Knoche entscheidet die Relegation: Wölfe bleiben Bundesliga!

21. Mai 2018 von
Josuha Guilavogui als Inbegriff der defensiven Taktik des Tages. Fotos: Agentur Hübner
Kiel/Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg bleibt auch 2018/2019 Bundesligist. Ein 1:0-Sieg im Holstein-Stadion genügte der Mannschaft von Bruno Labbadia am Pfingstmontag nach dem 3:1 im Hinspiel zum Klassenerhalt. 

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Letzte Ausfahrt Bundesliga

Wie schon im Vorjahr nimmt der VfL Wolfsburg die letzte Ausfahrt in Richtung Bundesliga. Cheftrainer Bruno Labbadia wurde dabei seinem Ruf als Retter einmal mehr gerecht. Das Tor des Tages im Rückspiel der Relegation erzielte Robin Knoche gegen aufopferungsvoll kämpfende Kieler. Nun muss der Auftrag bei den Niedersachsen lauten, eine dritte Relegations-Teilnahme in der 22. Bundesliga-Saison zu verhindern. 

Kiels Trainer Markus Anfang konnte zwar auf die zuletzt angeschlagenen Patrick Herrmann, Dominic Schmidt und David Kinsombi zählen, musste aber auf den Vorlagengeber aus dem Hinspiel, Dominick Drexler, verzichten. Dafür spielte Aaron Seydel. Alexander Mühling und Tom Weilandt ersetzten Dominic Peitz und Steven Lewerenz (beide Bank). Bruno Labbadia sah keinen Anlass für personelle Veränderungen und schenkte der siegreichen Elf vom Donnerstag wieder das Vertrauen.

Mallis Treffer zählt nicht

Wie schon im Hinspiel brauchten beide Mannschaften nicht lange, um sich dem gegnerischen Tor bedrohlich zu nähern. Ein erster Kopfballversuch von Felix Uduokhai lief ins Leere (2.). Kinsombi versuchte sein Glück auf der Gegenseite aus der Distanz (8.). Es folgte eine Flanke von Weilandt auf Marvin Ducksch, der den Kopfball verzog (9.).

Die erste echte Möglichkeit dieses Rückspiels gehörte Aaron Seydel. Die Mainzer Leihgabe überwandt William und zog aus spitzem Winkel ab, zielte dabei nur Zentimeter am langen Torpfosten vorbei (14.). Holstein Kiel hatte sehr oft den Ball und drückte mächtig auf das Gaspedal.

Aber auch die eher defensiv orientierten Gäste nahmen wohl dosiert Fahrt auf. Kenneth Kronholm musste sich gegen Maximilian Arnold ganz lang machen, um das Gegentor zu verhindern (16.). Dann zappelte der Ball im Kieler Tornetz, doch Schiedsrichter Daniel Siebert versagte Yunus Malli das Tor, weil Origi Kiels Schlussmann Kronholm in Abseitsposition die Sicht versperrt hatte (17.).

Yunus Mallis Tor wurde nicht gegeben. Foto: Agentur Hübner

Wolfsburger Torverhinderer

In dem spannenden Fußballspiel erarbeiteten sich die Störche mit ihrer bissigen Spielweise immer mehr Ballbesitz. Auch der defensive VfL zeigte klar, dass er wusste, worum es hier ging und warf sich mit großer Inbrunst in die Zweikämpfe. Felix Uduokhai wusste sich gegen Herrmann an der Strafraumkante nur per Foul zu helfen, nachdem der ihn überlaufen hatte (28.). Der Freistoß brachte der Anfang-Elf nichts ein. 

Es ging weiter auf und ab. Ein Versuch von Origi aus der dritten Reihe endete in Kronholms Händen (42.). Auf der anderen Seite kombinierte sich Kiel kurz vor der Pause noch einmal gefährlich in den Wolfsburger Strafraum, agierte letztendlich aber zu kompliziert. Mit leichten Vorteilen für die Hausherren ging es torlos in die Kabinen.

Die Zeit tickt für den VfL

Die Labbadia-Elf stand frühzeitig wieder auf dem Feld, doch die ersten beiden – und für lange Zeit letzten – Großchancen des Abends gehörten der Heimelf. Erst vergab Marvin Ducksch denkbar knapp, dann prüfte Seydel Casteels mit der Hacke. Der Belgier zwischen den Pfosten des VfL Wolfsburg reagierte hier mit einer absoluten Glanztat (47.). 

Das Spiel zerfiel  in der Folge immer mehr in taktische Rangeleien und knackige Zweikämpfe. Die Uhr tickte dabei für die Wölfe, die in der 75. Spielminute über Arnold endlich auch wieder einmal ein offensives Lebenszeichen sendeten. 

Knoches später Wirkungstreffer

Die nachfolgende Ecke hatte es dann aber in sich: Arnold servierte, Robin Knoche lief aus dem Hintergrund ein, überlief Kinsombi und wuchtete die Kugel per Kopf am linken Innenpfosten vorbei ins Glück. Der Treffer des Wolfsburger Eigengewächses war die Entscheidung in dieser Relegation, denn Kiel benötigte jetzt drei Tore in den verbleibenden 15 Minuten. Divock Origi spitzelte kurz darauf das mögliche 0:2 am rechten Pfosten vorbei. 

Noch einmal versagte Referee Siebert einen Treffer. Dieses Mal war es Rafael Czichos, der mit der Entscheidung haderte. Eine Ecke von Ducksch verlängerte Peitz mt dem Kopf. Czichos war zur Stelle, der Ex-Wolfsburger bugsierte den Ball aber mit dem Arm in das Wolfsburg Tor (86.). Es war der letzte Aufreger in dieser hart umkämpften Partie, das wohl auch die größere Erfahrung für sich entschied.

Tolle Atmosphäre im Holstein-Stadion. Foto: Agentur Hübner

Zahlen & Fakten

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann (80. Peitz), Schmidt , Czichos, van den Bergh – Kinsombi – Schindler, Mühling, Weilandt (76. Janzer), Seydel – Ducksch Trainer: Markus Anfang

VfL Wolfsburg: Casteels – William, Knoche, Brooks, Uduokhai – Guilavogui – Malli (76. Camacho), Arnold – Steffen, Brekalo – Origi (84. Dimata) Trainer: Bruno Labbadia

Torfolge: 0:1 Robin Knoche (75. Arnold),

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