Erst in der Verlängerung wurde es deutlich: Der VfL Wolfsburg siegte beim Drittligsten 5:3. Foto: imago/regios24
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12.08.2019

DFB-Pokal-Nachsitzen: VfL erreicht Runde 2 bei Glasner-Debüt

von Frank Vollmer


Halle/Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg hat die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Vor 13.500 Zuschauern - etwa 1.500 davon waren aus Wolfsburg angereist – musste der Bundesliga-Siebte des Vorjahres in die Verlägerung und siegte am Ende 5:3 (3:3). Wout Weghorst, Yannick Gerhardt, William, Robin Knoche und Josip Brekalo sorgten für die Treffer der Grün-Weißen.

Zwei Ex-Löwenkratzen den VfL


Nach der erfolgreichen 8:1-Generalprobe gegen Nizza sah VfL-Coach Oliver Glasner in seinem ersten Pflichtspiel als Cheftrainer wenig Grund für personelle Veränderungen. Einzig Robin Knoche und Yannick Gerhardt bekamen gegenüber Marcel Tisserand (Trainingsrückstand) und Xaver Schlager (Bank) den Vorzug. Dass beide das Tor treffen würden ist nur eine Geschichte dieser turbulenten Pokal-Partie der ersten Runde.

Beide Mannschaftenhoben sich die explosiven Szenen in einer gähnend langweiligen ersten Hälfte bis kurz vor den Pausenpfiff auf. Zwar hatte Wout Weghorst nach einer guten Viertelstunde bereits ins HFC-Tor getroffen und Wolfsburg versuchte es immer wieder aus der Distanz, doch stand der Niederländer nach Ansicht von Schiedsrichter Markus Schmidt bei dem Freistoß von Maximilian Arnold abseits (strittig!, 14.) und die Fernschüsse hatten allzu große Streuung.

So war es der ehemalige Braunschweiger Felix Drinkuth, der nach einer zu kurz abgewehrten HFC-Ecke plötzlich den Hammer auspackte und die Kugel, leicht abgefälscht von Josuah Guilavogui, mit knackigen 127 km/h ins Wolfsburger Tornetz wuchtete (43.). Die Hausherren freuten sich nur kurz, denn die Antwortihrer Gäste erfolgte postwendend. Über links ging es ganz schnell: Neuzugang Joao Victor dribbelte sich bis zur Grundlinie vor und bediente Weghorst, der technisch fein mit links annahm und mit rechts vollendete (44.).

Gleich nach der Pause übernahmen die Grün-Weißen komplett das Geschehen, zeigten sich aber auch defensiv anfällig. Erst war es Yannick Gerhardt, der HFC-Keeper Eisele auf dem falschen Fuß erwischte und das 1:2 erzielte (49.), dann krachte Jopeks Freistoß an den Pfosten und zurück ins Feld. Der Ball landete bei Drinkuth, der von links flankte und den Kopf von HFC-Abwehrturm Sebastian Mai fand. Eine Kopfballbogenlampe später war das Spiel zählerisch wieder ausgeglichen (57.).

Und es blieb turbulent! Wolfsburg holte sich die Führung schnell zurück, als William einen Fehler von Eisele zum 2:3 ausnutzen konnte (70.), doch wieder war es ein ehemaliger Braunschweiger, der für Halle traf. Mathias Fetsch gelang in der 92. Spielminute doch noch der Ausgleich nach einer Flanke von Bentley Baxter Bahn. Es ging in die Verlängerung. Jedoch ohne Guilavogui, der nach einem wiederholten Foulspiel gelbrot gesehen hatte.

Zehn Wolfsburger mit dem Doppelschlag im Nachsitzen


Der VfL machte direkt zu Beginn der Verlängerung ernst und entschied das Pokalspiel auf dem zweiten Bildungswegper Doppelschlag.Zunächstklärten die Hausherren eine Ecke nicht nachhaltig, William hatte ausreichend Platz und Zeit, sich für die Flanke auf Knoche zu entscheiden, der im Strafraum stehend ins Eck köpfte (92.).

Wenig später durfte Renato Steffen ungestört an der Strafraumkante entlang laufen und legte zurück auf den ebenfalls eingewechselten Josip Brekalo, der wenig Mühe hatte, die Kugel ins Tornetz zu bugsieren (94.). Die wackeren Hallenser wirkten jetzt körperlich platt, ihre niedersächsischen Gäste schaukelten die Partie letztendlich ungestört heim.

Zahlen & Fakten


Hallescher FC: Eisele - Kastenhofer, Mai, Landgraf - Bahn, Jopek, Göbel, Drinkuth - Sohm, Boyd, Nietfeld Trainer: Torsten Ziegner

VfL Wolfsburg: Casteels - Knoche, Guilavogui, Brooks - William, Gerhardt, Arnold, Roussillon, Klaus, Victor - Weghorst Trainer: Oliver Glasner

Torfolge: 1:0 Felix Drinkuth (43. Göbel), 1:1 Wout Weghorst (44. Victor), 1:2 Yannick Gerhardt (49. Roussillon), 2:2 Sebastian Mai (57. Drinkuth), 2:3 William(70. Roussillon), 3:3 Mathias Fetsch (90.+2 Bahn), 3:4 Robin Knoche (92. William), 3:5 Josip Brekalo (94. Steffen)


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