Löwen zeigen Nerven im Abstiegskampf, Endspiel in Kiel

6. Mai 2018 von
Leidet mit seiner Mannschaft: Trainer Torsten Lieberknecht. Fotos: Agentur Hübner
Braunschweig. Eintracht Braunschweig hat das letzte Heimspiel der Saison gegen den FC Ingolstadt mit 0:2 (0:0) verloren. Nun droht der bittere Gang in die 3. Liga. Endspiel am kommenden Sonntag in Kiel.

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Vor 21.400 Zuschauern hätte der vorletzte Spieltag der Zweitligasaison nicht schlechter laufen können für Eintracht Braunschweig und alle die es mit dem Team von Torsten Lieberknecht halten. Nach einer guten ersten Hälfte leitete ein Kapitalfehler von Jasmin Fejzic die Niederlage ein. Auf dem Relegationsrang liegend, bleibt nun am kommenden Sonntag nur noch das Endspiel bei Holstein Kiel (15.30 Uhr). 

Ohne Manni, aber mit dem 12. Mann

Suleiman Abdullahi hatte das Rennen gegen die Zeit verloren. Der nigerianische Angreifer in Diensten von Eintracht Braunschweig saß verletzungsbedingt auf der Tribüne. Stattdessen liefen Domi Kumbela und Georg Teigl in einem 4-4-2 ganz vorne gegen die Schanzer auf. Neben Teigl war auch Maximilian Sauer neu im Startaufgebot der Löwen zu finden. Philipp Hofmann saß, wie auch U23-Angreifer Deniz Undav, auf der Bank. Bei den Gästen aus Bayern beorderte Cheftrainer Stefan Leitl nach der 1:5-Pleite in Kiel mit Hauke Wahl, Frederic Ananou und Robert Leipertz drei Neue in die Startelf. Tobias Levels, Alfred Morales und der ehemalige Wolfsburger Christian Träsch (Bank) blieben dafür draußen.

Stimmungsvoll schon vor dem Spiel: Choreografie der Südkurve Foto: Frank Vollmer

Vor dem Anpfiff zeigte die Südtribüne in Form einer stimmungsvollen Choreografie Geschlossenheit mit der Mannschaft. Bei herrlichem Sonnenwetter begann das Treiben auf dem Rasen hektisch und von vielen Ballverlusten geprägt. Beide Mannschaften suchten mit knackiger Gangart nach ihrem Spiel, Torraumszenen waren zunächst Mangelware.

Mirko Boland hatte nach einer halben Stunde die erste wirklich nennenswerte Tormöglichkeit auf dem Fuß, als er nach einer Ablage von Kumbela aus gut 20 Metern flach abzog. FCI-Keeper Nyland war zu Stelle. Fünf Minuten später lief Kumbela plötzlich, flankiert von Teigl, auf Nyland zu, doch dem Kongolesen versprang aussichtsreich die Kugel (37.). Die Löwen erarbeiteten sich in der Folge spielerisches Übergewicht. In der Nachspielzeit wurden nach einer Ecke sowohl Hochscheidt als auch Reichel mit ihren Direktabnahmen geblockt. Eine Möglichkeit stand auch auf dem Zettel der Gäste: Jasmin Fejzic bewahrte sein Team in der 41. Spielminute gegen Pledl aus kurzer Distanz vor dem Gegentor.

Fejzic mit dem riesen Bock

Stimmten die letzten Minuten vor der Pause und auch danach mit weiteren guten Ansätzen zuversichtlich, gerieten die Hausherren nach einem kapitalen Lapsus von Keeper Jasmin Fejzic ins Hintertreffen. Der Bosnier lief aus seinem Tor, um einen weiten Nyland-Abschlag aus der Gefahrenzone zu bugsieren und traf dabei nur Robert Leipertz, der aus knapp 30 Metern ins verwaiste Tor schieben konnte (56.). Fejzic rettete kurz darauf gegen Sonny Kittel in brenzliger Situation, doch lag sein Team bereits hinten und zeigte in entscheidenden Situationen Nerven. 

Gerade als Torsten Lieberknecht mit Philipp Hofmann für Maximilian Sauer einen weiteren Offensivspieler gebracht hatte, verlor Frederick Tingager auf der rechten Seite das Laufduell gegen Stefan Kutschke. Der Ingolstädter Angreifer zielte flach auf den langen Pfosten und traf zum 0:2 (67.). Braunschweig berappelte sich nach ein paar Minuten wieder und suchte weiter den Vorwärtsgang, während die Gäste jetzt in ihren Aktionen sicherer wirkten. Lieberknecht zog mit Julius Biada und Özkan Yildirim die letzten Wechseloptionen, doch blieb die Schlussphase der Partie pures Stückwerk und ohne das nötige Aufbäumen gegen den drohenden Abstieg.

„Es ist Fakt, dass es meine Fehlleistung war, die Mannschaft nicht perfekt auf dieses Spiel vorzubereiten.“ Torsten Lieberknecht

Torsten Lieberknecht nahm die Niederlage nach dem Spiel komplett auf seine Kappe: „Jeder weiß und hat gesehen, dass es eine schwere Niederlage und ein schwerer Tag für uns war Sportlich gesehen war sie verdient, weil wir zu keinem Zeitpunkt gute Entscheidungen getroffen haben. Dass dieses Spiel auf einer anderen Ebene verloren wurde, dafür bin ich ganz alleine verantwortlich. Nicht nur heute, sondern auch über die ganze Saison.“ Etwas aufbauendes für das Endspiel in Kiel zu finden, soll Aufgabe der Trainingswoche sein: „Wir müssen uns jetzt mit den besseren Entscheidungen auf das Spiel in Kiel vorbereiten.“

Zahlen & Fakten

Eintracht Braunschweig: Fejzic, Becker (77. Yildirim), Tingager, Valsvik, Reichel, Sauer (66. Hofmann), Boland, Moll, Hochscheidt, Teigl, Kumbela (77. Biada) Trainer: Torsten Lieberknecht

FC Ingolstadt 04: Nyland, Ananou, Wahl, Matip, Gaus, Cohen, Schröck, Kittel, Pledl, Leipertz (78. Christiansen) , Kutschke Trainer: Stefan Leitl

Torfolge: 0:1 Robert Leipertz (56.), 0:2 Stefan Kutschke (67. Kittel)

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