Decarli-Club Brügge: Korruption und organisiertes Verbrechen

11. Oktober 2018 von
Sein Club hat richtig Ärger mit der Polizei: Saulo Decarli Foto: Agentur Hübner/Archiv
Brügge/Braunschweig. Saulo Decarlis Verein FC Brügge rutscht derzeit immer tiefer in einem der vermutlich größten Skandale, der im Profi-Fußball je ans Licht gekommen ist. Nach monatelangen Ermittlungen hat die belgische Polizei am frühen Mittwoch zahlreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt und prominente Verdächtige in Gewahrsam genommen.

Skandal ungeahnten Ausmaßes

Auch Ivan Leko, Trainer des FC Brügge wurde verhaftet. Insgesamt wurden die Räumlichkeiten von zehn Erstligisten im Zuge der Ermittlungen durchsucht. Auch Rekordmeister RSC Anderlecht und Standard Lüttich waren betroffen. Bart Verhaeghe glaubt an die Unschuld seines Trainers: „Die Untersuchungen werden zeigen, dass bei uns alles sauber ist. Zudem schützen wir unseren Trainer Ivan Leko, dem nichts vorzuwerfen ist“, sagte der Präsident von Brügge der belgischen Agentur „Belga“.

Auch die beiden belgischen FIFA-Referees Sebastien Delferiere und Bart Vertenten wurden verhaftet. Bei den Ermittlungen geht es um Geldwäsche, Korruption und organisiertes Verbrechen. „Die Polizei geht auch von Fällen möglicher Beeinflussung von Wettbewerben aus“, schreibt „Belga“. Belgiens Justizminister Koen Geens meldete sich sich via Twitter zu Wort: „Spielmanipulationen untergraben die Integrität des Sports.“

Der gestrige Großeinsatz der belgischen Bundespolizei hatte einen Vorlauf: Schon Ende 2017 sei die Abteilung Sportbetrug auf verdächtige finanzielle Transaktionen in der Jupiler Pro League hingewiesen worden. Sogar einige Liga-Spiele der letzten Saison sollen von einer kriminellen Organisation verschoben worden sein, wobei auch Journalisten involviert gewesen sein sollen, wie mehrere belgische Medien übereinstimmend berichten. 

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