Junger-Kritik an Basketball Löwen: Das sagt Sebastian Schmidt

5. Juni 2019 von
Der Geschäftsführer der Basketball Löwen Braunschweig äußert sich zu den Vorwürfen von Burkard Junger über das Aus der Herzöge Wolfenbüttel. Foto: Agentur Hübner/Archiv
Wolfenbüttel/Braunschweig. In einem Interview in der Wochenzeitung Schaufenster ging Burkhard Junger am Sonntag hart mit Kooperationspartner Basketball Löwen Braunschweig ins Gericht. So hätte der Bundesligist laut Junger nicht alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die MTV Herzöge Wolfenbüttel in der ProB zu halten. Wir haben bei Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt nachgefragt, was dran ist an der Junger-Kritik.

Der langjährige Funkionär Junger empfand es demnach „vor allem frustrierend, dass man beim Kooperationspartner offensichtlich die Wichtigkeit unseres Klassenerhaltes nicht oder erst viel zu spät erkannt und umgesteuert hat.“ Junker hätte sich hier nach eigener Aussage mehr Verständnis gewünscht. „Dies umso mehr, als sehr früh klar war, dass Frank Menz in der kommenden Saison nicht mehr Trainer sein würde. Jetzt stehen wir vor einem Scherbenhaufen und ohne Plan B wird es für die Löwen sehr schwer an die Erfolge der verngangenen Saison anzuknüpfen.“ Vor allem Löwen-Trainer Frank Menz sei es demzufolge wichtiger gewesen, „12 bis 14 Leute beim BBL-Training zu versammeln, als den Herzögen Spieler abzustellen, die bei den Löwen sportlich eine überschaubare Rolle spielen.“

Das sagt Sebastian Schmidt

Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt räumt auf unsere Nachfrage hin ein, das in der Vergangenheit von beiden Seiten möglicherweise Fehler gemacht worden sind, will die Kritik jedoch nicht unkommentiert stehen lassen: „Bei allen Verdiensten, die Burkard Junger um den Wolfenbütteler Bastetball über die Jahre erworben hat, aber er vereinfacht hier den Sachverhalt schon sehr“, so Schmidt.

Die Doppellizenzspieler und der Trainer sind demnach von den Basketball Löwen finanziert worden. Und: „Trainer Steven Esterkamp hat aus unserer Sicht einen guten Job gemacht. Am Ende hat es enttäuschenderweise nicht zum Klassenerhalt gereicht“, betont Schmidt, der entgegenhält, dass es den Wolfenbüttelern während der gesamten Saison nicht gelungen sei, noch ein bis zwei gute deutsche Spieler nachzuverpflichten. „Wir haben frühzeitig darauf hingewiesen, dass man da nicht nur auf die Doppellizenzspieler hätte setzen dürfen und auch ein starkes Gerüst drumherum baut“, erklärt der 33-Jährige.

Wichtig ist laut Sebastian Schmidt dabei in erster Linie, wie es zukünftig weiter geht: „Natürlich machen wir uns Gedanken. Ich bin immer ein Freund und Verfechter der Durchlässigkeit gewesen. Wir versuchen alles, um den Spielern mit Talent auf dem bestmöglichen Niveau das Spielen zu ermöglichen.“ Dies sei vor allem mit dem jetzigen Wegfall der Herzöge nicht mehr der Fall. „Der Plan ist schon, in den nächsten Jahren wieder eine ProB-Mannschaft in Wolfenbüttel zu haben“, kündigt der Löwen-Geschäftsführer an. Aber: „Das geht nur, wenn das von beiden Seiten gewollt und gelebt wird!“

Darüberhinaus befindet sich Sebastian Schmidt im regen Austausch mit dem Vorsitzenden des MTV Wolfenbüttel, Klaus Dünwald, wie die geknüpfte Bande auch zukünftig wieder Bestand haben kann. „Im Nachwuchsbereich arbeiten wir erfolgreich zusammen und das wollen wir auch zukünftig so machen“, sagt Schmidt. Und: „Beide Seiten müssen intensiv daran arbeiten.“

Dabei müsse man auch schauen, inwiefern die Infrastruktur in der Lessingstadt gegeben ist, um zukünftig wieder ein ProB-Team ins Rennen schicken zu können. „Wir reden hier nicht nur über Personalkosten für Spieler und Trainer“, erklärt Schmidt. Das sei auch eine Sache der Administrations-Kosten. „Zum Teil kann man das in Kooperation mit uns abdecken, aber es wird in den nächsten Jahren immer mehr werden.“

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