Manfred Wuttich: Der die Löwen in die Bundesliga schoss

1. August 2018 von
Die Spezialität von Manfred Wuttich (Mitte) waren zuweilen Doppelpacks wie hier beim 2:1-Sieg gegen Hertha BSC am 12. Oktober 1963. Foto: privat/Alke Moll
Braunschweig/Wolfsburg. 24 Mal kam Manfred Wuttich zwischen 1963 und 1965 für Eintracht Braunschweig in der Bundesliga zum Einsatz und erzielte dabei zwölf Tore. Dass die Löwen überhaupt dort spielten, war auch mit sein Verdienst. Am Dienstag starb der ehemalige Angreifer im Alter von 77 Jahren.

Ein Vollblutstürmer, wie er im Buche steht

Am 26. Januar 1941 in Frankfurt an der Oder geboren, vollzog Manfred Wuttich eine wundersame Wandlung. Im Landkreis Wolfenbüttel, genauer gesagt beim damaligen SV Groß-Winnigstedt, wurde aus dem schüchternen Knaben ein top Herrenspieler. Schnelligkeit, Technik, Abschlussstärke – Wuttich nannte all das sein Eigen. 1961 wechselte er 40 Kilometer weiter zu Eintracht Braunschweig. Zunächst für die Amateurmannschaft spielend, wurde er bereits in der nächsten Saison 1962/63 gemeinsam mit Ernst Saalfrank in die 1. Mannschaft hochgezogen.

In der Qualifikationssaison für die neue Bundesliga mussten die Löwen mindestens Platz 3 erreichen, um sich aus der Oberliga heraus zu qualifizieren. In 27 Spielen steuerte Wuttich satte 14 Tore bei. Beim 3:1-Sieg am 3. Februar 1963 gegen Arminia Hannover traf er doppelt, was dem Team vom damaligen Trainer Hans-Georg Vogel den ersehnten Tabellenplatz einbrachte. Eine Woche später machte sich Wuttich für alle Löwen-Fans unsterblich, als er beim 1:0 gegen den großen Rivalen um den Bundesliga-Startplatz, Hannover 96, das Tor des Tages erzielte. Eintracht Braunschweig gab den Tabellenplatz nicht mehr her und wurde 1963 Gründungsmitglied der Bundesliga.

Manfred Wuttich (7.v.l. hinten) in seiner ersten Herrensaison bei den Profis von Eintracht Braunschweig 1962/63. Foto: privat/Alke Moll

Sein Debüt in der neuen Eliteklasse gab Manfred Wuttich am 5. Oktober 1963 unter dem neuen Trainer Helmuth Johannsen gegen den bis dahin ungeschlagenen FC Schalke 04. Beim 4:3-Sieg traf der Angreifer doppelt. Dieses Kunststück wiederholte er eine Woche später beim 2:1 bei Hertha BSC gleich noch einmal. Am Ende der ersten Bundesliga-Saison kam Wuttich auf 17 Einsätze und acht Tore. Stetige Probleme mit den Bändern verhinderten einen weiteren steilen Aufstieg des Vollblutstürmers, der es in der Folgesaison 1963/64 immerhin noch auf vier Treffer in sieben Spielen brachte. Dennoch jagte die halbe Liga den Angreifer. Der HSV, Eintracht Frankfurt und auch der VfB Stuttgart wollten sich seine Dienste sichern.

Manfred Wuttich wechselte zur Saison 1965/66 stattdessen in die Nachbarschaft zum VfL Wolfsburg, wo Trainer Ludwig „Pipin“ Lachner ganz besonders hartnäckig buhlte. Wuttich sollte den VfL in die Bundesliga schießen. Zeitgleich begann der gelernte Industrie- und Außenhandelskaufmann bei Volkswagen zu arbeiten. Das erklärte Ziel, die Wölfe in die Bundesliga zu bringen, schaffte Manfred Wuttich nicht mehr. Er beendete seine aktive Karriere im Sommer 1968 nach insgesamt 61 Einsätzen und 40 Toren in der damaligen zweiten Liga, der Regionalliga.

Beruflich ging Manfred Wuttich seinen Weg beim großen Autokonzern, für den er ab 1978 auch für fünf Jahre als Hauptabteilungsleiter des Allgemeinen Einkaufs in Sao Paolo weilte.  Manfred Wuttich starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren nach einer langen Erkrankung an Parkinson. Er bleibt unvergessen. 

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