Wie geht es weiter in der Bundesliga? Wolfsburgs Geschäftsführer Sport, Jörg Schmadkte (re.), und Sportdirektor Marcel Schäfer sind in der Krise gefragt.
Wie geht es weiter in der Bundesliga? Wolfsburgs Geschäftsführer Sport, Jörg Schmadkte (re.), und Sportdirektor Marcel Schäfer sind in der Krise gefragt. Foto: Agentur Hübner/Archiv
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25.03.2020

Coronakrise: DFL setzt Fußball-Bundesligen bis 30. April aus

von Frank Vollmer


Frankfurt/Wolfsburg. Angesichts der allumfassenden Coronakrise hat das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Dienstag eine Ausweitung der Spielbetriebs-Aussetzung für die 1. und 2. Bundesliga bis zum 30. April 2020 beschlossen. Einnahmeverluste von einer dreiviertel Milliarde Euro und Termindruck drohen den beiden höchsten deutschen Fußball-Ligen.

Einnahmeverluste von 750 Millionen Euro drohen


Wie realisitisch ist die Idee, Ende April schon wieder den Ball rollen zu lassen? Geht es nach dem Virologen Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, wird in diesem Kalenderjahr nicht mehr gespielt (Mehr hier).

Vorläufig wurde am gestrigen Dienstag in Frankfurt/Main in einer mehrstündigen Videokonferenz in den oberen beiden Bundesligen dieser Termin fixiert. Die betroffenen 36 Profivereine treffen am 31. März in der Mitgliederversammlung zusammen und sollen diese Emfehlung bestätigen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Vereine dem folgen. Auch die Ausschreibung der Medienrechte für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 wurde vorerst bis Juni ausgesetzt. Hier geht es immerhin um 1,5 Milliarden Euro an Fernsehgeldern.

Das neunköpfige Gremium um DFL-Geschäftsführer Christian Seifert diskutierte ebenso einen Notfallplan, wie die enormen finanziellen Auswirkungen der Krise im Profifußball abgefedert werden können. Demnach drohen der Branche bei einem kompletten Saison-Abbruch Einnahmeverluste in Höhe von 750 Millionen Euro. Parallel zu den Überlegungen der DFL verhandeln viele Profiklubs derzeit ohnehin mit Spielern, Trainern und Funktionären über einen Gehaltsverzicht, auf den sich unter anderen der FC Bayern München, Borussia Dortmund oder Borussia Mönchengladbach bereits geeinigt haben.

Doch wie geht es nach Ende April weiter? Mehrere Szenarien werden derzeit geprüft. Die Frage "Kann die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden?" ist derzeit nicht zu beantworten. Sind „Geisterspiele“ zu gegebenem Zeitpunkt überhaupt eine Option? Wie verhält es sich mit Spielerverträgen, die zum 30. Juni 2020 enden? Viele weitere Fragen bleiben in der aktuellen Situation auch nach dem gestrigen Termin unbeantwortet.

„Die Gesundheit steht im Vordergrund!"


Oberstes Ziel bleibe es, die Saison zu einem Abschluss zu bringen, teilte das DFL-Präsidium mit. Mögliche Szenarien sollen im Laufe dieser Woche weiter formiert und dann der Mitgliederversammlung am 31. März 2020 zur Diskussion vorgelegt werden. „Die Gesundheit steht im Vordergrund, deswegen ist die Entscheidung absolut richtig“, kommentierte Wolfsburgs Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke, der sich mit der Fußball-Kommission ausgetauscht hatte.

Die Maßnahme der DFL würde seiner Aussage zufolge von allen Vereinen unterstützt: „Sie sorgt darüber hinaus für ein bisschen Licht am Ende des Tunnels und gibt uns eine Perspektive für die Zeit ab Anfang Mai“, so Schmadtke, der gegenüber der dpa betonte: „Unabhängig von der verlängerten Aussetzung des Spielbetriebs wird unsere Mannschaft in dieser Woche wie gehabt trainieren.“ (Mehr hier)



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