Ein Wettlauf mit der Zeit: Mit Abdullahi gegen Ingolstadt?

4. Mai 2018 von
Torsten Lieberknecht signalisiert: Noch ist hier lange nichts verloren! Foto: Agentur Hübner
Braunschweig. Am Sonntag (15.30 Uhr) empfängt Eintracht Braunschweig anlässlich des letzten Heimspiels der Saison den FC Ingolstadt. Im Abstiegskampf zeigt sich Löwen-Trainer Torsten Lieberknecht optimistisch. Und fordert Mut von seiner Mannschaft. Doch wer stürmt eigentlich gegen die Schanzer, sollte Suleiman Abdullahi ausfallen?

Wer soll hier Tore schießen?

Was stimmt einen Fußballtrainer eigentlich zuversichtlich, befindet er sich in einer herausfordernden Situation, wie sie Torsten Lieberknecht derzeit widerfährt? In erster Linie sei es sein eigener, „innerer“ Optimismus, der Torsten Lieberknecht für die Aufgabe gegen den FC Ingolstadt mutig stimmt. „Aber auch, wie Braunschweig und die Fans mit der Situation umgehen und, dass wir sportlich stark genug sind, das Schlimmste abzuwenden“, entgegnet der Fußball-Lehrer zwei Tage vor einem der wichtigsten Heimspiele seiner Amtszeit als Trainer bei Eintracht Braunschweig. 

Angesichts der akuten Flaute vor dem Tor wird dabei vor allem ein möglicher Einsatz von Angreifer Suleiman Abdullahi zum Wettlauf mit der Zeit. „Die medizinische Abteilung versucht alles“, bestätigt dessen Trainer. Bitter: Abdullahi hat sich im Training eine Sprunggelenksverletzung am Bandapparat zugezogen. Fällt der 21 Jahre junge Nigerianer aus, dürfte es für die „Löwen“ schwer werden, vor dem gegnerischen Tor überhaupt Gefahr auszustrahlen, was die letzten Spiele ernüchternd gezeigt haben. Vielleicht wäre Georg Teigl wie schon gegen Bielefeld eine Option. Salim Khelifi und Ahmet Canbaz können nicht helfen und steigen erst am kommenden Montag wieder ins Mannschaftstraining ein. Für Patrick Schönfeld ist die Saison nach einem Muskelfaserriss ohnehin bereits gelaufen. Andere, wie Ken Reichel oder Quirin Moll, stecken im Formtief fest und haben mehr mit sich selbst zu kämpfen, als mit dem Gegner. 

Risikoabwägung bei Suleiman Abdullahi. Sein Einsatz ist ein Wettlauf mit der Zeit. Foto: Agentur Hübner

„Im Hotelzimmer hängt die Taktiktafel“

Die Startformation gegen die Schanzer – sie gibt ein durchaus vertracktes Rätsel personeller Natur auf. Lieberknecht versucht nach außen, das Beste daraus zu machen. Dabei hilft vielleicht auch ein Prise pfälzischer Humor: „Bei mir im Hotelzimmer steht die Taktiktafel. Manchmal muss ich dort einen Spieler wegnehmen und rechts an den Rand schieben, weil der nicht trainieren kann. Am nächsten Tag steht er wieder drauf, weil er halbwegs wieder im Kommen ist“, scherzt der 44-Jährige und ergänzt: „Diese Tafel wird oft benutzt. Ich hoffe, dass die Magnete noch bis Sonntag halten.“

22 Spieler sind mit im Trainingslager in Salzgitter, 14 können spielen. Torsten Lieberknecht muss den ein oder anderen Spieler am Samstag damit konfrontieren, nicht dabei zu sein. „Es geht dabei nicht darum, den Kader zu benennen, sondern die Mannschaft mit bestem Gewissen und Wissen aufzustellen und wer am Sonntag bereit ist, gegen Ingolstadt den Dreier zu holen.“ Die Bereitschaft sei in seiner Mannschaft ohnehin immer da gewesen, die Spiele zu gewinnen, betont er. 

Eine nicht unwesentliche Rolle spielt in der aktuellen Lage die mentale Stärke. „Der ein oder andere Spieler hat hier zuhause nicht das Standing, das man sich wünscht, um frei Fußball zu spielen. Da muss man vielleicht auch mal durchs Feuer gehen“, fordert Lieberknecht ein und erinnert sich: „Marc (Arnold – Anmerk. d. Verf.) war irgendwann auch mal nicht ganz so beliebt. Am letzten Spieltag dürfte er den Platz mit Standing Ovations verlassen. Das ist eben auch Braunschweig.(…) Die Stimmung kann hier auch sehr schnell umschlagen, wenn die Leute sehen, dass Herz ist dabei.“ Und der Trainer gibt ein Versprechen: „Das Herz wird dabei sein. Egal wer auf dem Platz steht oder drumherum!“

Auf die Unterstützung ihrer Fans können die Blau-Gelben dabei wohl bauen (wir berichteten). Das Spiel ist bis auf ein paar Rest-Tickets in der Nordkurve restlos ausverkauft.

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