Didi Hegen: „Björn Krupp ist Bereicherung für deutsches Team“

17. Mai 2018 von
Für Björn Krupp fand "Didi" Hegen lobende Worte. Fotos: Agentur Hübner (1) / imago/Krieger (1)
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Wolfsburg. Die Eishockey Weltmeisterschaft in Dänemark ist für die deutsche Mannschaft bereits nach der Gruppenphase Geschichte. regionalSport.de sprach mit der deutschen Eishockey-Legende Dieter "Didi" Hegen über das Turnier, über Grizzly Björn Krupp, der einen WM-Treffer erzielte, über Olympia, den Eishockey-Boom und über Wolfsburg und das DEL-Team.

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„Den Umbruch kannst du nicht sofort kompensieren“

Die Erwartungen waren nach der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in PyeongChang hoch. Das Ziel war das Viertelfinale, doch dafür hat es nicht gereicht. „Sicherlich ist es eine kleine Enttäuschung, dass es nicht für das Viertelfinale gereicht hat, doch die deutsche Mannschaft hat sich gut verkauft“, kommentierte der 56-Jährige das Abschneiden des Teams und erläuterte die Gründe: „Das Problem war, dass wir gegen Dänemark, Norwegen und Lettland hätten gewinnen müssen, denn das sind Mannschaften auf Augenhöhe – gegen Finnland und Kanada waren wir gut. Aber wir sind da mit einer jungen Mannschaft angetreten, die sich im Umbruch befindet. Einige Spieler, mit denen wir Silber geholt haben, waren nicht dabei. Es gab Verletzungsausfälle und einige Spieler haben ihre Karriere beendet. Junge Akteure sind nachgerückt – das kannst du nicht sofort kompensieren. Da fehlt es dann auch an Erfahrung!“

„Sturm ist der richtige Mann“

Bundestrainer Marco Sturm attestierte der geborene Kaufbeurener eine gute Arbeit: „Olympia war grandios, auch ohne die NHL-Stars!“ Die waren es, die in Südkorea nicht an den Start gegangen waren, bei der Weltmeisterschaft jedoch größtenteils dabei waren, wodurch das Turnier eine etwas andere Qualität hatte. „Das muss man trotzdem erstmal schaffen, Mannschaften wie beispielsweise Schweden oder Finnland haben ein ganz anderes Potenzial an Spielern, als Deutschland“, unterstrich Hegen Sturms Arbeit und die Leistung der Mannschaft in Südkorea und fügte hinzu: „Marco macht einen guten Job, er gibt den jungen Spielern Eiszeit – das ist der richtige Mann.“

„Krupp ist groß, schnell und fit“

Viel Eiszeit bei der WM bekam auch der Wolfsburger Björn Krupp, ebenfalls Mitglied des Olympia-Teams, der gegen Finnland mit einem Blueline-Hammer sein erstes WM-Tor erzielte. „Ich denke, er ist eine Bereicherung für das Team. Er hat unter anderem die Aufgabe, in Unterzahl die Scheiben rauszuhauen und das macht er perfekt. Er ist groß und schnell. Es gibt wenige Spieler, die bei seiner Größe so dynamisch agieren und solch eine Fitness haben, er ist gut trainiert und er passt auch gut zu Wolfsburg“, lobte das IIHF Hall of Fame-Mitglied den Verteidiger des dreifachen deutschen Vizemeisters.

„Es macht immer Spaß in Wolfsburg“

Wolfsburg ist für den Ex-Profi, der mit Köln und Düsseldorf einst mehrere Meistertitel holte, mittlerweile ein bekanntes Pflaster. Hegen fungiert während der DEL-Playoffs als Serien-Manager (Vermittler zwischen Schiedsrichtern und Teams) und war in den vergangenen beiden Spielzeiten für jeweils eine Serie in der Automobilstadt zuständig. „Die schicken mich immer nach Wolfsburg, ich weiß auch nicht warum“, lachte der Alt-Star, „aber ich bin sehr gerne dort. Die Betreuung ist sehr gut und alle sind sehr nett. Es macht immer Spaß in Wolfsburg!“ Für den Umbruch des dortigen DEL-Klubs nach dem Weggang von Cheftrainer Pavel Gross sieht der ehemalige Spieler, der 1981 von den Montreal Canadiens an 46. Stelle im NHL-Entry Draft gezogen wurde, keine Probleme: „Charly (Fliegauf, Manager der Grizzlys) macht das gut, der hat ein Näschen aufgrund seiner Erfahrung! Ich habe keinerlei Bedenken, dass die Grizzlys irgendwo im Niemandsland verschwinden – keine Angst.“

„Boom hält mit Sicherheit an“

Trotz des frühen Ausscheidens sieht Hegen weiterhin einen Eishockey-Boom: „Der Boom hält mit Sicherheit an. Auch in der DEL waren tolle Playoffs zu sehen und wir haben uns nicht schlecht verkauft in Dänemark. Wenn wir jetzt aus der Top-Division abgestiegen wären, das wäre sicherlich eine Katastrophe gewesen. Die Fans und die Fachleute wissen ja auch, dass die WM eine schwere Aufgabe für die Nationalmannschaft gewesen ist. Aber man spricht überall über Eishockey und auch die Medien berichten wieder mehr. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.“

Auch den Wechsel von Dominik Kahun und Maximilian Kammerer in die NHL, sieht „Didi“ teilweise als Resultat des Abschneidens bei Olympia: „Das spielt mit Sicherheit eine Rolle. Kahun hat ein überragendes Olympia-Turnier gespielt und man hat schon vor zwei, drei Jahren gesehen, dass er ein Riesentalent ist und auch Kammerer spielt gutes Eishockey, er ist jung und groß.“ Kahun geht ab der kommenden Saison für die Chicago Blackhawks auf Puckjagd, Kammerer wechselt zu den Washington Capitals. 

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