4:2-Spektakel zum Auftakt: Die Löwen und ihre neuen Helden!

20. Juli 2019 von
Mit drei Toren überragte er alle: Martin Kobylanski (2.v.l.). Fotos: Michael Täger.
Magdeburg/Braunschweig. Auftakt nach Maß! Eintracht Braunschweig hat zum Ligastart mit 4:2 (3:1) bei Zweitliga-Absteiger 1.FC Magdeburg gewonnen. In einem Spiel mit zwei krass unterschiedlichen Halbzeiten avancierte Neuzugang Martin Kobylański mit drei Toren zum Mann des Tages.

Martin und der Bär

Martin Kobylański scheint ein echter Volltreffer für Eintracht Braunschweig. Gleich in seinem ersten Pflichtspiel für die Löwen traf der Neuzugang beim 1. FC Magdeburg dreifach und versüßte seinem Trainer Christian Flüthmann die Premiere als Profitrainer mit dem ersten Sieg.

„Ich war gestern abend und heute morgen im Hotel und hab viel und mit vielen Leuten geredet und gesagt: ‚Wenn ich ein Tor beim Debüt für die Eintracht machen würde, das wäre schon brutal!‘ Ich habe auch gesagt: ‚Ich würde ganz gern in den ersten zehn Minuten treffen, dass es für mich nicht ganz so verkrampft verläuft‘“, präsentierte sich der 24-Jährige Löwen-Zuwachs nach dem Spiel federleicht vor der Kamera der ARD.

In dem total verrückten, emotionalen und temporeichen Auftakt sahen die 1.700 mitgereisten Braunschweiger Fans schon nach sechs Minuten, wie der ebenfalls extrem starke Marcel Bär Mitspieler Kobylański mit einem Traum-Steilpass in Spielmacher-Manier zentral suchte. Der 25-Jährige Ex-Preuße musste nur noch einschieben (7.). Die Braunschweiger Führung hatte nach einem kapitalen Bock von Robin Becker zwar nur knapp fünf Minuten Bestand, weil Christian Beck im Zusammenspiel Sören Bertram den ersten Treffer der Gäste quasi kopierte (12.), doch waren es erneut Bär und Kobylański, die in der 18. Spielminute Präzision bewiesen. Die frühe Bär-Flanke von rechts köpfte Kobylański dabei mit dem Rücken zum Tor an Magdeburgs Schlussmann Alexander Brunst vorbei ins lange Eck.

Jetzt klappte irgendwie alles bei den wie befreit aufspielenden Braunschweigern, die kompakt – genau wie Magdeburg im 4-2-3-1 spielend – auch die entscheidenden Zweikämpfe gewannen. Die Hausherren setzten gelegentliche Nadelstiche wie Mario Kvesic, der das Außennetz traf (28.). Vier Minuten später verhalf sogar die Kreidelinie um den gegnerischen 16er den Löwen zum Torerfolg. Jasmin Fejzic schlug den Ball ganz weit nach vorne. Auf halblinks lief Bär durch, FCM-Keeper Brunst verschätzte sich gravierend, als der Ball die Strafraumlinie traf und segelte an der Kugel vorbei, die Bär geschickt ins leere Tor köpfte (32.).

Marcel Bär köpft zum 1:3 ein. Foto: Michael Täger

Slapstick-Einlage bringt Magdeburg zurück

Nach dem Seitenwechel lief auf Braunschweiger Seite Mike Feigenspan für Leandro Putaro auf, der Kreislaufprobleme gehabt hatte. Die Hausherren dagegen kamen mit viel Wut aus der Kabine. Mario Kvesic setzte einen ersten Warnschuss in Richtung Fejzic ab. Auf der anderen Seite rutschte Kobylański eine Direktabnahme aus kurzer Distanz ab (50.).

Dann folgte die Situation, die den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen drohte: Jasmin Fejzic lief auf einen langen Ball zu, hatte ihn schon fast gefangen, als er von Mitspieler Steffen Nkansah unterlaufen wurde und das Spielgerät fallen ließ. Christian Beck ließ nicht lang bitten und netzte zum 2:3 (51.). Der Europapokalsieger von 1974 war wieder voll da und hatte auch das Momentum auf seiner Seite. Bitter für Fejzic: Der Bosnier musste auf einer Trage aus dem Stadion gebracht werden und mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden. Für ihn kam Marcel Engelhardt zu seinem 14. Drittliga-Einsatz.

