Das war 2018: Schlitzohr Golombek setzt Eintracht schachmatt

30. Dezember 2018 von
Mittendrin der Torschütze: Garrit Golombek sorgte für Partystimmung beim MTV-Anhang. Fotos: Frank Vollmer
Wolfenbüttel/Braunschweig. Es aus unserer Sich DAS Amateur-Fußballspiel des Jahres: Underdog MTV Wolfenbüttel bezwang zum Auftakt der Oberliga-Saison 2018/19 am 10. August 2018 die favorisierte Reserve von Eintracht Braunschweig vor 1.509 Zuschauern mit 1:0. Schlitzohr Garrit Golombek sorgte mit einem Heber aus gut 50 Metern für das Tor des Tages.

„Drei Punkte gegen den Abstieg“

Wahnsinn! Das war Amateur-Fußball wie er sein soll! Tolles Traumwetter, eine Rekordkulisse in der Meesche und ein David, der den Goliath ärgert. Dabei sah es lange nicht danach aus, als ob Mannschaft von Trainer Michael Nietz heute irgendwas gewinnen könnte. Die Gäste aus Braunschweig hatten vor allem im zweiten Abschnitt ein wahre Fülle an Tormöglichkeiten.

Schon nach zehn Minuten hatten die Hausherren den ersten Schock des Tages zu verdauen. MTV-Mannschaftskapitän Alexander Scheinpflug verletzte sich bei einem Pressschlag am Knie und musste für Tobias Block das Feld räumen. Der MTV Wolfenbüttel, bei dem der lange verletzte Garrit Golombek zunächst draußen blieb, sah sich in den Anfangsminuten hohem Druck durch die Mannschaft von Deniz Dogan ausgesetzt. Eintracht Braunschweigs U23, mit den Profi-Leihgaben Nick Otto, Samuel Abifade, Besfort Kolgeci und Jan-Lukas Funke, suchte sofort den Weg zum Tor. Letzterer erzielte mit einem gefährlichen Schuss knapp über das Lattenkreuz beinahe das frühe Führungstor (6.). Ein langer Ball durch das Zentrum von Besfort Kolgeci war kurz darauf einen Schritt zu lang für Thilo Töpken (11.).

Langsam befreiten sich die Lessingstädter aus der Umklammerung und kamen ihrerseits zu Möglichkeiten. Der Schussversuch von Niklas Kühle wurde noch geblockt (13.), vier Minuten später lief Torjäger Rico-René Frank plötzlich alleine auf BTSV-Schlussmann Roman Birjukov zu, der lange stehen blieb und dann glänzend parierte (17.). Die beste Chance im ersten Durchgang.

Ein Solo von Abifade über den halben Platz war die Antwort der Gäste, doch dem Youngster fehlte die Kraft zum Abschluss (23.). Auf der anderen Seite passte die Richtung beim Kopfball von Frank nicht (24.). Nach etwas Leerlauf übernahmen die Blau-Gelben wieder die Initiative und das Spiel verlagerte sich wieder mehr in die Wolfenbütteler Hälfte. Die Gäste konnten ihren Ballbesitz nicht in zählbares ummünzen, auch weil die Nietz-Elf kompakt und aufopferungsvoll verteidigte. Vor der Pause versuchte es Eric Veiga noch einmal mit einem Distanzschuss aus 25 Metern, der knapp am Wolfenbütteler Tor vorbei segelte.

Marvin Hoffman brachte die Angreifer der Junglöwen zur Verzweiflung. Foto: Frank Vollmer

Hoffmann der Teufelskerl

Nach dem Wechsel taten sich die Gäste weiterhin schwer. Trainer Dogan brachte mit Jonas Wand für Hauke Bartels frisches Blut (55.). Doch setzten die Wolfenbütteler die erste Duftmarke mit einem Freistoß von Kühle (60.). Zwei Minuten später kam Töpken auf der anderen Seite frei zum Schuss, verzog aber. Nietz zog daraufhin seinen ersten Wechsel und brachte Golombek für Jan-Hendrik Wrobel (64.).

Nach einem Fernschuss von Leon Bürger (70.) bekam Löwen-Kapitän Marc Pfitzner den Ball von Abifade zurückgelegt, wurde aber geblockt (71.). Die Gäste erhöhten deutlich sichtbar den Druck. Veiga setzte das Spielgerät mächtig krachend gegen den Pfosten (74.), Hoffmann hielt glänzend gegen den eingewechselten Hendrik Mittelstädt (76.) und Abifade schoss flach aus dem Zentrum vorbei (78.).

Seit einigen Minuten wurde Kühle außerhalb des Platzes behandelt. Zu zehnt sah Golombek einige Meter hinter der Mittellinie, dass BTSV-Schlussmann Birjukov sehr weit vor seinem Kasten stand und versuchte sein Glück. Der Ball senkte sich im großen Jubel der Kulisse ins Tornetz (79.). Der Torschütze war kurz darauf unter einer Jubeltrauber begraben, die Meesche kochte.

In den Schlussminuten warf die Dogan-Elf noch einmal alles nach vorne. Ein Freistoß von Veiga kam brandgefährlich, doch Hoffmann war mit den Fingerspitzen dran (82.). Bei der darauffolgenden Ecke war der Keeper erneute da und entschärfte einen Kopfball des eingewechselten Dominik Franke. Die letzte Chance der wütend aufspielenden Junglöwen entschärfte der 20-Jährige Schlussmann erneut, als er gegen Mittelstädt aus kurzer Distanz parierte (86.).

Zahlen & Fakten

MTV Wolfenbüttel: Hoffmann – Abali, Winkler, Scheinpflug (10. Block), Patz – Linek, Reiswich, Wrobel (64. Golombek) – Plünnecke, Kühle – Frank (71. Klöppelt) Trainer: Michael Nietz

Eintracht Braunschweig U23: Birjukov, Mema, N. Otto, Kolgeci, Funke, Bartels (55. Wand), Bürger (65. Mittelstädt), Pfitzner, Veiga, Abifade (82. Franke), Töpken Trainer: Deniz Dogan

Torfolge: 1:0 Garrit Golombek (82.)

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