Hat er mit seinem Team die richtigen Hausaufgaben im Winter gemacht: André Schubert? Foto: Frank Vollmer
Hat er mit seinem Team die richtigen Hausaufgaben im Winter gemacht: André Schubert? Foto: Frank Vollmer
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19.01.2019

André Schubert: „Die Leistungsdichte ist jetzt eine andere“

von Frank Vollmer


Braunschweig. Gefühlt alle zwei Tage wird André Schubert derzeit um ein persönliches Fazit der Vorbereitung gebeten. „Das tue ich gar nicht so gern“, entgegnet der Cheftrainer von Eintracht Braunschweig auf unsere Nachfrage hin. Schließlich sei man noch mittendrin und stünde dabei auch erst ganz am Anfang.

„Natürlich hat sich in der Winterpause einiges verändert“, entgegnetder 47-Jährige dann doch. Die Vorbereitung sei eine sehr kurze Phase. „Wir sind am Anfang und kommen da von Anfang an in eine Stress-Situation“,begegnetSchubert demStigmaeinesTabellenletzten mit der nötigen Prise Pragmatismus, denn:„Das ist halt die Aufgabe!“ Das Ziel ist der Klassenerhalt. Und dafür bedarf es einer überragenden Rückserie. Für die richtige Ausgangslagehaben Trainer Schubert und sein Funktionsteam den Kader der Löwen im Winter auf links gedreht.

Ein Kommen und Gehen


Mit Christofer Nyman (Norrköping), Frederik Tingager (Aarhuis), Ahmet Canbaz (Werder Bremen II), Malte Amundsen (Rosenborg), Lukas Kruse (vereinslos) und aktuell Michal Fasko (Zürich) und Gustav Valsvik (Rosenborg) haben sieben Spieler den Verein im Winter bereits verlassen oder sich neuen Clubs angeschlossen. Mergim Fejzullahu und Ivan Franjic suchen noch, spielen sportlich aber keine Rolle mehr.

„Darüberhinaus sind wir dabei, zwei bis drei junge Spieler zu verleihen“, verrät André Schubert mit Hinweis auf seine immer noch sehr junge Mannschaft. „Wir haben nicht nur ältere Spieler geholt“,betont er und nennt Beispiele: „Mike Feigenspan hat sich schon positiv gezeigt und kommt mit viel Geschwindigkeit. Nils Rütten spielt das sehr souverän, als wäre er schon immer dabei“, lobt Schubert den auch erst 23 Jahre jungen Abwehrspieler. „Wir haben schon auch ein paar junge Spieler geholt.“
"Marcel Bär war ein Spieler, den wir gerne wollten, weil er viel in die Tiefe geht. Wir haben heute auch gesehen – und das war auch gezielt so beabsichtigt –, dass wir die Spieler brauchen, die in die Tiefe gehen. Spieler, die nicht nur zum Ball kommen, klatschen lassen und dann weiter spielen. Spieler, die wikrklich auch den Ball in die Tiefe fordern. Mike Feigenspan ist auch so ein Spieler. Der kommt mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Das ist sehr gradlinig, aber auch sehr wachsam. So haben wir Möglichkeiten!" André Schubert

"Spieler, die den Pass in die Tiefe fordern. Mike Feigenspan ist so einer." Foto: Frank Vollmer


Ein Urgestein, vier Rückkehrer und zwei erfahrene Haudegen


Neben den genanntenzwei sindsieben weitere Spieler im Winter dazugestoßen – zählt man Marc Pfitzner mit. Das 34 Jahre alte Braunschweiger Urgestein wurde bereits zum Ende der Hinserie aus der U23 hochgezogen und mit einem neuen Profivertrag bis zum Sommer ausgestattet. Die Rückkehrer Marcel Bär (26), Julius Düker (22), Jasmin Fejzic (32) und Benjamin Kessel (31) kennen den Verein und seine Strukturen ebenso.

Christoph Menz (30) und Bernd Nehrig (32) bringen darüber hinaus sehr viel Erfahrung mit. „Die Leistungsdichte ist jetzt eine andere“, freut sich Schubert, der die neue Mischung an Spielertypen hervorhebt, was auch die Besetzung der einzelnen Positionen sehr viel variabler machen würde. Das habe auch das Trainingsniveau angehoben. „Das merkt man“, betont der Fußballlehrer. Selbstvertrauen und Körpersprache seien plötzlich eine andere. Mit weiteren Neuzugängen ist laut Schubert in diesem Winter nicht mehr zu rechnen: „Das Thema ist komplett abgeschlossen“, bestätigt der Trainer.
„Es hilft natürlich alles. Es hilft, dass ich Nils Rütten und Mike Feigenspan schon über längere Zeit gekannt habe. Es hilft bei der Eingewöhnung, dass der ein oder andere Spieler auch schon hier gespielt hat. Es hilft, dass sich eine ganze Reihe von Spielern untereinander schon gekannt haben. Und das möglichst viele davon jetzt schon im Trainingslager dabei waren. Auf diese Weise wächst das relativ schnell zusammen. Das ist sehr harmonisch alles. Trotzdem sind wir immer noch Letzter.“ André Schubert

Die Karten werden neu gemischt


Eine Woche vor dem Start der Rückserie sieht André Schubert seine Mannschaft bestmöglich gewappnet. Noch gibt es viel Arbeit: "Es ist noch nicht jeder Laufweg perfekt. Da fehlt auch manchmal noch der letzte, zündende Funke oder der richtige Impuls, in der richtigen Sekunde loszulaufenoderden richtigen Weg zu gehen."

Wichtig sei laut Schubert, dass die Intensität stets hoch gehalten werde. "Wenn die fehlt oder wir zu kleinteilig spielen, laden wir den Gegner sofort zu Situationen ein. Das sind Dinge, die wir auf jeden Fall noch abstellen müssen!" Bis kommenden Sonntag 14.00 Uhr haben die Löwen noch Zeit dafür. Dann kommt Hansa Rostock ins Eintracht-Stadion und die Karten werden im Abstiegskampf ganz neu gemischt.

Kein Testspieler: Christoph Menz war von Anfang an eingeplant als Verstärkung im Winter. Foto: Frank Vollmer


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