Das peinliche Banner beleidigte den ehemaligen Hannoveraner und Bielefelder Felix Burmeister. Foto: privat
Das peinliche Banner beleidigte den ehemaligen Hannoveraner und Bielefelder Felix Burmeister. Foto: privat Foto: privat
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19.05.2019

Burmeister-Ätz-Banner: Ultras Opfer von missbrauchtem Vertrauen

von Frank Vollmer


Braunschweig. Es war der Aufreger beim packenden Endspiel zwischen Eintracht Braunschweig und Energie Cottbus: Ein Spruchband im Block 9, das gegen Felix Burmeister ätzte. „Der letzte Kuckuck muss aus dem Nest - Burmeister zurück zur roten Pest“, prangerte da direkt nach Abpfiff für einige Minuten, bevor ein Fan aus einem benachbarten Block das peinliche Spruchband hinunterriss.

Ein ganzer Block in Sippenhaft


Bei den Ultras von Cattiva Brunsviga versuchte man noch vor Ort die Wogen zu glätten und den Eklat aufzuklären. Felix Burmeister selbst reagierte ziemlich gelassen und berief sich später auf die restlichen Fans im Stadion, die ihren Unmut gegen das megapeinliche Spruchband lautstark kundtaten. Schon währenddessen nahmen zwei Mitspieler den 29-Jährigen an die Hand und leiteten ihn vor die Südkurve, wo der Innenverteidiger von den Fans lautstark mit "Burmeister"-Rufen gefeiert wurde.

Dennoch muss man hier auch differenzieren: Nach internen Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, sind die Ultras in Block 9 Opfer ihrer eigenen Praktiken geworden. So müssen sie sich im Grunde nur ankreiden lassen, dass sie das Spruchband einiger weniger ungelesen ausgerollt und nicht vorab kontrolliert haben. Der fiese „Kuckucks-Spruch“ repräsentiert demnach keineswegs die Meinung der Braunschweiger Ultra-Szene. In gewisser Weise hat hier also Handvoll von Leuten den gesamten Block in Sippenhaft genommen.

Cattiva-Vorsänger entschuldigte sich bei der Mannschaft


Und natürlich sorgt das Spruchband aus diesem Grund vor allem in Ultra-Kreisen für die größte Frustration, ist doch das ganze Stadion in diesem Augenblick gegen den Block 9 aufgebracht worden.Das ist in Zeiten, wo die aktive Ultra-Szene einen demokratisch organisierten Blockwechsel anstrebt und im letzten Jahr einiges mit der Mannschaft wieder zusammengewachsen ist, eine durchaus verheerende Botschaft.

Um den Standpunkt der Szene zu dem Ätzbanner schnell zu verdeutlichen ging Cattiva-Vorsänger Benjamin Riefenberg wenig später in die Mannschaftskabine von Eintracht Braunschweig und stellten sich dem Team und dem Funktionsteam in Abwesenheit von Trainer André Schubert. Riefenberg entschuldigte sich für die Aktion und erklärte, dass es der Fehler des Blocks war, den Text auf dem Banner vorab nicht gelesen zu haben. Die Mannschaft applaudierte und zeigte sich erleichtert. Die Entschuldigung wurde angenommen. Den Restwollen die Ultras intern klären.

Nach der Entschuldigung war die Welt wieder in Ordnung bei Felix Burmeister (re.). Foto:


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