Gründe für das Herzöge-Aus: Viele Auflagen und keine Nachfolger

31. Mai 2019 von
Das Aus für die Herzöge Wolfenbüttel. Archivfoto: Reinelt/PresseBlen.de
Wolfenbüttel. Die Nachricht vom Vatertag über das Aus der MTV Herzöge trifft die Basketball-Traditionsstadt Wolfenbüttel schwer. Nach dem Abstieg der Mannschaft aus der ProB zerfallen die Strukturen des ehrenamtlich aufgestellten Vereins. Der Versuch, Nachfolger für die Funktionsträger zu finden, sei gescheitert.

Ein letzter Hoffnungsschimmer scheint die Mitgliederversammlung der Herzöge Ende Juni zu sein. Doch was auch immer sich hier ergeben wird: Die Lizenz für die 1. Regionalliga ist mittlerweile an die MTB Baskets Hannover übertragen worden. Eine Mannschaft gibt es nicht mehr. Im Gespräch mit regionalHeute.de bedauert Herzöge-Präsident Burkhard „Bobby“ Junger die Entscheidung, die man sich nicht leicht gemacht habe. Er selbst finde nach 25 Jahren in unterschiedlichen Positionen jedoch keine Kraft mehr. Traurig sei er, doch „die Welt geht weiter.“ Das mag man dem durch und durch dem Basketball Verfallenen jedoch nicht so recht glauben.

„Es tut weh!“

Manfred Ammon. Foto: Thorsten Raedlein

Manfred Ammon, Aufsichtsratsvorsitzender des Vereins, aber vor allem Deutscher Meister von 1963, stetiger Förderer des Basketballsports in Wolfenbüttel und Ehrenbürger dieser Stadt, bescheinigt Junger einen „rund um die Uhr Einsatz“ für den Basketball. „Es tut weh“, sagt auch Ammon im Gespräch mit unserer Online-Zeitung. Über Jahre hinweg sei man über Grenzen gegangen, doch das sei jetzt nicht mehr leistbar. Die Anforderungen seitens des Verbandes an das zu Leistende seien mit den Jahren stets gewachsen und für einen ehrenamtlich aufgestellten Verein, mit einem im Vergleich kleinen Geldtopf, nicht mehr machbar. Zwar habe man viele treue Sponsoren gehabt, denen man ausdrücklich sehr dankbar sei, aber die Möglichkeiten wären eben gering. Bis zu 250.000 Euro hätte der Verein für eine Saison investiert, sagt Junger.

Begrenzte Möglichkeiten

Niklas Bilski spielte für die Herzöge Wolfenbüttel und die Basketball Löwen aus Braunschweig. Die Kooperation soll nicht immer reibungslos verlaufen sein. Foto: Reinelt/PresseBlen.de

Nicht zuletzt mache sich dies auch an der Mannschaft bemerkbar, so Ammon. Für die Verpflichtung höher qualifizierter Spieler sei einfach kein Geld da gewesen. Man habe daher auf eine junge Mannschaft gesetzt, der im Umkehrschluss jedoch die Erfahrung gefehlt habe. Auch die Kooperation mit dem Bundesligisten aus Braunschweig, den Basketball Löwen, habe daran nichts geändert. Die mit einer Doppellizenz ausgestatteten Spieler hätten nur selten für ein gemeinsames Training zur Verfügung gestanden und auch sonst sei die Kooperation nicht reibungslos verlaufen.

Im Basketball hat sich viel verändert, resümiert Ammon und spricht immer wieder von den hohen Anforderungen und Bedingungen des Verbandes, an denen der Verein nun zu zerfallen droht. Aber auch die negative Entwicklung im Ehrenamt, die Bereitschaft sich unentgeltlich zu engagieren, mache die Situation nicht einfacher.

Die Stadt Wolfenbüttel bedauert gegenüber regionalHeute.de die Entwicklungen bei den Herzögen sehr. Stadtsprecher Thorsten Raedlein verweist mit Hoffnung auf die anstehende Mitgliederversammlung.

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