‚Grana‘ zum Unfair-Tor des Jahres: „Würde wieder so handeln“

19. September 2017
War am Ball vor dem Dreckstor des Jahres: Nico Granatowski. Foto: imago/Karina Hessland

Braunschweig/Meppen. „Das Skandaltor des Jahres“ titelten die Medien der Republik nach dem Treffer von Jenas Sören Eismann gegen den SV Meppen in Liga 3. Wir haben nachgefragt beim Meppener Braunschweiger Nico Granatowski, der unmittelbar in die Aktion verwickelt war. Von Gian Luca Renner. 


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Das unfairste Tor des Jahres

Nico Granatowski wechselte vor der Saison zu Drittliga-Aufsteiger SV Meppen und avancierte dort schnell zum Stammspieler. Was der 26-Jährige Offensivspieler am vergangenen Wochenende erlebte, kannte er so bisher noch nicht. Meppen führte 2:0 bei Mitaufsteiger Jena. „Grana“ hatte dem Ex-Goslarer Marius Kleinsorge das erste Tor der Gäste aufgelegt. Alles roch nach einem klaren Auswärtserfolg für die Mannschaft von Christian Neidhart. 

Es lief die 57. Minute im Ernst-Abbe-Sportfeld, als im Zweikampf um den Ball Jenas Julian Günther-Schmid verletzt liegen blieb. Granatowski kam an den Ball und hielt inne. „Ich sah, dass ein Spieler verletzt am Boden lag und zeige, wie man auch im TV sehen konnte, mit dem Finger in die Richtung“, schildert die Nummer Neun des SVM und fügt hinzu: „Ich stoppte den Ball und wollte ihn eigentlich ins Aus schießen.“ Der Pfiff von Schiedsrichter Benjamin Bläser blieb aus. „Plötzlich kam Eismann auf mich zu, stoppte kurz ab. Ich dachte, er lässt mich ins Aus schießen. Auf einmal sprintete er los, schnappte sich den Ball und schoss das Tor.“

Es folgte Rudelbildung, Emotionen und kollektives Unverständnis bei „Grana“ und seinen Mannschaftskollegen über die Aktion von Eismann. Einreden auf Unparteiische und Gegenspieler brachte nichts. Schiri Bläser entschied hier nämlich regelkonform auf Tor, „denn allein der Schiedsrichter entscheidet, ob eine Partie wegen einer Verletzung unterbrochen werden muss oder nicht“, so das Regelwerk. Erst „wenn der Ball aus dem Spiel ist oder ein Spieler ernsthaft verletzt ist“ sei der Referee dazu angehalten, die Partie „zu unterbrechen“.

Zurück zu der Szene auf dem Platz: Dem Schiedsrichter waren die Hände gebunden, also versuchten die 22 Akteure einen Kompromiss zu finden. „Wir schlugen vor, dass es fair wäre, wenn sie uns durchlaufen und ein Tor schießen lassen“, berichtet Nico Granatowski. Dazu kam es nicht, denn ausgerechnet Eismann sorgte mit seinem zweiten Treffer am Ende für den Punktgewinn beim 2:2. Wenn auch regelkonform – moralisch verwerflich war diese Aktion allemal. Der Fair Play-Gedanke und der Respekt vor dem Gegner wurden hier mit Füßen getreten. Eismann entschuldigte sich später kleinlaut für sein Tor. Der SV Meppen verweigert die Annahme dieser Entschuldigung. „Ich würde wieder so handeln, wenn so eine Situation entsteht“, sagt Nico Granatowski. 

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