„Brawob-Randori“: Breitbarth holte die Kids auf die Matte

3. März 2018 von
Etwa 50 Kinder folgten am Freitagabend den Anweisungen des Olympia-Teilnehmers von 2016. Fotos: Frank Vollmer

Wolfsburg/Braunschweig. Es war ein ereignisreicher Freitag für Schwergewichts-Judoka André Breitbarth. Traf er am Morgen auf drei echte Legenden seiner Sportart (wir berichteten), stand am Abend ein gemeinsames Randori mit rund 50 Kindern auf dem Programm. Wir haben den sympathischen Hünen dabei begleitet.


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Morgens die Älteren, abends die Jüngeren

Sollte er irgendwie im Terminstress sein, man sieht ihn André Breitbarth nicht an. Geduldig stellt sich der Olympiateilnehmer von Rio 2016 den Fragen der Kids und posiert auch für Erinnerungs-Selfis in der Judo-Halle der Polizei Braunschweig in der Friedrich-Voigtländer-Straße. Der Terminplan vor dem Start der Olympia-Quali ist eng gesteckt. Noch gestern war er im Trainingslager.

Von Breitbarths Heimatverein SFV Europa und dem MTV Vorsfelde organisiert, erfreut sich der „Brawob-Randori“ enormer Beliebtheit beim Nachwuchs. Vielleicht liegt das ja auch an Breitbarth. „Hin und wieder habe ich auch mal Zeit“, sagt der sanfte Hüne und ergänzt: „Die Kids freuen sich immer.“ Seitdem SFV und MTV im Herbst 2015 für den Deutschen Jugend-Pokal ein gemeinsames Mädchen-Team an den Start gebracht hatten, das sich bis zum Bundesfinale durchgekämpft hatte, gibt es diese Randoris – eine Form des Übungskampfes, um „in der Masse zu trainieren und das Judo in der Region zu fördern“, sagt André Breitbarth. So viele Vereine gäbe es ja nicht in unserer Gegend.

Unter der Anleitung des Schwergewichtlers kommt die bunt gemischte Truppe nach kurzer Aufstellung und Begrüßung schnell ins Schwitzen. Mit dabei sind, schon in jungen Jahren, hochqualifizierte Judoka, aber auch blutjunge Anfänger. Breitbarth versucht, sie alle mit auf die Matte zu holen. Nach dem Aufwärmen und einem kleinen Techniktraining folgt das Highlight des Abends und die Kinder dürfen sich an dem Koloss ausprobieren. Eine wilde und recht spaßige Rauferei nimmt ihren Lauf.

Eine bunt gemischte Kindertruppe fand den Weg zum Randori mit Breitbarth. Foto: Frank Vollmer

„Eine lustige Runde“

Die hatte André Breitbarth übrigens schon am frühen Freitagvormittag (wir berichteten). Bei dem Treffen mit den Wolfsburger Judo-Legenden Fred Marhenke, Jean-Jacques Komosinski und Sühel Yesilnur ging es schon etwas handfester zur Sache, wie Breitbarth verrät. Der VfL Wolfsburg dominierte einst die Bundesliga. Allein Marhenke wurde Fünfter in Montreal 1976. „Die Drei haben schon in den 1960er und 1970ern Judo auf Spitzenniveau betrieben“, lobt Breitbarth und bestätigt: „Die sind auch heute noch gut auf Zack. Ich sollte sie mal werfen und sie sind wieder aufgestanden.“

In den kommenden Wochen gilt der Fokus für den gebürtigen Gifhorner wieder dem Wettbewerbsmodus. Dann geht es langsam in Richtung Tokio 2020. Neben Sven Heinle, der auch für die letzten Olympischen Spiele der Konkurrent um die Qualifikation in der Gewichtsklasse +100kg war, ist jetzt mit Johannes Frey ein Dritter in das Rennen eingestiegen und in Düsseldorf gleich Fünfter geworden. „Er hat alles, was es braucht. Konkurrenz belebt das Geschäft,“ sagt André Breitbarth.

Bisher hatte er nach seiner Verletzungspause drei Wettkämpfe. „Die liefen nicht ganz schlecht“, zeigt sich der 27-Jährige optimistisch. Nur am Wochenende in Düsseldorf musste er nach einem Kampf abbrechen. „Da muss ich noch in einigen Bereichen Arbeiten.“ Mit der Verletzung selbst habe er aber keine Probleme mehr. Das kämpferische fehle noch ein bisschen. „Der letzte Biss! Aber es wird von Mal zu Mal besser.“

Legenden unter sich: Jean-Jacques Komosinski setzt an bei André Breitbarth. Süheyl Yesilnur und Fred Marhenke beobachten den Griff aufmerksam. Foto: Thomas Koschel

Video: Randori mit Breitbarth

 

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