Kommentar

Löwen und der Torlos-Fluch: Wann platzt endlich der Knoten?

21. Oktober 2019
von
Christian Flüthmann (kleines Bild) wirkt ratlos: Spieler wie Nick Proschwitz lassen zu viel liegen. Fotos: Agentur Hübner/ Zahlen: Jussi-Pekka Rode/Wyscout.com
Braunschweig. Wie groß ist diese Krise und ist sie überhaupt eine Krise? Christian Flüthmann wirkte nach dem Abpfiff gegen Unterhaching schon ein wenig ratlos angesichts des schier unglaublich schludrigen Umganges seiner Mannschaft mit hochwertigen Möglichkeiten. Dass es noch weitaus schlimmer geht, zeigt der Blick zurück in die Saison 2017/18.

244 vs. 595+1

Die Tatsache, dass sich seine Jungs diese zahlreichen, qualitativ hochwertigen Fehlschüsse überhaupt erspielt hatten, stimmte Flüthmann verständlicherweise optimistisch. Aber: Seit dem Führungstreffer beim 1:1 gegen Halle durch Orhan Ademi (40.) blieben die Löwen seit nunmehr 244 Spielminuten ohne einen eigenen Treffer. Am kommenden Sonntag (14.00) bei der SG Sonnenhof-Großaspach droht die wenig erstrebenswerte 300 Minuten-Marke. 

„Gab es so etwas überhaupt schon einmal in Braunschweig?“, fragte Christian Flüthmann eher rhetorisch in den Raum. Oh ja das gab es! Eine solche Flauten-Phase hatte die Zweitliga-Saison 2017/18 sogar gleich zwei Mal zu bieten! Letztere dieser beiden Durststrecken führte zum bitteren Abstieg in die 3. Liga und dem jähen Ende der Lieberknecht’schen Ära nach über zehn Jahren.

Wer denkt schon gerne an das letzte Tor von Jan Hochscheidt für die Eintracht? Wir! Foto: Agentur Hübner/Archiv

Weiter so, immer weiter so!

Seinerzeit blieben die Blau-Gelben trotz im Grunde stabiler Vorstellungen zwischen einem 3:0 am 27. Spieltag durch Suleiman Abdullahi (40.) gegen den MSV Duisburg (Endstand 3:2) und dem Treffer zum 0:1 durch Jan Hochscheidt (6.) im Schicksalsspiel bei Holstein Kiel sogar 595+1 Spielminuten ohne eigenen Treffer! Dazwischen lag am 30. Spieltag beim 1:1 in Darmstadt zwar ein Eigentor von Slobodan Medojević, aber das zählt ja nunmal nicht in dieser Statistik.

Von einer derartigen Torlos-Misere sind die Löwen aktuell noch meilenweit entfernt und doch birgt der „Torlos-Fluch“ auch eine große Gefahr, wie das Beispiel aus der Abstiegssaison mehr als andeutet. Die Situation ist vertrackt, denn man kann der Mannschaft im Grunde nichts vorwerfen, außer einen verschwenderischen Umgang mit ihren Möglichkeiten.

Wenn es hilft, hier zuguterletzt noch ein weiterer Vergleich mit der Saison 2017/18. Seinerzeit hatten die Löwen einen zu erwartenden Tore-Wert von 2,31. Dieser Wert gibt die Anzahl der von einem Team oder einem Spieler zu erwartenden Tore, ausgehend von der Qualität und Quantität der Schüsse, an. Derzeit liegen die Blau-Gelben hier bei 3,95.

Kurz gesagt hat die Mannschaft momentan zwar sehr viel Pech, erspielt sich aber sehr viel mehr Chancen als 2017/18. Eintracht Braunschweig ist als besser als damals und muss nur weiter so spielen. Dann platzt der Knoten irgendwann von alleine. Vielleicht ja schon am Sonntag in Aspach. Und das zu wissen ist doch auch schon etwas, oder?

Andere Clubs haben auch Probleme (mit dem Toreschießen). Foto: Agentur Hübner

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Dies ist ein Kommentar von Frank Vollmer. Die Meinung des Autors entspricht nicht zwingend der Meinung unserer Redaktion.

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