Endlich! Die Eintracht lebt und erzwingt den Sieg in Cottbus

15. Dezember 2018 von
Endlich der 2. Saisonsieg: Mannschaftskapitän Stephan Fürstner jubelt mit Felix Burmeister und Malte Amundsen, die spät eingewechselt wurden, um die knappe Führung über die Zeit zu retten. Foto: imago/Steffen Beyer
Braunschweig. Die Eintracht kann doch noch gewinnen! Am 19. Spieltag bezwang der Tabellenletzte der 3. Liga den FC Energie Cottbus dank eines Eigentores der Gastgeber mit 1:0 (0:0) und sendete mit einer engagierten Vorstellung ein deutliches Lebenszeichen.

Ein Fußball-Tor misst in der Regel 7,32 mal 2,44 Meter. Diese multipliziert 17,86 Quadratmeter waren für die Fußballer von Eintracht Braunschweig in dieser Saison bisher viel zu oft viel zu klein. Auch am 19. Spieltag tat sich die Mannschaft von André Schubert trotz zahlreicher Großchancen sichtbar schwer in dieser Kerndisziplin des Ballsports. Dank ein wenig Cottbusser Schützenhilfe musste aber niemand nach Erklärungen suchen, warum es wieder einmal nicht geklappt hat. Diese Löwen leben noch!

Chancenwucher in blau und gelb

Das Braunschweiger Gastspiel in der Lausitz war, was man gemeinhin als „Schwere Geburt“ bezeichnet und sicherlich der allgemeinen sportlichen Misere beim Tabellenletzten geschuldet. Trotz einer stark verbesserten und taktisch klugen Vorstellung haderten die Löwen im Stadion der Freundschaft mit einem wahrem Chancenwucher. Allein Onur Bulut ließ im ersten Durchgang zwei wirklich dicke Hochkaräter ungenutzt liegen. Erst scheiterte der 24 Jahre alte Angreifer nach tollem Zuspiel von Marc Pfitzner frei am Fuß des auf die Linie zurück geeilten José-Junior Matuwila (13.), später aus kurzer Distanz noch einmal an Energie-Schlussmann Avdo Spahic (37.). Bulut sollte jedoch später endlich auch mal Glück haben.

Neben dem Deutsch-Türken waren auch Philipp Hofmann und Leandro Putaro in die Startelf gerückt. Marcel Engelhardt stand wie angekündigt für Lukas Kruse zwischen den Pfosten. Yari Otto und Leon Bürger gehörten zum Auswechselkontingent, der angeschlagene Manuel Janzer hatte es nicht in den Kader geschafft. Bei den Gastgebern vertraute Claus-Dieter „Pele“ Wollitz auf die Elf vom 3:3 in Aalen. 

Die Niedersachsen agierten mit viel Struktur, defensiv stabil und konterstark. Christoffer Nyman gehörte bei einem Konter die erste Chance der Partie (6.). Eine weitere gute Braunschweiger Möglichkeit hatte Philipp Hofmann, der bei einer Putaro-Ecke nur knapp per Kopf am kurzen Pfosten vorbei köpfte (33.). Auf der Gegenseite versuchten es die Hausherren nach guten Anfangsminuten immer wieder mal mit Flanken von links, die aber allesamt keinen Abnehmer fanden. Die beste und einzige echte Möglichkeit für die Wollitz-Elf vergab Mannschaftskapitän Marc Stein per Kopf (17.). Noch vor der Pause grätschte der fehlerfreie Marcel Engelhardt an der Strafraumkante den Ball vor Fabio Viteritti ab (41.). 

Eigentor erzwungen

Die rund 600 mitgereisten Eintracht-Fans wurden im zweiten Abschnitt endlich für ihre Beharrlichkeit belohnt. War Nyman zuvor zweimal knapp gescheitert (55./56.), bedrängte der Schwede jetzt bei einer scharfen Hereingabe von Bulut FC-Innenverteidiger José-Junior Matuwila entscheidend zum erlösenden Eigentor (64.). Zuvor hatte David Sauerland aus spitzem Winkel nur das Außennetz getroffen (58.). Jetzt lag das bessere Team vorne und das verdient. Cottbus bot weiterhin große Räume an, die von den Braunschweigern sehr gut genutzt wurden. Avdo Spahic war in dieder Phase der Partie Energies bester Mann, hatte in der 76. bei einem fiesen Flatterball von Putaro richtig Glück, dass nicht das 0:2 fiel. 

In den letzten Spielminuten zogen sich die Gäste etwas zurück und Cottbus setzte zu einer heißen Schlussphase an. Einen Schuss von Fabio Viteritti parierte Engelhardt, doch erst Niko Kijewski konnte den Ball vor der Linie klären (87.). Kurz darauf traf Fabian Holthaus den Pfosten (90.). Die Schubert-Elf verteidigte mit allem was sie hatte und brachte den knappen Sieg so über die vier Minuten Nachspielzeit. Es war übrigens der erste Sieg in einem Pflichtspiel in Cottbus.

„Das Tor erzwungen“

André Schubert wirkte selbst ein wenig platt nach dem ersten Sieg mit der Mannschaft im achten Anlauf als Trainer: „Ich freue mich, dass sich die Jungs für eine sehr, sehr gute Leistung belohnt haben“, sagte der 47-Jährige bei Telekom Sport. „Obwohl sie drei, vier Chancen nicht genutzt hat, hat sie sich dagegen gestemmt. Insgesamt haben wir stabil verteidigt, waren immer da und haben den Sieg verdient“, lobte Schubert und freute sich darüber, dass seine Mannschaft über 90 Minuten konzentriert geblieben war.

Das sah Philipp Hofmann ähnlich: „Wir können auswärts gewinnen und zu null spielen“, entfuhr es dem Angreifer. „Wir haben heute als Mannschaft funktioniert und auf dem Platz gut miteinander kommuniziert. Wir hatten uns vorgenommen, uns in jeden Zweikampf zu werfen. Wir haben das Tor erzwungen.“ Am kommenden Samstag (14.00) tritt Eintracht Braunschweig zum Rückrundenauftakt im letzten Spiel des Jahres beim Karlsruher SC an. 

Große Erleichterung bei André Schubert nach dem Abpfiff. Foto: imago/Steffen Beyer

Zahlen & Fakten

FC Energie Cottbus: Spahic – Weidlich, Stein, Matuwila – Bender, Holthaus – Gerhmann (58. Schneider) – Geisler, Viteritti – Scheidhauer, Mamba (63. Rangelov) Trainer: Claus-Dieter Wollitz

Eintracht Braunschweig: Engelhardt – Becker, Nkansah, Kijewski – Fürstner, Pfitzner – Sauerland, Putaro – Bulut (90.+4 Burmeister) – Hofmann (89. Tingager), Nyman (75. Amundsen) Trainer: André Schubert

Torfolge: 0:1 José-Junior Matuwila (64. ET, Bulut)

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