Finale Furioso: Edeljoker Düker erneut in letzter Sekunde

28. April 2019 von
Er hat es schon wieder getan: Edeljoker Julius Düker sicherte den Löwen einen wichtigen Punkt gegen Münster. Foto: Agentur Hübner/Archiv
Braunschweig. Das ist der blanke Fußball-Wahnsinn! Erneut hat Edeljoker Julius Düker Eintracht Braunschweig in letzter Sekunde einen Punkt gesichert. In einem hochklassigen und verrückten Spiel rang die Elf von Trainer André Schubert am 35. Spieltag dem SC Preußen Münster so ein 3:3 (1:2) ab. 

Die Konkurrenz hatte gepatzt im Tabellenkeller an diesem 35. Spieltag der 3. Liga. Gegen spielstarke und äußerst effektive Preußen nutzte die Eintracht in buchstäblich letzter Sekunde die Möglichkeit, sich vor 19.570 Zuschauern weiter von den Abstiegsplätzen zu entfernen.

Erneut war es Martin Kobylanski, der doppelt gegen blaugelb traf, doch hatte Julius Düker mit seinem nunmehr dritten superspäten Jokertor das letzte Wort. Mit 41 Zählern bleiben die Niedersachsen auf Platz 14. Am Sonntag, dem 5. Mai (14.00) geht es zum bereits abgestiegenen Tabellenschlusslicht VfR Aalen.

Furioser Beginn, effektive Adler

Beide Trainer verzichteten auf große Wechsel in der Anfangsformation. Eintracht-Coach André Schubert musste nach der überraschenden DFB-Sperre notgedrungen auf Robin Tim Becker verzichten, schickte dafür Nils Rütten in die Abwehrkette. Bei den Gästen fehlte Youngster Cyrill Akono. Der Torschütze vom 1:0-Sieg gegen Großaspach half bei der abstiegsbedrohten U19-Bundesligamannschaft der Preußen aus. Moritz Heinrich spielte stattdessen von Beginn an.

Die Hausherren starteten furios in die Anfangsviertelstunde. Mit großem Selbstvertrauen ausgestattet, haperte es allein an Kleinigkeiten bei den Löwen, die immer wieder schnell das Mittelfeld – vermehrt über die rechte Außenbahn – überbrückten. Philipp Hofman (7. frei am langen Pfosten), Leandro Putaro (9.) und Marcel Bär (12.) scheiterten so an einer frühen Braunschweiger Führung.

Die Gäste kamen kaum zur Entlastung, zeigten sich jedoch eiskalt vor dem Tor: Nach einer Ecke verlängerte Dadashov per Kopf, Simon Scherder staubte am langen Pfosten aus nächster Nähe ab (28.). Plötzlich waren auch die Preußen im Spiel und wurden stärker. Rufat Dadashow legte von links eine butterweiche Flanke maßgerecht zum einlaufenden Martin Kobylanski. Der Offensive Mittelfeldspieler – im Hinspiel mit 3 Toren Matchwinner – zog aus 17 Metern satt mit links ab und ließ Jasmin Fejzic im Tor keine Chance (32.).

Eintracht Braunschweig fand diesmal direkt die richtige Antwort: Stephan Fürstner setzte konsequent nach und fand an der Strafraumkante Manuel Janzer, der spitzelte rechts raus zu Kessel, aus spitzem Winkel fand Kessel den Weg ins Tor (34.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es noch einmal turbulent auf dem Rasen. Erst pfiff Schiedsrichter Pascal Müller das vermeintliche 1:3-Abstaubertor von Scherder nach einem Gewaltschuss von Klingenburg wegen abseits ab (starke Parade Fejzic, 44.), dann verpassten gleich mehrere Löwen den Ausgleich im Strafraumgetümmel (45.+2).

Kobylanski schockt Fejzic, Schubert mit Wechselhändchen

Das rasant-verrückte Spiel fand auch in Durchgang zwei seine Fortsetzung. Marcel Bär jagte einen ersten schnellen Konter risikoreich aus spitzem Winkel über das Tor von Maximilian Schulze Niehues (49.), dann überrumpelte Löwen-Schreck Kobylanski mit einem satten Freistoß-Schlenzer von links Jasmin Fejzic zum 1:3 (56.).

André Schubert reagierte mit einem Doppelwechsel auf den erneuten zweifachen Rückstand: Mike Feigenspan und Felix Burmeister kamen für Manuel Janzer und Nils Rütten (64.). Burmeister war keine fünf Minuten im Spiel, da gelang ihm der erneute Anschlusstreffer für die beherzt aufspielende Heimelf. Dabei köpfte Nkansah zu Pfitzner, der den völlige verwaisten Burmeister fand (69.). 

In der Schlussphase der Partie wurde es zerfahrener. Kittner sah Gelb, als er den enteilten Bär per Trikotzupfer zu Fall brachte (73.), Klingenburg streckte Fürstner ohne Not jenseits der Mittellinie zu Boden (79.).

Die Blaugelben warfen noch einmal alles nach vorne. Der gerade eingewechselte Julius Düker rutschte in der 85. Spielminute knapp am Ausgleich vorbei, Niko Kijewski verfehlte das Tor mit einem Distanzschuss um einen Meter (88.). Gerade hatte Schiri Müller den Löwen einen Handelfmeter verwehrt, da war Edeljoker Düker zur Stelle und belohnte die engagierte Leistung seiner Mannschaft bei der nachfolgenden Ecke am kurzen Pfosten mit dem verdienten 3:3-Endstand. 

Zahlen & Fakten

Eintracht Braunschweig: Fejzic. – Nkansah, Rütten (64. Burmeister), Kijewski – Kessel, Putaro (79. Düker) – Pfitzner, Fürstner – Janzer (64. Feigenspan) – Bär, Hofmann Trainer: André Schubert

SC Preußen Münster: Schulze-Niehues – Menig, Kittner, Scherder, Heidemann – Braun – Klingenburg, Kobylanski (76. Schweers), Rodrigues Pires (69. Müller) – Heinrich (76. Rühle), Dadashov Trainer: Marco Antwerpen

Torfolge: 0:1 Simon Scherder (28. Dadashov), 0:2 Martin Kobylanski (32. Dadashov), 1:2 Benjamin Kessel (34. Janzer), 1:3 Martin Kobylanski (56.), 2:3 Felix Burmeister (69. Pfitzner), 3:3 Julius Düker (90.)

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