Horst Thiele erhält als Dankeschön für seine langjährige Unterstützung eine Flasche Jägermeister sowie Freikarte von Pressesprecherin Franka Schulmann. Der ehemalige Bundesligaspieler und Deutscher A-Jugendmeister von 1963 Hartmut Weihe gesellte sich passenderweise dazu. (v.l.n.r. Franka Schulmann, Horst Thiele, Hartmut Weihe).
Horst Thiele erhält als Dankeschön für seine langjährige Unterstützung eine Flasche Jägermeister sowie Freikarte von Pressesprecherin Franka Schulmann. Der ehemalige Bundesligaspieler und Deutscher A-Jugendmeister von 1963 Hartmut Weihe gesellte sich passenderweise dazu. (v.l.n.r. Franka Schulmann, Horst Thiele, Hartmut Weihe). Foto: MTV Herzöge
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07.02.2020

Horst Thiele ist Herzöge-Fan des Monats Januar

von Franka Schulmann


Wolfenbüttel. Im Monat Januar dankten die Herzöge einem langjährigen Wegbegleiter des Wolfenbütteler Basketballs: Horst Thiele unterstützte nicht nur die MTV Herzöge und ihre Vorläufer, die Wolfenbüttel Dukes. Vielmehr ergriff ihn das Fieber bereits in den ersten Basketballjahren, als die Stadt noch ein erfolgreicher Bundesligastandort war. Doch auch heute bereiten ihm die Spiele der zweiten Regionalliga noch viel Freude, weshalb die Herzöge sich nun für seine jahrzehntelange Treue bedankten.

Das erste Spiel verfolgte Horst Thiele 1963 in der Jahnturnhalle, in der heute das Bürger-Museum Wolfenbüttel untergebracht ist. Damals spielte die MTV A-Jugendmannschaft, die in dieser Saison deutscher Meister werden sollte, gegen Osnabrück. "Das war so toll und packend, dass meine Begeisterung für Basketball bis heute angehalten hat", berichtet Thiele. Daraufhin verfolgte er 18 Jahre lang die Wolfenbütteler Mannschaften und erlebte dabei auch die Anfänge der Bundesliga in Deutschland. So verfolgte er die ersten Schritte des jugendlichen Volkmar Knopke, der inzwischen verstorbene Vater des heutigen Herzöge-Kapitäns Henje Knopke. "Volkmar war zweimaliger Korbschützenkönig der Bundesliga", weiß Thiele noch heute ganz genau. Dies war in den Jahren 1968/69 sowie 1969/70 mit 423 und 479 erzielten Punkten, wie der Liste aller Bundesliga-Topscorer zu entnehmen ist.

Ein Handvoll der damaligen A-Jugendspieler, die der heutige Rentner Thiele in seinem ersten Spiel sah, sollten später den Kern der Wolfenbütteler Bundesliga-Mannschaft bilden: "Wolfenbüttel gehörte damals zur deutschen Spitze. Da hat die 2. Mannschaft von uns noch gegen die besten Teams aus Braunschweig gespielt." Heraus kamen aus diesen erfolgreichen Zeiten insgesamt zwei Pokalsiege, ein Vizemeistertitel und 28 Spiele in europäischen Wettbewerben.

Es verwundert kaum, dass rückblickend seine persönlichen Höhepunkte aus dieser Zeit stammen. So erinnert er sich gerne an den Pokalsieg 1972 in Hilden, dem er live vor Ort beiwohnte. Auf neutralem Grund bezwang der MTV Wolfenbüttel, auch dank der Schützenhilfe seines rumänischen Nationalspielers Mihai Albu, das Team aus Hagen. Albu galt zur damaligen Zeit als Weltstar und wurde in den sechziger Jahren zum besten Aufbauspieler Europas gewählt. Horst Thiele hat ihn noch gut in Erinnerung: "Mihai sollte ein ganzes Jahrzehnt als Spieler und Trainer gestalten."

Es folgen viele andere Highlights aus den Bundesligajahren, beispielsweise 1982 der Pokalerfolg gegen Köln, als ein 18-Zähler-Sieg trotz einer 17 Punkte-Niederlage im Rückspiel Anlass zum Jubeln war. Mit einem Punkt Vorsprung ging der Titel nach Wolfenbüttel. Oder als der MTV den damaligen Ligaprimus Leverkusen nach drei Jahren ohne Niederlage bezwingen konnte. Als freier Schreiber berichtete er jedoch immer wieder gerne über seine Leidenschaft. Die Berichte aus der Halle seien immer etwas Besonderes gewesen, weil er danach noch Interviews und Meinungen zum Spiel von Trainer und Spielern einholen durfte. „Damals gab es ja noch nicht so etwas wie Pressekonferenzen“, erzählt er weiter, „da war man ganz dicht am Geschehen und den Mannschaften dran.“

Nach diesen 18 Jahren, die Horst Thiele nachhaltig prägten, folgten 13 Jahre als "Fan auf Sparflamme", wie er es selber nennt. Aufgrund der Schichtarbeit bei der Wolfenbütteler Zeitung und dem samstäglichen Dienst beim Wolfenbütteler Schaufenster konnte er nur noch selten zu Spielen. Seit seinem Ruhestand wohnt er den Begegnungen der Wolfenbütteler Teams wieder regelmäßig bei. Dabei brannte sich ihm vor allem die Persönlichkeit von Demetrius Ward nachhaltig ein. "Es ist doch ungewöhnlich, dass ein Amerikaner sechs Jahre einem deutschen Verein die Treue hält."

Doch so gerne er sich an die erfolgreichen Bundesligajahre zurückerinnert, die 2. Regionalliga macht ihm auch Freude. "Das sind junge Burschen, die zudem fast alle Wolfenbütteler sind, und die sichtlich Freude am Spiel haben", sagt Thiele begeistert. "Bei einem deutlichen Vorsprung dürfen alle ihre Spielminuten kriegen und werden eingebunden. Da macht das Zuschauen Spaß." Dennoch freut sich der rüstige Rentner auf die hoffentlich kommende Saison in der 1. Regionalliga. Höheres Niveau, interessantere und spannendere Spiele, in denen das Team auch mal kämpfen muss, erwartet Horst Thiele für die angestrebte Liga. "So eine Saison wie jetzt ist schon toll, da werden die Jungs aufgebaut. Aber natürlich wünscht man sich als Fan auch etwas Spannung." Als hätten es die Spieler gehört, konnte er im Anschluss gleich ein packendes Spiel verfolgen, als Bremerhaven fast die Punkte mitnahm aus der Halle am Landeshuter Platz.

Zuvor bedankten sich die Herzöge allerdings für die lange Unterstützung ihres treuen Fans. Pressesprecherin Franka Schulmann überreichte als Dankeschön eine Freikarte für das nächste Spiel und eine Flasche Jägermeister – der Wolfenbütteler Likörhersteller sponsert die Aktion des Vereins. Stellvertretend für die Wolfenbütteler Bundesligamannschaft, die Horst Thiele nachhaltig prägte, kam auch der ehemalige Bundesligaspieler Hartmut Weihe hinzu.



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