Wout Weghorst war am Ende gezeichnet vom Spiel, traf doppelt und konnte sich dennoch nicht über einen Sieg freuen.
Wout Weghorst war am Ende gezeichnet vom Spiel, traf doppelt und konnte sich dennoch nicht über einen Sieg freuen. Foto: imago/Sielski
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13.06.2020

„Chuk Chuk“-Doppelpack von Weghorst reicht nicht zum Dreier gegen Freiburg

von Frank Vollmer


Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg hat es am 31. Spieltag verpasst, „einen Riesenschritt in Richtung Europa zu tun“, wie Wout Weghorst es bei Sky formulierte. Der Holländer traf gegen den SC Freiburg doppelt. Aufgrund einer schwächeren zweiten Halbzeit reichte es am Ende nur zum 2:2 (2:1).

Neben der Fehlen von Admir Mehmedi (Achillessehne), der von Daniel Ginczek vertreten wurde, ersetzte VfL-Chefcoach Oliver Glasner im Duell um den Einzug in die Europa League auch Joao Victor (Bank) durch Renato Steffen, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Nach dem 1:0-Sieg gegen Gladbach tauschte Freiburgs Christian Streich in seinem 250. Spiel als Bundesligatrainer Schmid für Kübler.

Die Gäste aus dem Breisgau begannen schwungvoll, das erste Tor war den Hausherren vorberhalten. Nach einer knappen Viertelstunde lief der Ball über Arnold und Steffen mit viel Tempo wie am Schnürchen. Weghorst in der Mitte verwandelte die Hereingabe eiskalt zum 1:0 ins rechte Eck (14.).

Die Führung brachte den zuletzt eher heimschwachen Wölfen Aufwind. Ginczek blieb nach einem tollen Angriff zunächst an SCF-Keeper Schwolows Fußabwehr hängen. Wenig später köpfte Weghorst in Bedrängnis aufs Tor, Schwolow lenkte den Ball stark an den Querbalken, von wo er zu Ginczek segelte, der trocken einschob. Der Treffer sorgte für eine minutenlange Pause, an deren Ende der VAR den Treffer wegen einer Abseitspostion zurücknahm. Stattdessen gab es Elfmeter für die Hausherren, weil Hölfer Weghorst bei dessen Aktion am Kopf getreten hatte. Der Niederländer kam mit einem Turban zurück, trat an - und verwandelte sicher zum 2:0 (27.). Danlie Ginczek legte kurz darauf nach einer Arnold-Flanke sogar das vermeintliche 3:0 nach. Bitter: auch dieses zweite Tor wurde dem Angreifer nach Ansicht der Videobilder aberkannt (28.).

Freiburg nutzte die Gunst der Stunde und übte wieder mehr Druck aus. Zunächst parierte Casteels noch stark gegen Szallai, der aus kurzer Distanz zum Abschluss kam (33.). Kurz vor der Pause zappelte der Ball doch noch im Wolfsburger Tornetz, weil Lucas Höler per Flugeinlage eine maßgenschneiderte Grifo-Flanke einnickte (43.). Nur Sekunden später hielt Schwolow auf der anderen Seite gegen Weghorst sein Team im Spiel.

Keine halbe Minute war der zweite Durchgang alt, als Marin Pongracic im eigenen Strafraum die Ballkontrolle verlor und Höler das leere Tor nicht traf. Den Abpraller bekam Roland Szallai mustergültig, der eine kuriose Kopfball-Bogenlampe aus einiger Entfernung absetzte. Casteels, noch in der anderen Torecke, kam zu spät, der Ball schlug im Wolfsburger Tor ein (46.).

Wolfsburg drückte jetzt wieder, trat aber nich mehr so dominant auf, wie noch im ersten Durchgang. Brekalo schoss nur Zentimeter am 3:2 vorbei (52.). Auf der anderen Seite vergab Innenverteidiger Lienhart eine Megachance zur Gästeführung (61.). Die Breisgauer wurden jetzt immer besser und spielten jetzt auf Sieg. Der eingewechselte Nils Petersen köpfte knapp am linken Pfosten vorbei (76.). Im Starkregen blieb Weghorst die letzte Aktion der Partie, doch dessen Kopfball war nicht gezielt genug.

„Wir waren zu passiv und sind die Zweikämpfe nicht gut genug angegangen“, haderte der Wolfsburger Doppeltorschütze nach dem Spiel bei Sky. „Das war die Möglichkeit, einen Riesenschritt in Richtung Europa zu gehen.“ Der 27 Jahre alte Angreifer blieb aber nicht die Antwort auf die Frage nach seinem merkwürdigen Torjubel schuldig: „Das bedeutet ‚Chuk chuk‘ [Geld, Geld - d. Verf.] und ist an meine Tochter gerichtet. Die sitzt zuhause. Papa muss arbeiten und Geld verdienen.“
Der VfL Wolfsburg bleibt nach dem Punktgewinn auf Platz 6. Schon am Dienstag (18.30) treten die Wölfe bei Borussia Mönchengladbach an.

Zahlen & Fakten


VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Roussillon - Schlager (66. Gerhardt), Arnold - Steffen (55. Joao Victor) - Brekalo (55. Klaus) - Weghorst, Ginczek (84. Marmoush) Trainer: Oliver Glasner

SC Freiburg: Schwolow - Schmid, Lienhart, Heintz, Günter (77. L. Itter) - Koch (77. Frantz), Höfler - Sallai (63. Kwon), Grifo (90.+1 Grifo), Waldschmidt (63. Petersen) - Höler Trainer: Christian Streich

Torfolge: 1:0 Wout Weghorst (14. Steffen), 2:0 Wout Weghorst (27. FE), 2:1 Lucas Höler (43. Grifo), 2:2 Roland Sallai (46. Höler)


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