Eishockey-WM: Deutschland verliert erneut im Penaltyschießen!

6. Mai 2018 von
Auch Björn Krupp (Nummer 40) von den Grizzlys Wolfsburg konnte Norwegen nicht zum Stolpern bringen. Foto: Moritz Eden/City-Press GbR
Anzeige

Herning/Wolfsburg. Auch im zweiten Gruppenspiel der Eishockey Weltmeisterschaft in Dänemark musste sich die deutsche Nationalmannschaft mit Björn Krupp von den Grizzlys Wolfsburg im Penaltyschießen geschlagen geben. Nach einer Partie, in der Deutschland immer wieder ausgleichen konnte, setzte sich Norwegen am Sonntagabend im Nachsitzen letztendlich durch.

Anzeige

Deutschland wacht spät auf

Katastrophaler Start für den Silbermedaillen-Gewinner von PyeongChang. Keine zwei Minuten dauerte es, bis die deutsche Mannschaft in Überzahl agieren konnte. Mit einem Lattenkracher von Matthias Plachta verpasste das Team von Bundestrainer Marco Sturm nur knapp die Führung. Diese konnte Norwegen im Gegenzug für sich verbuchen. Dabei holte sich Ken André Olimp nach einem Konter seinen eigenen Rebound und jagte ihn am Gegenspieler vorbei zum 0:1 (2.) in die Maschen – Timo Pielmeier, dem die Sicht versperrt war, hatte keine Chance.

Die läuferisch starken Skandinavier blieben am Drücker, spielten aggressiver und ließen dem Kontrahenten kaum Luft. Zu allem Unglück kassierte man eine Strafe aufgrund eines Wechselfehlers. Dies nutzte das Powerplay-Team eiskalt aus: Tobias Lindström hämmerte das Hartgummi nahe der blauen Linie in Richtung Pielmeier, Thomas Valkvae Olsen verwandelte aus der Luft zum 0:2 (8.).

Direkt im Anschluss folgte nächste Überzahlsituation für Deutschland – und wieder fast der Treffer, doch Henrik Haukeland rettete mit einem Monstersave (10.). Das nachfolgende Powerplay brachte ebenfalls nichts ein. Während die Deutschen kaum in ihr Spiel fanden und oft unsicher wirkten, zog Norwegen die nächste Strafe. Und endlich platzte der Konten: Yasin Ehliz erkämpfte sich die Scheibe, legte ab auf Leon Draisatil, der weiter zu Patrick Hager leitete. Der Münchener wollte zurück auf Ehliz geben, der sich vor dem Kasten postiert hatte, doch ein Norweger kam dran und legte sich die Scheibe zum 1:2 (15.) selbst in Netz. Endlich funktionierte das deutsche Spiel! In einem grandiosen Konter spielte Marcel Noebels per Rückhand quer zu Marc Michaelis, der das Spielgerät abgebrüht zum 2:2 (19.) in das netz knallte.

Schwarz-Gold kämpft sich erneut zurück

Deutlich kontrollierter ging es in den zweiten Abschnitt. Mit schnellen Pässen spielten sich die Deutschen nach vorne, doch schon den ersten Fehler bestraften die Skandinavier hart. Leon Draisaitl verlor die Scheibe in der neutralen Zone und blieb in der Folge nicht an seinem Mann – so konnte Anders Bastiansen nach einem schnellen Angriff auf der linken Seite völlig frei zum 2:3 (22.) einnetzen

Beirren ließ sich die in den Rückstand geratene Mannschaft davon nicht. Nächstes Powerplay, nächste Chance. Wieder war Hager tief stehend zur Stelle und diesmal erkämpfte sich der Stürmer den Schuss selbst und schob links am Goalie vorbei zum 3:3 (28.) ein. Der erneute Ausgleich gab Aufwind. Immer wieder zogen die Deutschen vor Haukelands Gehäuse. Der Schlussmann hatte zwischenzeitlich alle Hände voll zu tun. Von der Spielmitte bis zum Drittelende agierten die Opponenten auf Augenhöhe.

Keine Entscheidung in regulärer Spielzeit

Auch in den Mittelabschnitt startete die deutsche Mannschaft mit einem größeren Offensivanteil, konnte gegen die Defensive der Nordeuropäer allerdings nicht viel ausrichten. Nachdem sich die Teams eine Weile neutralisierten brachte sich Norwegen wie aus dem Nichts in Führung. Daniel Sorvik brachte die Scheibe, konnte ohne Bedrängnis bis zur blauen Linie laufen und versuchte es einfach – Leon Draisaitl fälschte leicht ab, Pielmeier konnte den an sich harmlosen Schuss nicht halten. Doch die Sturm-Jungs hatten auf das 3:4 (51.) sofort eine Antwort parat: Nur 25 Sekunden später verfrachtete Yannic Seidenberg nach Zuspiel von Matthias Plachta das Hartgummi zum 4:4 (51.) in das gegenerische Netz.

In den letzten Minuten kämpften beide Teams verbissen um die Führung und glänzten mit gefährlichen Angriffen. Gute vier Minuten vor dem Spielende musste die deutsche Mannschaft zum zweiten Mal in Unterzahl. Norwegen kam gut in Formation und übte Druck aus. Erst kurz vor Ablauf der Überzahl gelang der Befreiungsschlag (57.). Für eine Entscheidung innerhalb der 60 Minuten reichte es nicht mehr.

Kein Treffer für Deutschland im Pebaltyschießen

In der Overtime zeigte sich Deutschland meist überlegen. Nach nur einer Minute hätte Hager die Entscheidung beiführen können, spielte kurz vor dem Tor zu Dominik Kahun ab, doch der zukünftige Blackhawk fand keine weitere Anspielstation (62.). Die letzten zwei Minuten der Verlängerung musste das deutsche Team in Unterzahl überstehen und hielt stand – erneutes Penaltyschießen. Dort hatten die Norweger das bessere Händchen. Keiner der deutschen Schützen konnte Haukeland überwinden. Norwegen traf dreimal, Tobias Lindström sorgte für die Entscheidung.

Zahlen und Fakten

Torfolge: 0:1 (1:41) Ken André Olimp (SH1), 0:2 Thomas Valkvae Olsen (Lindström, Olimp/PP1), 1:2 (14:30) Patrick Hager (Draisaitl/PP1), 2:2 (18:41) Marc Michaelis (Noebels), 2:3 (21:36) Anders Bastiansen (Salsten, Valkvae Olsen), 3:3 (27:31) Patrick Hager (Draisaitl/PP1), 3:4 (50:13) Daniel Sorvik, 4:4 (50:38) Yannic Seidenberg (Plachta, Draisaitl), 4:5 (65:00) Tobias Lindström (PS)

Mehr lesen

Auftakt-Pleite bei der WM: Deutschland verliert im Nachsitzen

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: sport@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-19
Anzeigen