Mit etwas Abstand kann Vollmanns emotionaler Ausbruch in der Pressekonferenz vor dem Spiel beim TSV 1860 München nicht nur kritisch betrachtet werden.
Mit etwas Abstand kann Vollmanns emotionaler Ausbruch in der Pressekonferenz vor dem Spiel beim TSV 1860 München nicht nur kritisch betrachtet werden. Foto: Agentur Hübner
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29.01.2020

Eintrachts Sportdirektor Vollmann und wo Emotionen gut tun

Ein Kommentar von Frank Vollmer


Braunschweig. Nach den Irritationen um die ins Stocken geratenen Vertragsverhandlungen von Robin Becker kommt nun wieder Bewegung in die Angelegenheit (mehr hier). Doch nicht nur das - Eintracht Braunschweig ist wieder emotional besetzt. Dies ist auch das Verdienst von Sportdirektor Peter Vollmann.

"Die ehrliche Suche nach Wahrheit"


Der französische Mathematiker, Physiker und Philosoph Blaise Pascal prägte schon Mitte des 17. Jahrhunderts die Weisheit: „Nur die ehrliche Suche nach Wahrheit bringt Ruhe.“ In diesem Sinne schießen auch wir von der Presse bei der Suche nach der Wahrheit zuweilen ein wenig über das Ziel hinaus. Genau dann dürfen wir uns aber nicht zu schade sein, dies auch einzugestehen. Eine ehrliche Wahreit ist es schließlich nur dann, wenn daraus auch ein Gewinn für alle Seiten entstehen kann und man offen und auf Augenhöhe miteinander im Diskurs steht.

Mit anderen Worten: Mit etwas Abstand kann Vollmanns emotionaler Ausbruch in der Pressekonferenz vor dem Spiel beim TSV 1860 München nicht nur kritisch betrachtet werden. Vollmann, so hatte es zunächst den Anschein, habe auf Kosten des 23 Jahre alten Abwehrspielers Medienschelte betrieben. Nach der besagten Pressekonferenz war der Sportdirektor aber direkt zu Robin Becker gegangen und hatte auch seinem Spieler klar signalisiert: „Wir stehen hinter dir und wir finden eine Lösung“. Vielleicht folgt nun ja in Kürze sogar eine Vollzugsmeldung in der Causa Becker.

So gesehen hatte der emotionale PK-Ausbruch von Eintrachts Sportdirektor im Nachhinein sogar etwas Gutes. Vor allen Dingen hat er angedeutet, dass da doch noch Leben und Identifikation im zuletzt krisengeschüttelten Deutschen Meister von 1967 stecken. Überwog im ersten Moment das Gefühl, Robin Becker würde hier von Peter Vollmann zum Sündenbock hochstilisiert, wünscht man sich nun, dass der erfahrene Fußballlehrer Vollmann die gezeigte Emotionalität auch weiterhin vorlebt. Vielleicht sitzt der 62-Jährige nun ja öfter mit in der Pressekonferenz vor dem Spiel und der geneigte Fan erhält weitere Einblicke in die blau-gelbe Seelenwelt. Vielleicht ja schon vor dem Duell mit Jena. Wir würden es zumindest begrüßen.

Und nicht zuletzt bestätigte Vollmann uns gegenüber: Kritische Berichterstattung ist bei Eintracht Braunschweig auch zukünftig gewünscht. Wir werden auch weiterhin genau hinsehen und die Wahrheit suchen - ehrlich!
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Dies ist ein Kommentar von Frank Vollmer. Die Meinung des Autors entspricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.


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