5:8! Irre Grizzlys-Niederlage – ERC kontert mit sechs Toren

21. Januar 2018 von
Fabio Pfohls (Nummer 95) Alleingang änderte nichts mehr an der Niederlage. Foto: imago/foto2press

Wolfsburg. Am 44. Spieltag der DEL mussten die Grizzlys Wolfsburg die vierte Niederlage in Folge hinnehmen. Am Sonntagabend unterlag der Vizemeister in einer teils kuriosen und dramtischen Partie dem ERC Ingolstadt mit 5:8 (1:1, 3:1, 1:6). Nach einer Zwei-Tore-Führung kassierten die Gastgeber sechs Gegentreffer alleine im letzten Drittel.


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Noch immer ohne Foucault und Wurm

Personell gab es keine Veränderungen zur letzten Partie. Die Grizzlys mussten nach wie vor auf Kris Foucault, Armin Wurm und Marcel Ohmann verzichten. Foucault fehlt voraussichtlich noch bis zur Olympiapause, Wurm steht möglicherweise am kommenden Dienstag wieder im Kader. Ohmanns Rückkehr ist bislang unklar.

Höhenleitner mit Traumtor

Kämpferisch und defensiv betont ging es in die Begegnung. Ein geordneter Spielaufbau kam auf beiden Seiten nur selten zustande. Die Kontrahenten störten sich früh, Torschüsse blieben damit vorerst Mangelware. In den ersten Überzahlspielen sah es nicht anders aus. Wolfsburg verteidigte mit einem Mann weniger souverän (7.), verpasste es auf der anderen Seite jedoch, aus einem doppelten Powerplay etwas herauszuholen (11.). Wenige Minuten vor Schluss des Anfangsdrittels drückten die Panther die Hausherren kurzfristig in ihr Drittel zurück. Dort kam Michael Collins relativ unbedrängt zum Schuss, die Scheibe rutschte durch Jerry Kuhns Schoner ins Netz. 0:1 (17.) nach Videobeweis.

Doch die Niedersachsen hatten unmittelbar darauf eine Antwort parat: Fabio Pfohl brachte das Hartgummi ins Angriffsdrittel, spielte dort zu Robbie Bina, der für Christoph Höhenleitner auflegte. Der Stürmer jagte das Spielgerät hinter dem Rücken durch die eigenen Beine zum 1:1 (19.) in die Maschen – unhaltbar für Timo Pielmeier im Kasten des ERC.

Grizzlys drehen auf

Stürmisch ging es in den Mittelabschnitt. Zweimal landete die Scheibe im Ingolstädter Netz, doch beide Male zählte der Treffer wegen angeblicher Torhüterbehinderung nicht (21.). Doch nun waren die Grizzly heiß und feuerten weiter auf Pielmeiers Gehäuse. Höhenleitner legte für Kamil Kreps auf und der Ex-NHL-Spieler donnerte die Scheibe unter die Latte. Diesmal zählte der Treffer zum 2:1 (23.). Nun zündeten die Gastgeber den Turbo und leiteten einige schnelle Angriffe ein. Auf der Gegenseite gab sich auch das Roadteam nicht geschlagen und drückte auf den Ausgleich.

Dieser gelang schließlich auf kuriose Art und Weise. Während das Spiel bereits abgepfiffen schien, schob Darin Olver die Scheibe über die Linie. Der Unparteiische entschied auf 2:2 nach Videobeweis (33.) – das Wolfsburger Publikum tobte! Doch die Automobilstädter ließen sich davon keineswegs aus der Ruhe bringen und antworteten mit einem Doppelpack: In zweifacher Überzahl gelang der langersehnte Powerplay-Treffer. Dabei schlug Kreps nach einer gelungenen Passkombination mit seinem Tor zum 3:2 (36.) erneut zu. Fabio Pfohl machte es ihm nur 40 Sekunden später, noch immer in Überzahl, nach, nutzte die allgemeine Verwirrung und legte das 4:2 (36.) per Nachschuss oben drauf.

ERC lässt es sechsmal krachen

Nun hatten die Schwarz-Orangen Pech. Ingolstadt erzielte den Anschlusstreffer zum 4:3 (43.), dabei kullerte Kuhn der Puck zwischen den Schonern durch – ein Schuss, der für den Deutsch-Amerikaner normalerweise kein Problem darstellt. Damit nicht genug, klingelte es nicht lange danach erneut im Wolfsburger Kasten. Im Powerplay netzte David Elsner den 4:4-Ausgleich (46.) ein. 

Von der Dominanz des zweiten Drittels war seitens der Grizzlys nun nichts mehr zu sehen. Nachdem minutenlang auf beiden Seiten nicht viel passierte, drehten die Gäste die Partie per Doppelschlag völlig um. Mit zwei Kontern traf zunächst Collins gegen eine lückenhafte Abwehr der Gastgeber zum 4:5 (54.), eine Minute später erhöhte Brett Olson nach einem maßgenauen Pass auf 4:6 (55.). An der sich abzeichnenden Niederlage änderte auch Fabio Pfohls phänomenaler Alleingang, bei dem er Pielmeier das 5:6 (57.) reindrückte, nichts mehr. Es folgten noch zwei weitere Ingolstädter Treffer auf das verwaiste Tor – Der Extraattacker änderte am Endstand von 5:8 (59.) nichts mehr.

„Es war einfach nicht genug über die 60 Minuten. Wir taten uns in den letzten Spielen schwer mit dem Toreschießen. Heute ist uns das wieder gelungen, aber wenn du vier Tore schießt, dann musst du auch die Punkte holen. Auch wenn der Gegner ein einfaches Tor schießt, dann müssen wir darauf ganz anders reagieren und weiter spielen. Das haben wir nicht gemacht. Trotzdem sage ich auch in dieser Phase: Die Mannschaft wird zurückkommen“, resümierte Cheftrainer Pavel Gross nach der Partie.

Zahlen und Fakten

Torfolge: 0:1 (16:19) Michael Collins (Sullivan, Olson), 1:1 (18:39) Christoph Höhenleitner (Bina, Pfohl), 2:1 (22:00) Kamil Kreps (Höhenleitner), 2:2 (32:59) Darin Olver (Koistinen, Mouillierat), 3:2 (35:05) Kamil Kreps (Voakes, Weiß/PP2), 4:2 (35:45) Fabio Pfohl (Dehner, Haskins/PP1), 4:3 (42:17) Petr Taticek (Wagner, Elsner), 4:4 (45:37) David Elsner (Sullivan, Mouillierat/PP1), 4:5 (53:38) Michael Collins (Olson, Friesen), 4:6 (54:57) Brett Olson (Laliberte), 5:6 (56:05) Fabio Pfohl (Höhenleitner, Kuhn), 5:7 (57:56) John Laliberte (EN), 5:8 (58:40) Brett Olson (EN)

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