, haderte aber, als er erst eine frühe Flanke von Benjamin Kessel am Tor vorbei setzte (10.), dann bei einer Kijewski-Flanke den Moment verpasste (15.), kurz darauf – erneut von Kessel inszeniert – einen Schritt zu spät gegen Lennart Grill kam (18.) und schlussendlich Lauterns Schlussmann mit einem Schuss von rechts noch einmal prüfte (24.).

Allmählich fand auch die Mannschaft von Sascha Hildmann in die Partie und die Heimfans sahen den ersten Abschluss ihrer Mannschaft. Das überhastete Schüsschen von Shootingstar Florian Pick war aber noch keine Prüfung für den heute sicheren Rückhalt Engelhardt. Linkaußen Pick versuchte es nach einer knappen halben Stunde mit einem Lauf durch das Braunschweiger Hoheitsgebiet, traf bei seinem Versuch aus gut 25 Metern aber den Ball nicht richtig (30.).

Die Partie gestaltete sich bis zur Pause offener, aber ohne weitere nennenswerte Torabschlüsse – auch weil der aufmerksame Engelhardt nach einem guten Konter vor Thiele am Ball war (42.) und Proschwitz bei Herchers Abschluss nach einer Ecke den Fuß reinhielt (44.). Direkt vor der Pause rettete Engelhardt noch einmal weit außerhalb seines Strafraumes in Neuer-Manier per Kopf vor Philipp Hercher.

Die Schicksals-Minute 50

Nach dem Seitenwechsel stand das Spiel in der 50. Spielminute bei mehreren kuriosen Szenen in Folge extrem auf der Kippe: Erst fand Florian Pick von links aus keinen Abnehmer, es gab jedoch Ecke für die Gastgeber. Der Eckball rauschte an allen vorbei zum langen Pfosten, wo Christian Kühlwetter allzu überrascht am verwaisten Tor vorbei schoss. Sekunden später eilte Mike Feigenspan schon wieder über den gesamten Platz allen davon, hatte dann aber keine Luft mehr für den Torabschluss. 

Jetzt kam Hoffenheim-Leihgabe Alfon Amade für den angeschlagenen Kessel (Oberschenkel) ins Spiel (52.). Der 19-Jährige fügte sich als belebendes Element nahtlos ein. Zur rechten Zeit, denn auch Kaiserslautern versuchte nun, durch noch intensivere Spielweise zum Erfolg zu kommen, wie der gerade eingewechselte Skarlatidis mit einem Hammer von der rechten Strafraumecke nachwies (58.). 

Flüthmann wechselt den Sieg ein

Wie aus dem Nichts erfolgte die Braunschweiger Führung: Proschwitz sicherte im 16er den Ball, legte links raus zu Amade, der die Situation selbst eingeleitet hatte. Der Deutsch-Mosambikaner flankte in den Strafraum, wo Feigenspan ungehindert die Kopfball-Bogenlampe ins lange Eck ansetzen durfte (70.). 

Auf einmal lief alles bei den Gästen. Der eingewechselte Danilo Wiebe durchschnitt mit einem feinen Steilpass das gesamte Lauterer Mittelfeld und fand den ebenfalls gerade ins Spiel gekommenen Lenadro Putaro. Der 22-Jährige lief ein paar Meter und legte den Ball flach an Grill vorbei (76.). 

Zwei Minuten nach dem 0:2 folgte ein zumindest diskutabler Handelfmeter für Braunschweig: Amade zog beherzt ab, traf statt des Tores aber den Arm oder die Schulter von Matuwila. Proschwitz kam so vom Punkt doch noch zu seinem Premierentreffer in einem Pflichtspiel für die Löwen (78.). Das 3:0 war die Entscheidung. Kobylanski versuchte es in den Schlussminuten noch einmal mit einem frechen Heber aus gut 50 Metern. 

Eintracht Braunschweig steht nach fünf Spielen damit punktgleich mit dem MSV Duisburg auf dem 3. Tabellenplatz. Am kommenden Samstag (14.00) sind die Würzburger Kickers zu Gast an der Hamburger Straße. 

Zahlen & Fakten

1. FC Kaiserslautern: Grill – Schad, Sickinger, Matuwila, Hercher – Bachmann, Hemlein (56. Skarlatidis), Kühlwetter (79. Jonjic), Starke, Pick – Thiele Trainer: Sascha Hildmann

Eintracht Braunschweig: Engelhardt – Kessel (52. Amade), Ziegele, Nkansah, Kijewski – Nehrig, Pfitzner (58. Wiebe), Bär, Kobylanski, Feigenspan (71. Putaro) – Proschwitz Trainer: Christian Flüthmann

Torfolge: 0:1 Mike Feigenspan (70. Amade), 0:2 Leandro Putaro (76. Wiebe), 0:3 Nick Proschwitz (78. HE).

Das Spiel in Bildern

Spiel in Bildern: 1. FC Kaiserslautern – Eintracht Braunschweig

Stimmen zum Spiel

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