Harz-Gebirgs-Lauf – ein Lauf der Superlative

18. Oktober 2017

Wolfenbüttel/Wernigerode. Seit 1978 zieht der Brocken-Marathon jährlich am zweiten Oktoberwochenende viele Sportler nach Wernigerode, in den letzten Jahren jeweils rund 3.000 Teilnehmer. Anke Meinberg und Olaf Bothe waren in diesem Jahr die schnellsten Wolfenbütteler beim legendären Harz-Gebirgs-Lauf. Friedrich-Wilhelm Schneider berichtet. 

Durch die Himmelspforte über den Brocken

„Ich glaube auch Mephisto muß mit Mühe Atem holen, wenn er seinen Lieblingsberg ersteigt, es ist ein äußerst erschöpfender Weg und ich war froh, als ich endlich das langersehnte Brockenhaus zu Gesicht bekam“, so Heinrich Heine nach erschöpfenden Aufstieg zum Brocken. So erging es wohl auch den Wolfenbütteler Laufsportlern bei der 40. Auflage des Brockenmarthon am letzten Wochenende.

Über 1.000 Höhenmeter müssen bewältigt werden, Hochgebirgsklima und Wetterumschlag machen den Lauf zur Grenzerfahrung. Belohnt werden die Teilnehmer durch ein tolles Naturerlebnis im Nationalpark Harz. Der Brocken-Marathon gilt als Norddeutschlands schwerster Marathon. Bemerkenswert ist, dass dieser große Volkssportlauf nicht durch staatliche Verordnung der DDR-Organe, sondern durch private Initiative begeisterter Sportfreunde und ohne behördliche Unterstützung zustande kam.

Die Gründung des Harzgebirgs-Lauf (HGL), wie der Brockenmarathon offiziell benannt ist, bleibt das unbetrittene Verdienst von Herbert Pohl, der seine Idee vom Brockenmarthon, auch gegen staatliche Verordnungen, durchsetzte. 300 Teilnehmer hatte die Staassicherheit im Grenzbereich des Brocken festgelegt. Nach kurzer Zeit hatte Pohl bereits 1200 Meldungen auf dem Tisch liegen, die nun in Person auf dem Startplatz in der Wernigeröder Himmelspforte standen.“ Aber eine Geburt kann man nicht aufhalten“.
Nach dem Mauerfall führt die Marathonstrecke wieder über den höchsten Berg Norddeutschlands, den Brocken. Umweltverbände hatten auch das bis zuletzt zu verhindern versucht.

Der Start aller Laufstrecken- Marathon, Halbmarathon, sowie die Kurzstrecken, ist die Himmelspforte in Hasserode. Über 4000 Teilnehmer hatten für die angebotenen Laufstrecken gemeldet. Für den Marathon musste die Anzahl auf 1000 Läufer gedeckelt werden, da im Nationalpark unter Naturschutzbedingungen gelaufen werden muss. Nach Öhrenfeld, Ilsenburg, vorbei an den imposanten Ilsefällen, geht es steil hinauf zum Eisernen Tisch. Auf dem bis zu 18 Prozent steilen Kolonnenweg, ist die baumlose Zone erreicht. Hier wird bei Bedarf eine Schutzweste gegen Wind und Kälte ausgegeben. Nach ungefähr 19 Kilometern erreichen die Athleten den 1.141 Meter hohen Brockengipfel, wo die Läufer durch zahlreiche Zuschauer erwartet wurden. Abwärts über die Brockenstrasse, zu den Hohnehütten, der Steinernde Renne, geht es mit nochmals heftigen Steigungen und Gefällestrecken, dem Ziel, Himmelpforte, zu.

Herrliches Kaiserwetter, mit spätsommerlichen Temperaturen, herrschte am Start-perfektes Laufwetter. Die Wolfenbütteler Laufsportler waren hoch motiviert. Auch die Ankündigung, das der Gipfel vernebelt sein wird und Starkwind herrschen soll, hielt sie nicht zurück, sie wollten den Marathon über den Berg.

Schnellster Wolfenbütteler wurde Olaf Bothe (M40, MTV Jahn Schladen) der mit 3:52 Stunden auf Platz19 der Altersklassenwertung lief. Mit 5:07 Stunden belegte Anke Meinberg (W60 MTV Wolfenbüttel) den 2. Platz ihre Altersklasse. Beide Sportler resümierten im Ziel, „das war Brockenfeeling pur, der Nebel und der Wind am Gipfel waren Nebensache, die 40. Auflage wurde ein voller Erfolg für alle Teilnehmer und Organisatoren. Wann gab es beim Harz-Gebirgslauf schon einmal knapp über 20 Grad, einen strahlend blauen Himmel und Sonne satt “.

Anke Meinberg, immer in guter Stimmung. Foto: Friedrich-Wilhelm Schneider

Weitere Ergebnisse

Marathonwertung

Thomas Weiser, WSV 21, 4:15h, Platz 44,
Andreas Jerchel (M50), Marathon Team Seinstedt, 4:17h Platz 49,
Frank Winnigstaedt (M40) LC BlueLiner, 5:09h, Platz 85,
Tanja Elezovic (W40) LC BlueLiner, 5:16h, Platz 15,
Michael Richter (M60) LC BlueLiner, 5:16h, Platz 34,
Andeas Jackisch (M50) Kissenbrück, 5:49h, Platz 101,
Michael Fürer (M45) LC BlueLiner, 5:55h, Platz 157.

Halbmarathon
Oliver Welnitz (M45) LC BlueLiner, 210h, Platz 47.
Gert Fricke (M65) MTV Wolfenbüttel, 2:21 Platz 8.

Teilnehmer ohne Orts- und Vereinsangabe in der offiziellen Ergebnisliste sind nicht berücksichtigt.

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