Der Wiederstart der Fußball-Bundesliga schürt im Amateursport Erwartungen und Hoffnungen.
Der Wiederstart der Fußball-Bundesliga schürt im Amateursport Erwartungen und Hoffnungen. Foto: Frank Vollmer
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18.05.2020

Gedanken zur Aussetzung der Amateurfußballsaison: „Eine möglichst saubere Methode“

Ein Kommentar von Till Oliver Becker


Region. Der Wiederstart der Fußball-Bundesliga nach mehr als zwei Monaten Corona-Zwangspause schürt im Amateursport Erwartungen und Hoffnungen und setzt die regionalen Verbände zusätzlich unter Druck.

Ihnen wird oft vorgeworfen, sie hätten zu zögerlich agiert und dabei die Positionen ihrer Mitgliedsvereine zu wenig einbezogen. Das ist unfair, denn die Situation der Amateurverbände ist mit der der DFL kaum vergleichbar. Die Anforderungen an die Profiteams könnten an der Basis kaum eingehalten werden – allein schon das regelmäßige Testen der Akteure ist hier gar nicht möglich.

Die Verantwortung, die Ligen vielleicht zu früh wieder gestartet zu haben und damit einer Verbreitung des Virus Vorschub geleistet zu haben, kann man den Amateurverbänden nicht zumuten. Bei aller Sehnsucht nach dem Fußball, nach heutigem Stand ist ein Saisonabbruch mit einer weiteren längeren Pause also kaum zu vermeiden. Es liegt jetzt an den Funktionären, sich eine möglichst saubere Methode einfallen zu lassen.

Das schottische System?


Den einzigen Vorwurf, den sich der DFB gefallen lassen muss: Man hat sich selbst den Spielraum eingeschränkt, indem man zu phantasielos an das Problem herangegangen ist. Das schottische System mit drei Spielrunden statt nur Hin- und Rückrunde wäre ein eleganter Lösungsansatz gewesen und hätte wertvolle zusätzliche Zeit gebracht (mehr hier).

Die restlichen Partien dieser Saison hätten bis zum Winter absolviert werden müssen, dafür hätte es gereicht, im September erneut zu starten. Ab Februar wäre dann, bis zum Juni, eine dritte Runde gefolgt. Sportlich wäre dieser Ansatz wohl der sauberste gewesen – jedes Team hätte drei Mal gegen jedes andere gespielt, die Tabelle wäre aussagekräftig gewesen. Stattdessen sprechen wir jetzt von Quotenrechnungen und Aussetzen von Auf- und Abstieg. Irgendjemand wird sich sicherlich benachteiligt oder betrogen fühlen und damit auch recht haben. Das wäre vermeidbar gewesen. Schade!

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Dieser Kommentar ist zuerst in der Emder Zeitung erschienen. Die Meinung des Autors entspricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.


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