Spezialist für späte Ausgleichstreffer: Julius Düker. Foto: Agentur Hübner
Spezialist für späte Ausgleichstreffer: Julius Düker. Foto: Agentur Hübner Foto: Agentur Hübner
Anzeige

Artikel teilen per:

13.04.2019

"Ein geiles Ding!" - Dükers später Treffer sichert den Punkt

von Frank Vollmer


Braunschweig. Eintracht Braunschweig hat die zweite Niederlage in Folge noch so eben abwenden können. Vor 18.248 Zuschauern biss sich die Mannschaft von Trainer André Schubert gegen eine sehr defensiv eingestellte SG Sonnenhof Großaspach lange die Zähne aus. Joker Julius Düker sorgte spät für den Ausgleich zum 1:1 (0:0).

Ein unachtsamerMoment unddie Aufgabe des 33. Spieltageswurde richtig schwer für Eintracht Braunschweig. Bei Timo Röttgers überraschendem Treffer nach gut einer Stunde passte die Löwen-Defensive einmal nicht auf und lag schon hinten.

Im weiteren Spielverlauf gelang den spielbestimmenden Hausherren dank Einwechsler Julius Dükerwenigstens noch der späte Ausgleich in der Nachspielzeit. Es wäre bei einereffizienteren Ausnutzung der eigenen Möglichkeiten mehr drin gewesen für die Eintracht. Fünf Spieltage vor dem Saisonendekündigt sich damit ein heißes Finale an. Am Montag, dem 22. April (19.00) geht es zum Aufsteiger KFC Uerdingen.

Energischem Start fehlt Präzision


Steffen Nkansah, Leandro Putaro und Yari Otto rückten bei Eintracht Braunschweig im Vergleich zum Osnabrück-Spiel in die Anfangsformation. Marc Pfitzner und Manuel Janzer nahmen zunächst auf der Bank Platz, Stephan Fürstner zitterte gelbgesperrt auf der Haupttribüne mit. Auf der anderen Seite fehlten Zlatko Janjic und Sebastien Bösel nach dem Sieg gegen 1860 München mit Muskelfaserriss, Phillip Hercher wegen seiner fünften Gelben Karte. Niklas Sommer, Jamil Dem und Timo Röttger begannen stattdessen.

Die ersten 20 Minuten gehörten klar den Hausherren, bei denen aber der letzte Pass zu häufig unpräzise ausfiel. Die Gäste aus Baden-Württemberg standen von Beginn an erwartet tief und dicht gestaffelt und machten es den Löwen schwer, Lücken zu reißen. Der selbsternannte Dorfklub war mit 32 Gegentoren an der Hamburger Straße angereist - Bestwert aller Teams in der unteren Tabellenhälfte.

Leandro Putaro schickte nach knapp sechs gespielten Minuten einen ersten Warnschuss in Richtung Kevin Broll. Aktivposten Benjamin Kessel – wenige Minuten zuvor nach einer ersten Ecke per Kopf gescheitert (7.) – legte scharf quer, im Fünfmeterraum verpasste Philipp Hofmann nur knapp (13.). Immer wieder kam die Eintracht in der Folge über die Außenbahnen zu Flanken, Nils Rütten bekam aber keinen Druck hinter seine Direktabnahme (19.), Hofmanns akrobatischer Versuch schlug fehl (20.) und Marcel Bär kam aus spitzem Winkel nicht an Broll vorbei (22.).

Langsam wagten sich auch die Gäste offensiv hinter dem Ofen hervor, doch Rütten klärte die Flanke vonKorbinian Burger (24.). Direkt danach hatte Hofmann die beste Möglichkeit bis dahin für die Schubert-Elf, sein Flachschuss aus gut 20 Metern rauschte nur knapp am rechten Pfosten vorbei (26.). Wenig später rutschte Robin Becker im Rückwärtsgang aus, Timo Röttger kam so zur Flanke und fand Niklas Sommer, der den Ball aus guter Positionin den Braunschweiger Himmel jagte(33.). Wenig später prüfte Makana Baku noch einmal Jasmin Fejzic (38.), bevor in der Schlussphase der ersten Hälfte wieder die Blaugelben den Weg zum Tor suchten.Erneut fehlte es an Präzision. Bernd Nehrig flankte eine abgewehrte Ecke an den langen Pfosten, fand aber keinenAbnehmer (44.).