In der Folge entwickelte sich ein recht zerfahrenes Spiel. Die Blau-Gelben igelten sich bei immer noch sommerlichen Temperaturen ein, der. 1.FC Magdeburg fand keine Mittel, um das Braunschweiger Bollwerk zu durchbrechen. FCM-Coach Stefan Krämer brachte daraufhin Kwadwo und Ernst für Bertram und Chahed. Bei Aktivposten Bernd Nehrig war ebenfalls Schluss, für ihn kam Danilo Wiebe (72.).

Die Blau-Weißen versuchten immer wieder, über die Eingewechselten schnell ganz außen durchzubrechen. Einen Tempolauf von Kwado stoppte Nkansah gerade noch so im eigenen Strafraum (74.). Wenig später klärte Becker eine flache Hereingabe von der anderen Seite, die Ernst getreten hatte. Erst in der Schlussphase kam Eintracht Braunschweig wieder zu mehr Ballbesitz und somit zu etwas Entlastung.

Kapitaler Fehler bei der Eintracht: Christian Beck ist Nutznießer. Foto: Michael Täger

Rother sieht Rot

Bei schwindenden Kräften unterliefen den Protagonisten in dem intensiven Spiel nun Fehler. Björn Rother mähte von hinten Proschwitz um und sah dafür zurecht Rot (84.). Magdeburgs Assistenztrainer Silvio Bankert musste kurz darauf ebenfalls mit Rot den Innenraum verlassen – er hatte den am Boden liegenden Bär absichtlich angeschossen. 

Es blieb bis zum Schlusspfiff hochintensiv: Kaum zwei Minuten später bügelte Brunst einen Riesenbock von Ernst aus und hinderte Bär am 2:4. Doch Eintracht Braunschweig hatte noch den Mann, auf den heute einfach Verlass war: Martin Kobylański hämmerte kurz vor dem Ende der sieben Minuten (!!) Nachspielzeit eine Konter-Hereingabe von Feigenspann zum 2:4 in die Maschen – die Entscheidung in diesem Spiel und die ersten drei Punkte für Eintracht Braunschweig in der neuen Saison.

„Ich glaube bei der Mannschaftsleistung ist noch Luft nach oben“, sagte Spielheld Kobylański nach dem Abpfiff, „aber ich glaube auch, wenn du vier Tore auswärts in Magdeburg machst, dann kannst du dir als Team auf die Schultern klopfen und sagen: Chapeau, verdient!“

„Vom Spielverlauf her war es brutal schwierig. Wie man gesehen hat, sind wir auch sehr viel hinterher gelaufen und haben uns sehr  auf die Defensive konzentriert. Mit Roter Karte, Roter Karte für den Assistenz-Trainer und vielen Toren war schon alles mit dabei. So einen Start hatten wir uns irgendwie auch gewünscht.“ Christian Flüthmann im Ersten

Gelungene Premiere für Christian Flüthmann. Foto: Michael Täger

Zahlen & Fakten

1.FC Magdeburg: Brunst – Chahed (72. Ernst), Rother, Müller, Perthel – Gjasula (87. Harant), Preißinger, Costly, Kvesic – Bertram (72. Kwadwo), Beck Trainer: Stefan Krämer

Eintracht Braunschweig: Fejzic (53. Engelhardt) – Kessel, Nkansah, Becker, Kijewski – Pfitzner, Nehrig (72. Wiebe), Bär, Kobylański, Putaro (46. Feigenspan) – Proschwitz Trainer: Christian Flüthmann

Torfolge: 0:1 Martin Kobylański (7. Bär), 1:1 Sören Bertram (12. Beck), 1:2 Martin Kobylański (18. Bär), 1:3 Marcel Bär (32. Fejzic), 2:3 Christian Beck (52.), 2:4 Martin Kobylański (90.+7 Feigenspan)

Die Stimmen zum Spiel

Debütant Flüthmann: „So einen Start hatten wir uns gewünscht!“

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: sport@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-19
Anzeigen