Dreimal exzellent gekontert: Eintracht Braunschweig in Unterhaching.
Dreimal exzellent gekontert: Eintracht Braunschweig in Unterhaching. Foto: imago
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10.06.2020

Fast wie in der Landesliga: Dreifach-Konter-Löwen springen in Haching auf Platz 3!

von Frank Vollmer


München/Braunschweig. So konterstark wie an diesem 31. Spieltag hat man Eintracht Braunschweig lange nicht erlebt! Auch wenn das Gastspiel bei der Spielvereinigung Unterhaching über 90 Minuten mit der Belagerung des eigenen Tores zusammenhing, siegte die Mannschaft von Marco Antwerpen am Ende 3:1(3:1) und springt in der Tabelle auf den Relegationsplatz. Doppelpack von Martin Kobylanski.

Antwerpens Plan geht perfekt auf


Der dritte Sieg im vierten Spiel nach dem Re-Start und der Traum von der 2. Bundesliga lebt. Acht Spieltage vor dem Ende der Saison haben die Löwen der Spielvereinigung Unterhaching mit einem einfachen aber guten Konzept die Zähne gezogen und weitere drei Punkte eingesammelt. Nicht nur Torhüter Marcel Engelhardt sammelte dabei weiter starke Argumente für einen dauerhaften Platz zwischen den Pfosten. Die Gäste starteten erneut mit acht Veränderungen. Lediglich Engelhardt, Kobylanski und Pourié verblieben. Robin Becker fand erstmals nach dem Re-Start wieder Berücksichtigung im Kader. SpVgg-Coach Claus Schromm wechselte dagegen fünffach. Für Stierlin, Fuchs, Heinrich, Bigalke und Schröter liefen Stahl, Felix Müller, Jim-Patrick Müller, Hufnagel und Schröter von Beginn an auf.

Scheintote Löwen beißen dreimal herzhaft zu!


Das nasskalte Herbstwetter, den Stau vor Münchens Toren und den neuerlich frühen Gegentreffer der Marke „Machst du nur einmal im Leben“ von Unterhachings Rechtsverteidiger Markus Schwabl (9.) steckte Eintracht Braunschweig verdammt gut weg. Von Trainer Marco Antwerpen mit einem einfachen aber guten Umschalt-Spielplan auf den Rasen geschickt, konterten die Niedersachsen ihre Gastgeber in den ersten 45 Spielminuten gleich dreimal schulbuchartig und eiskalt aus. Das genügte, um die Elf von Trainer Claus Schromm auf Abstand zu halten, die mit sehr viel Ballbesitz immer wieder an den extrem tief gestaffelten Braunschweigern abprallte. Auch das probate Mittel Fernschüsse versagte nach Schwabls 1:0 dauerhaft den Dienst, weil Marcel Engelhardt im Braunschweiger Kasten einmal mehr eine erwachsene Vorstellung anbot – wie bei Felix Schröters gefährlichem Heber in der 36. Spielminute.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Löwen das temporeiche Spiel mit Chuzpe bereits zu ihren Gunsten gedreht. Zielspieler Marvin Pourié hatte zweimal in Kontern das Spielgerät gesichert und gegen die sehr hoch stehenden Hachinger kluge Gegenstöße initiiert. Beim Ausgleich schickte der letztjährige Drittliga-Torschützenkönig Merveille Biankadi auf die Reise, der von rechts kommend am langen Pfosten Mike Feigenspan fand (24.). Kaum zwei Minuten später wurde Martin Kobylanski Nutznießer der pouriéschen Ballsicherheit, als die Löwen ihren ersten Treffer einfach dreist kopierten (26.). Kurz vor der Pause nahm die Antwerpen-Elf ein Geschenk vom „letzten Mann“ Schwabl dankend an. Feigenspan und Kobylanski liefen plötzlich einsam auf Schlussmann Mantl zu und hatten leichtes Spiel beim 1:3 (45.+1).

Wir haben den Spielplan gut umgesetzt. Wir sind im Umschaltspiel gerade echt brutal, vor allem in den Auswärtsspielen. Das kommt uns zugute.

- Marvin Pourié nach dem Spiel bei Magenta Sport


Spiel auf ein Tor


Entschieden war die mittlerweile sehr unterhaltsame Partie damit aber noch lange nicht. Die Hausherren liefen weiter unverdrossen an und waren einige Male nahe an ihrem zweiten Treffer, wie Schröter (46.), Felix Müller (52.) oder Hufnagel (59.). Nach einer Stunde wechselte Antwerpen Benjamin Kessel für Fürstner ein – soeben war 1,97m-Sturmkante Dominik Stroh-Engel eingewechselt worden. Verteidiger Kessel fand aber wenig später Zeit für einen rasanten Vollsprint entlang der rechten Außenlinie und setzte Pourié ein, der aber beim Abschluss verzog (69.). Wenig später kamen für Kobylanski und Putaro noch Patrick Kammerbauer und Robin Becker ins Spiel (72.).

Die Spielvereinigung hatte weiterhin viel Ballbesitz vorzuweisen, fand aber keine Lücken im engmaschigen Braunschweiger Verteidigungsnetz. Stattdessen verpasste Biankadi nur knapp die Entscheidung, als er zehn Minuten vor Spielende knapp links vorbei zielte. Das letzte Wort blieb Engelhardt vorbehalten, der eine tolle Kombination samt wuchtigem Abschluss vom eingewechselten Heinrich vereitelte (88.).

Am kommenden Samstag (14.00) gastiert die SG Sonnenhof an der Hamburger Straße.

"Wieder der Rückstand, den wir aus einem unfassbaren Tor kassieren. Wir haben uns kurz geschüttelt, sind uns aber treu geblieben und haben weiter gemacht mit dem Plan den wir hatten. Wenn du tief stehst müssen die Innenverteidiger auch mal andribbeln und machen Räume frei. Wir haben unfassbares Tempo über Mike Feigenspan, Marvin Pourié oder Merveille Biankadi. Auch Martin Kobylanski hat ein sehr gutes Einlaufverhalten. Ein bisschen Glück gehört auch dazu. Das hatten wir in der ein oder anderen Situation."

- Marco Antwerpen nach dem Spiel bei Magenta Sport


Zahlen & Fakten


SpVgg Unterhaching:

Mantl - Schwabl, Winkler, Greger, Dombrowka (71. Grauschopf) - F. Müller, J.P. Müller (71. Heinrich), Stahl (14. Fuchs), Marseiler (60. Stroh-Engel) - Hufnagel, Schröter (71. Dietz) Trainer: Claus Schromm

Eintracht Braunschweig:

Engelhardt - Wiebe, Fürstner (60. Kessel), Nkansah - Putaro (72. Becker), Kobylanski (72. Kammerbauer), Pfitzner, Schlüter - Biankadi (82. Bär), Pourié, Feigenspan Trainer: Marco Antwerpen

Torfolge: 1:0 Markus Schwabl (9.), 1:1 Mike Feigenspan (24. Biankadi), 1:2 Martin Kobylanski (26. Pourié), 1:3 Martin Kobylanski (45. Feigenspan)


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