Katzen-Blues in Münster: Eintracht spielt wie ein Absteiger

26. November 2018 von
Auch André Schubert kann nicht mehr hinschauen. Foto: imago/Kirchner Media
Münster/Braunschweig. Schlusslicht Eintracht Braunschweig hat zum Abschluss des 16. Spieltages der 3. Liga mit 0:3 (0:2) beim SC Preußen Münster verloren. Martin Kobylanski bestrafte vor gut 9.000 Zuschauern in der Preußenarena eine leblose Vorstellung der Löwen eiskalt mit einem Dreierpack.

Ist diese Mannschaft noch zu retten?

Zwei Mal kamen die – zugegeben sehr spielstarken Preußen – im ersten Abschnitt gefährlich vor das Braunschweiger Tor und schon hieß es 2:0 für Münster. Die Partie war damit früh entschieden. Die Gäste aus Niedersachsen hätten den Ball auch gleich selbst ins eigene Tornetz legen können, so fahrig und verunsichert präsentierten sie sich vor allem defensiv.

Daran änderten auch stabile 18 Anfangsminuten nichts, nach deren Ablauf man schnell das Fazit des Tages hätte ziehen können: Diese zahmen Katzen fangen sich viel zu leichte Gegentore. Nutznießer war heute Martin Kobylanski, der sich über einen persönlichen Dreierpack freute. Glückwunsch!

Fünf Startelf-Wechsel verpuffen

André Schubert vertraute im Duell der Bundesliga-Gründungsmitglieder neben Christoffer Nyman insgesamt fünf Neuen. Stephan Fürstner kehrte auf die Sechserposition zurück, Frederik Tinager startete in der Defensivzentrale, Ahmet Canbaz und Leon Bürger spielten ebenfalls von Beginn an, wodurch Hofmann, Bulut, Thorsen, Burmeister (alle Bank) und der rotgesperrte Sauerland ersetzt wurden. Zunächst gestaltete sich das Spiel offen – bis Robin Becker seinen Gegenspieler zu René Klingenburg flanken ließ, der nicht vom Ball zu trennen war, Frederik Tingager düpierte und Martin Kobylanski einsetzte, der aus 16 Metern halblinks satt ins untere Eck vollendete (19.).

Kurz darauf hätte der Münsteraner Mannschaftskapitän mit einem Distanzschuss beinahe auf 2:0 erhöht (23.), holte dies aber drei Minuten später nach, als Tobias Rühle von Valsviks überhasteter Grätsche ins Leere profitierte und klug im Strafraum zu Kobylanski quer legte (26.). Die Gäste aus Braunschweig fanden bis kurz vor die Pause offensiv überhaupt nicht mehr statt. Bürger traf nach einem feinen Zuspiel von Putaro nur den Pfosten (43.). Vor der Pause sendete Putaro selbst mit einem weiteren Abschluss ein offensives Lebenszeichen. Zuvor hatte Schubert Frederik Tingager durch Malte Amundsen ersetzt (31.). Er hätte auch jeden anderen Braunschweiger Spieler auswechseln können.

Nach dem Seitenwechsel agierten die Braunschweiger ein wenig mutiger im 4-3-3, fanden aber zu keinem Zeitpunkt mehr in die Partie, um noch etwas an deren Ausgang zu ändern. Stattdessen bejubelte Kobylanski nach etwas mehr als einer Stunde seinen dritten Treffer an diesem Abend. Hierbei kam Heinrich frei zum Abschluss, Kruse parierte den Ball vor die Füße von Kobylanski, der trocken einschob (63).

„Falsche Automatismen“

„Das ist eine harte Niederlage, aber letztendlich auch verdient“, konstatierte André Schubter nach dem Spielende. „Münster war die bessere Mannschaft. Sie waren sogar die beste Mannschaft, gegen die wir bisher gespielt haben“, so der 47-Jährige bei Telekom Sport. „Wir müssen die Fehler ansprechen, die wir gemacht haben“, kündigte Schubert an und mahnte: „Wir haben in den letzten Wochen sehr viel über elemantares Abwehrverhalten gesprochen.“ 

Nach wie vor mache sein Team viel zu einfache Fehler: „Da sind Verhaltensweisen drin, die müssen wir rausbekommen. Das sind falsche Automatismen. Wir haben daran gearbeitet, scheinen das aber im Spiel noch nicht umsetzen zu können.“ Noch sei nichts verloren: „Es geht darum, dass wir eine bestimmte Anzahl von Punkten sammeln. Wichtig ist, dass wir uns in gewisser Art und Weise weiter entwickeln.“ Am Samstag (14.00) kommt der VfR Aalen ins Eintracht-Stadion. 

Zahlen & Fakten

SC Preußen Münster: Schulze Niehues – Schweers, Kittner, Borgmann – Menig, Rodrigues Pires, Klingenburg, Heinrich – Kobylanski (76. Hoffmann), Müller (86. Braun) – Rühle (70. Dadashov) Trainer: Marco Antwerpen

Eintracht Braunschweig: Kruse – Becker, Valsvik, Tingager (31. Amundsen), Nkansah – Fürstner, Kijewski – Putaro, Bürger, Canbaz (58. Hofmann) – Nyman (72. Thorsen) Trainer: André Schubert

Torfolge: 1:0 Martin Kobylanski (19. Klingenburg), 2:0 Martin Kobylanski (26. Rühle), 3:0 Martin Kobylanski (64. Heinrich)

Die Stimmen zum Spiel

Nkansah nach Münster: „Das Spiel war einfach schlecht!“

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