Röttger eiskalt, Düker rettet den Punkt


Nach zerfahrenemWiederbeginn netzten die Gäste aus dem Nichts mit ihrer erstennennenswerten Möglichkeit. Baku legte dabei vom linken Flügel ins Zentrum, wo Angreifer Timo Röttger die Kugel vollkommen unbewacht mit der Pike ins lange Ecke bugsieren durfte (58.). Zum Rückstand kam nun Pech hinzu: Zwei Minuten später verwehrte Schiedsrichter Manuel Gräfe den Braunschweigern einen Strafstoß, als Niko Kijewski an der Grundlinie von Timo Röttger unsanft abgeräumt wurde. "Das war eine klare Fehlentscheidung. Das bringt uns aber nicht weiter",monierte André Schubert nach dem Spiel bei Magenta Sport.

Der Braunschweiger Trainer warfmit Mike Feigenspan für Bär (64.) und Julius Düker für Hofmann (67.) zwei frische Offensivkräfte in die Partie, doch fehlte es seiner Mannschaft weiterhin an der nötigen Durchschlagskaft. Dritter Einwechsler wurde Marc Pfitzner, der für denan der Achillesferse verletztenNehrig in die Partie kam (75. Mehr Hier). Und endlich zappelte auch der Ball im Netz – allerdings stand Schütze Putaro im Moment der Ballabgabe abseits (78.).

"Ein geiles Ding!"


In der heißen Schlussphase warf Eintracht Braunschweig noch einmal alles nach vorne und kam zu Möglichkeiten, war aber auch ein wenig im Glück, dass Kai Brünker im Eins-gegen-Eins an Fejzic scheiterte (85.). Feigenspan setzte sich daraufhin gut gegen zwei Gegenspieler durch und bekam den 2. Abschlussversuch, den er aber über das Tor setzte (87.).

Zwei Minuten später liefen zwei Löwen auf das Tor zu, Düker flankte jedoch ins Nichts. Der 23-Jährige bekam eine weitere Chance und nutzte sie zum späten Ausgleich: Ein weiter Einwurf wurde in der Nachspielzeit von den Aspachern zu kurz abgewehrt. Düker zog aus der Drehung sehenswert ab und traf zum vielumjubelten Ausgleich."Das war ein geiles Ding", freute sich Düker über seinen späten Treffer, haderte aber mit dem Spielverlauf: "Wir müssen mit 1:0 in die Halbzeit gehen. Am Endekönnen wir dankbar sein, dass wir noch 1:1 spielen trotz der Überlegenheit."

"Wir sind enttäuscht, auch wenn wir spät den Ausgleich machen", sagte André Schubert in der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Wir waren über weite Strecken des Spiels die dominantere, die bessere Mannschaft." Was seiner Mannschaft fehle, sei ein wenig die Qualität im Torabschluss. "Das verfolgt uns", so Schubert, der ergänzte: "Wir müssen fußballerisch da weiter machen, wo wir momentan sind.

Wichtig sei, dass seine Mannschaft bis zur letzten Sekunde konzentriert bleibe, "weil sich bis zur letzten Sekunde Dinge ergeben können. Ich bin froh, dass wir den Ausgleich gemacht haben. Das war ganz wichtig für uns. Insgesamt haben wir diesen Punkt mehr als verdient!"

Zahlen & Fakten


Eintracht Braunschweig: Fejzic - Kessel, Becker, Nkansah, Kijewski - Otto, Rütten, Nehrig (75. Pfitzner) - Putaro, Hofmann (67. Düker), Bär (64. Feigenspan) Trainer: André Schubert

SG Sonnenhof Großaspach: Broll - Sommer, Leist, Gehring, Burger - Dem (63. Binakaj), Pelivan - Brünker, Vitzthum, Baku (90. Hoffmann) - Röttger (85. Hingerl)Trainer: Florian Schnorrenberg

Torfolge: 0:1 Timo Röttger (58. Baku), 1:1 Julius Düker (90.+3 Kijewski)

Das Spiel in Bildern


https://regionalsport.de/spiel-in-bildern-eintracht-braunschweig-sg-sonnenhof-grossaspach/

Mehr lesen


https://regionalsport.de/die-achillessehne-schubert-gibt-entwarnung-bei-bern-nehrig/


Artikel teilen per:

zur Startseite

Anzeige