Klaus und Dieter Kertscher – die Zwillinge aus der Bundesliga

5. Juli 2019
Klaus Kertscher (Mitte hinten) und seine Frau Ilka hatten alle Generationen ihrer Familie nach Oldenburg eingeladen. Zwischen den beiden steht Dieter Kertscher, der mit seinem Zwillingsbruder in den 60er-Jahren ein auffälliges Duo in der Basketball-Bundesliga bildete. Foto: Frank Wöstmann
Wolfenbüttel/Oldenburg. Ein kurzweiliges Familientreffen mit Wolfenbütteler Beteiligung fand jetzt in Oldenburg statt. Dorthin hatten Ilka und Klaus Kertscher eingeladen, der älteren Basketball-Fans noch ausgesprochen bekannt sein dürfte: Er und sein Zwillingsbruder Dieter gehörten in den 60er-Jahren zu den auffälligsten Erscheinungen der Bundesliga, weil sie sich einst glichen wie ein Ei dem anderen. Ein Beitrag von Frank Wöstmann.

Klaus und Dieter Kertscher (im Familienkreis liebevoll „Klaus-Dieter“ genannt), standen also mit ihren jeweils 73 Jahren an der Generationenspitze von fast 50 Verwandten, die aus München, Hamburg, Bremen, Bochum, Görlitz, Wolfenbüttel und Pulsnitz/Dresden nach Oldenburg gekommen waren. Keimzelle der Familie waren einst die Pfefferkuchenstadt Pulsnitz und die Skatstadt Altenburg.

„Es gab keine einzige Absage“, freute sich Klaus, der das Treffen mit seiner Ehefrau Ilka von langer Hand vorbereitet hatte. An der Wand hingen zwei Ahnentafeln, auf der jeweils zwölf Generationen der Familie notiert waren – jeder Ausdruck war mehr als drei Meter lang.

Doch im Mittelpunkt des Treffens standen einmal mehr die Anekdoten des Zwillingspaares, dessen beide Teile sich zu gleichermaßen begabten Erzählern entwickelt haben. „Klaus ist drei Stunden älter als ich“, überraschte Dieter mit einer ungewöhnlichen Information. „Mich hätten sie bei der Geburt fast vergessen, und die Hebamme wollte schon nach Hause gehen.“ Zum Glück habe die Geburt mittags stattgefunden. „Wenn das nachts passiert wäre, hätten wir jetzt zwei unterschiedliche Geburtstage.“

Neben der später parallel verlaufenden Basketball-Karriere entwickelte sich auch der berufliche Werdegang von Klaus-Dieter im Gleichklang. Beide Brüder verschrieben sich früh dem Vermessungswesen, also der Geodäsie. Während Dieter schließlich das Katasteramt in Wolfenbüttel leitete, übernahm Klaus vergleichbare Posten in Osnabrück und Oldenburg.

Erst als Rentner drifteten sie etwas auseinander in dem, was sie seitdem tun. Während Dieter als Chronist, Stadtführer und kundiger Referent zur Historie in Wolfenbüttel nahezu unverzichtbar geworden ist, blieb Klaus dem Basketball treu. Er ist ehrenamtlich beim Oldenburger TB und bei den EWE Baskets Juniors engagiert. Unter anderem betreut er den Bundesliga-Nachwuchs in U16, U19 und der ProB im schulischen und beruflichen Bereich.

Mit Blick auf ihre Gesundheit können beide Zwillinge nicht mehr selbst spielen. „Aber nächstes Jahr veranstalten wir in Oldenburg die Deutsche Meisterschaft Ü65“, sagt Klaus. „Da rechne ich fest mit Wolfenbütteler Teilnehmern.“ Überhaupt sei seine neue Heimatstadt ähnlich Basketball-verrückt wie früher Wolfenbüttel. „Unser Bäcker hat kürzlich ein Brot aufgelegt, das aussieht wie ein Basketball“, erzählt er und lacht: „Das Ding heißt Korbleger.“

Das nächste Familientreffen soll 2022 stattfinden, dann unter Leitung von Dieter an der Oker. „Wolfenbüttel liegt ja schließlich perfekt für die ganze Familie“, erklärt der Vermessungsexperte. „Nahezu in der Mitte Deutschlands.“ 

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: sport@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-19
Anzeigen