War dies der Anfang vom Ende der Ära Lieberknecht?
War dies der Anfang vom Ende der Ära Lieberknecht? Foto: Agentur Hübner/Archiv
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14.05.2020

Große Spiele von früher: Arminia Bielefeld - Eintracht Braunschweig 6:0 (2:0)

von Frank Vollmer


Bielefeld/Braunschweig. Der vorletzte Spieltag der Zweitliga-Saison 2016/17 offenbarte so vieles. Eintracht Braunschweig wurde von Arminia Bielefeld vorgeführt und kassiert eine historisch anmutende 0:6 (0:2)-Niederlage. Vor 24.138 Zuschauern fand die Mannschaft von Torsten Lieberknecht zu keinem Zeitpunkt in das Spiel, hatte aber den 3. Tabellenplatz sicher, der in die Relegation gegen den VfL Wolfsburg führte. Für viele war diese Niederlage auf der Alm auch heute noch der Anfang vom Ende der Ära Lieberknecht.

Planlos in Bielefeld


Will man aus diesem 14. Mai 2017 im Nachhinein etwas positives für Braunschweig abgewinnen, dann den auch nach 90 peinlichen Spielminuten sicheren 3. Tabellenplatz. Ansonsten tat die Auswärtsniederlage bei Arminia Bielefeld allen, die es mit der Eintracht halten, richtig weh. Mit großen Ambitionen waren die Löwen auf der Alm angereist und wurden von Jeff Saibenes Team fachgerecht zerlegt. "Heute im Hotel haben sie sich sehr mit der Situation beschäftigt", nahm Torsten Lieberknecht später seine Mannschaft in Schutz, denn: "Fakt war, dass wir auch wussten, dass dieses Spiel sehr schwer wird und die körperliche Präsenz sehr groß sein wird. Meine Mannschaft hat dementsprechend nichts dagegen gesetzt."

Zur Pause lagen die Gäste aus Niedersachsen bereits mit 0:2 zurück. Ein Eigentor von Jan Hochscheidt, das dem Bielefelder Keanu Staude angerechnet wurde (14.), und der Treffer von Julian Börner - unter gütiger Mithilfe der Braunschweiger Abwehr (24.) - hatten die Löwen doppelt ins Hintertreffen gebracht. Die Gastgeber, mit Stephan Salger für den gesperrten Brian Behrendt, waren von Beginn an griffiger, kämpften mit Herz und Leidenschaft um jeden Ball und waren vor dem Halbzeitpfiff dem 3:0 näher als die "Löwen" dem Anschluss.

Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht wirkte im Kopf nicht frei, war vor allem bei den Luftduellen oftmals zweiter Sieger, kreierte so gut wie keinen Spielaufbau und schlug die Bälle teilweise planlos nach vorne.

Eine Verlegenheit nach der anderem im Braunschweiger Strafraum. Foto: Agentur Hübner/Archiv


Yabo-Dreierpack besiegelt die Klatsche


Torsten Lieberknecht musste reagieren und er tat es. Onel Hernándezund Mirko Boland blieben nach dem Seitenwechsel draußen, Julius Biada und Quirin Moll kamen ins Spiel. Am unerklärbar katastrophalen Spiel der Niedersachsen änderte das nichts. Sie wirkten weiterhin eingeschüchtert gegen die beherzt zu Werke gehenden Bielefelder, die sich in einen Rausch spielten. Bei einem der wenigen Konter verlor Biada den Ball tief in der Bielefelder Hälfte. Es ging schnell über rechts, Hemlein fand Reinhold Yabo, der keine Mühe hatte, das 3:0 zu erzielen (65.).

Es kam noch bitterer für die Blau-Gelben, als Yabo keine zwei Minuten später per Innenpfosten das 4:0 erzielte. Es folgte das 5:0 - ein absolutes Traumtor von Staude, der Moll enteilte (71.). Das halbe Dutzend machte Yabo voll, der eine Kopfballverlängerung von Prietl in die Maschen drosch (76.). Die erste (beinahe-)Chance hatte Domi Kumbela, der nach Zuspiel von Reichel abseits stand (77.). Es blieb beim 6:0 - der höchsten Auswärtsniederlage seit einem 0:7 in Karlsruhe 1996.

Am Support lag es nicht. Foto: Agentur Hübner/Archiv


Zahlen & Fakten


DSC Arminia Bielefeld: Hesl, Dick, Salger, Börner, Hartherz, Hemlein (72. Görlitz), Prietl, Yabo (79. Ulm), Schütz, Staude, Voglsammer (75. Klos) Trainer: Jeff Saibene

Eintracht Braunschweig: Fejzic, Kijewski, Decarli, Valsvik, Reichel, Boland (46. Moll), Hernandez (46. Biada), Omladic, Hochscheidt, Kumbela, Nyman (83. Schulze) Trainer: Torsten Lieberknecht

Torfolge: 1:0 Keanu Staude (14.), 2:0 Julian Börner (24.), 3:0 Reinhold Yabo (65. Hemlein), 4:0 Reinhold Yabo (67. Voglsammer), 5:0 Keanu Staude (71. Schütz), 6:0 Reinhold Yabo (76. Prietl)


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