Lange mussten die Basketball Löwen auf ihren vierten Heimsieg warten.
Lange mussten die Basketball Löwen auf ihren vierten Heimsieg warten. Foto: Agentur Hübner
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09.02.2020

Im 4. Viertel überragend: Basketball Löwen drehen das Spiel gegen Würzburg

von Frank Vollmer


Braunschweig. Lange mussten die Basketball Löwen auf ihren vierten Heimseig warten. Vor 2.966 Zuschauern in der Volkswagen Halle gelang der am Freitagabend spektakulär gegen s.Oliver Würzburg. Mit 100:87 (49:57) gewann das Team um Headcoach Pete Strobl, nachdem die extrem wurfstarken Gäste drei von vier Vierteln lang in Führung gelegen hatten. Thomas Klepeisz (22 Punkte), Scott Eatherton (21) und Karim Jallow (19) hatten dabei maßgeblichen Anteil an der Wende.

Gäste mit traumwandlerischer Wurfquote


Beide Mannschaften starteten mit offenem Visier und hohen Trefferquoten aus dem Feld: Während die Löwen vor allem durch den starken Kapitän Tommy Klepeisz gute 58 Prozent trafen, waren es bei den Gästen gar 71 Prozent. 100 Prozent waren es nach zehn Minuten gar von der Dreierlinie. Bis kurz vor Ende der ersten zehn Minuten hielt die knappe Löwen-Führung dennoch. Guard Jordan Hulls drehte den Spielstand auf 28:27 und dominierte daraufhin für mehrere Minuten das Geschehen, was den Gästen eine 29:36-Führung einbrachte.

Die Hausherren verloren ihren tollen Anfangsrhythmus und fielen weiter zurück. „Wir haben im zweiten Viertel ein paar Fehler gemacht“, sollte Strobl später sagen. Neben den Dreiern waren es vor allem einfach Punkte, welche Braunschweig das Leben schwer machten. Nach 31:44-Rückstand holten die Hausherren für einige Minuten gut auf. Mehrere Stops ergaben einen 12:2-Lauf, woraus ein 43:46 entsprang (17.). Das juckte die Gäste allerdings wenig. Bis zur Pause sprang eben der zweite Würzburger Guard in die Bresche: Skyler Bowlin erzielte elf Zähler in Serie, darunter drei Dreier, und sorgte dafür, dass die Löwen mit einem Rückstand von 49:57 in die Kabine gingen.

Thomas Klepeisz hatte mit 22 Punkten maßgeblichen Anteil am späten Sieg. Foto: Agentur Hübner


Die Löwen bleiben dran


Braunschweig versuchte nach der Pause alles, um in Schlagdistanz zu kommen, doch hatten die Gäste immer wieder die passende Antwort parat. Beim Stand von 58:65 hatte plötzlich Jairus Lyles ein paar wichtige Aktionen in der Hand. Zuerst traf er einen Dreier, holte dann einen Steal den Scott Eatherton per Dunk vollendete und verwandelte schließlich einen weiteren Distanzwurf zum 66:67 (25.). Vier Dreier versenkte das Strobl-Team in diesem dritten Spielabschnitt - zu drehen vermochte es das Spiel aber noch nicht. Würzburgs Center Luke Fischer hielt sein Team, in dem Hulls und Bowlin mittlerweile merklich abgekühlt waren, zunächst noch vorne.

Mit 73:79 ging es in die letzten rasanten zehn Minuten. Keine 120 Sekunden später krallten sich die Löwen endlich die 80:79-Führung und blieben dran. Angetrieben von „Energizer“ Karim Jallow ging ein regelrechter Ruck durchs Team. „Wir haben mit viel Herz gekämpft“, sagte Pete Strobl und Gäste-Coach Denis Wucherer konstatierte nach dem Spiel: „In allem, was mit Willem zu tun hat, war Braunschweig heute weit vorne, beim Rebound, bei den ,Loose-Balls' oder bei 'Second Chance'-Punkten." Mit enormem Einsatz legten die Braunschweiger auch defensiv noch einmal eine Schippe drauf, während Würzburg vollends den Faden verlor. Nach 6 Minuten hatten die Löwen 17 und die Gäste nur drei Punkte zum 90:82 erzielt. Durch zwei Ballverluste konnte das Wucherer-Team letztmalig auf fünf Punkte verkürzen. Nach einer Auszeit von Pete Strobl zogen die Löwen auf 100:87 davon. Am Ende gewannen sie dieses Viertel mit 27:8, entschieden das Rebound-Duell zu ihren Gunsten und hatten sich im vierten Viertel je acht Punkte aus zweiten Chancen sowie aus Fastbreaks erarbeitet.

"Sind jetzt wieder auf einem guten Weg."


„Es war ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten", so Strobl. "Wir haben das erste Viertel gut angefangen, im zweiten aber ein paar Fehler gemacht. Aber nach der Halbzeit haben wir die Sache wirklich ernst genommen, so wie wir jedes Spiel ernst nehmen müssen. Da haben wir mit viel Herz gekämpft. Wir sind keine Euroleague- oder EuroCup-Mannschaft, aber wir sind eine Mannschaft. Unsere Spieler werden dafür bezahlt, Basketball auf hohem Niveau zu spielen. Der Spielplan war aber mit freien Wochenenden nicht einfach für uns. Dazu haben wir neue Spieler bekommen, weshalb unsere Lernphase noch andauert. Ich denke, wir sind jetzt wieder auf einem guten Weg und ich hoffe, dass das so bleibt. Wenn wir für jeden ,Lose-Ball' und für jeden Rebound kämpfen, dann haben wir gute Chancen zu gewinnen. Ein großen Dank geht an die Zuschauer für ihre Unterstützung. Sie haben so einen Sieg verdient.“

Auch dank Energizer Karim Jallow ging ein Ruck durch das Team. Foto: Agentur Hübner


Zahlen & Fakten


Basketball Löwen Braunschweig: Wank 2, Lyles 13 (4 Assists), Zeeb, Staiger 8, Klepeisz 22 (5 Assists), Göttsche n.e., Marelja, Releford 8 (5 Rebounds, 6 Assists), Lawson III 7, Hübner n.e., Jallow 19 (3 Assists), Eatherton 21 (10 Rebounds)

s.Oliver Würzburg: Etou 7, Hulls 15 (4 Assists, 3 Ballgewinne), Obiesie 5 (3 Assists), Rudd 10 (3 Assists), Haßfurther 2, Richter 7, Bowlin 17 (3 Assists), Koch 9 (3 Assists), Hoffmann 4, Fischer 11 (6 Rebounds).


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