Aufsichtsratschef Frank Witter: „Nehme den Mund nicht voll!“

7. Juni 2018 von
Freut sich über die Zusammenarbeit mit Jörg Schmadtke (li.): VfL-Aufsichtsratsvorsitzender Frank Witter (re.). Foto: Agentur Hübner
Wolfsburg. Nach der Verpflichtung von Jörg Schmadtke als neuer Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg, nahm auch Aufsichtsratsvorsitzender Frank Witter, der Nachfolger von Dr. Francisco Javier Garcia Sanz, am Mittwoch an Schmadtkes Seite Stellung zur aktuellen Situation.

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„Erleichtert, dass sich jemand der Aufgabe stellt“

Zwei Jahre war dieser Posten nicht besetzt und so zeigte sich Frank Witter „erleichtert“, mit Jörg Schmadtke jemanden gefunden zu haben, „der sich der Aufgabe stellt.“ Nach den Verhandlungen mit Hannover 96 bezüglich der Verpflichtung von Horst Heldt, stand der Ex-Köln-Manager „ganz oben auf der Liste.“ Dabei bestätigte auch Witter, dass es „schnell ging nach der ersten Kontaktaufnahme. Ich habe ihn nach dem Meeting nochmal angerufen und gesagt, dass wir interessiert sind.“

‚Werte‘ sollen höheren Stellenwert haben

„Nach den letzten zwei Spielzeiten ist die Ausgangslage so, dass ich den Mund nicht voll nehme. Ich bin froh, dass wir noch in der Klasse sind. Wir müssen nun erstmal den Kader zusammenstellen und dann diskutieren. Jörg Schmadtke wird dort ansetzen wo es notwenig ist“, stapelte der Aufsichtsratschef – ebenso wie Schmadtke – tief. „Bei uns steht ‚Arbeit Fußball Leidenschaft‘ drauf und da hat mir in den letzten Jahren was gefehlt. Emotionen und Leidenschaft waren nicht immer spürbar – das fing erst in den letzten drei Spielen wieder an. Die Rahmenbedingungen sind gut und es ist unbestritten, dass unsere Mannschaft Fußball spielen kann, doch wir haben das Potenzial nicht auf den Platz gebracht. Da hat was nicht zusammen gepasst in den letzten zwei Jahren, daher werde ich keine Versprechungen machen!“ ‚Werte‘ seien es, die im Volkswagen-Konzern einen höheren Stellenwert haben müssten. „Zwischen VW und den VfL passt kein Blatt Papier – das ist eine Einheit die durch dick und dünn geht. Dabei haben wir die tollsten Erfolge gefeiert und auch schwierige Phasen gehabt.“

Witter steht hinter Entscheidungen um Labbadia und Rebbe

Dabei äußerte sich der 58-Jährige auch zu den Diskussionen um Cheftrainer Bruno Labbadia und den Weggang von Manager Olaf Rebbe. „Ich bin enttäuscht wie Bruno hier empfangen wurde, sowohl was die Gesänge, als auch was das Geschreibsel betrifft – das ist gegenüber einem Team im Abstiegskampf unverantwortlich. Am Ende des Tages hat er das Ziel Klassenerhalt erreicht“, so Witter zur öffentlichen Kritik bei Labbadias Ankunft, die sich bis zum Saisonende zog. „Wir waren nicht so blöd zu glauben, dass die Trennung von Rebbe kurz vor dem HSV-Spiel eine gute Idee war. Aber es ging in diesem Zusammenhang nicht mehr anders. Sicherlich war das kein guter Zeitpunkt, doch ich akzeptiere das nicht als Ausrede für das, was da auf dem Platz geschehen ist. Wir haben uns vielleicht zu viele Ausreden gegönnt, aber da muss man Verantwortung übernehmen. Jedenfalls freue ich mich, das Olaf Rebbe einen neuen Job gefunden hat“, stellte Sanz‘ Nachfolger klar.

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