Mein Präventionsprogramm für (X)XL-Fans und ich – Teil 1

10. Februar 2017 von
Fußballfans im Training. Ab heute in Serie. Foto: Frank Vollmer

Braunschweig. Gemeinsam mit der Eintracht Braunschweig Stiftung veranstaltet die Deutsche Krebshilfe derzeit erstmals „Fußballfans im Training“. Und zwar dort, wo das Fußballherz schlägt: Im Eintracht Stadion.

Ein Selbstversuch, der Sinn ergibt

„Sich gesünder ernähren, im Alltag mehr bewegen, wieder mehr Sport treiben, nachhaltig Gewicht verlieren und dadurch nicht nur das persönliche Krebsrisiko senken“ – Was wie eine gut durchformulierte Werbebotschaft klingt, funktioniert scheinbar wirklich! Warum ich das weiß? Seit Ende Januar nehme auch ich einmal in der Woche an einem Kurs teil, der genauso funktioniert, wie hier beschrieben. 

Man kennt das: Zu viel Stress im Job, zu wenig Bewegung und viel zu viel ungesunde Ernährung ließen meinen einstmals kleinen Bauchansatz in den letzten Jahren zu einer stattlichen Murmel anwachsen. Die Geburt meiner Tochter Lotta gab mir den Rest – ich war praktisch mit schwanger. Nur nahm meine Frau in der Folge wieder ab. Meine Pfunde dagegen bleiben. Nun kam mir ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel (IFT-Nord) und der Deutschen Krebshilfe durchgeführt wird, sehr gelegen. Ich wollte es wissen: Kann ich als bewegungsmuffeliger Sportredakteur mit etwas Hilfe endlich ein paar Kilos abnehmen?

Ich im Selbstversuch. Foto: privat

Trainieren im Allerheiligsten

Etwa 20 Fans der Braunschweiger Eintracht dachten wohl ähnlich wie ich. Als der Kurs Ende des letzten Jahres in die Anmeldung ging, war er innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Der Erfolg gibt der Aktion auch in anderen Städten recht: Von Schottland aus erobert die Idee aktuell auch Deutschland. Neben Eintracht Braunschweig organisieren der FC Schalke 04, Bayer 04 Leverkusen oder 1. FC Nürnberg diesen Kurs. Die zwölf 90-minütigen Einheiten werden von Trainern des jeweiligen Vereins angeboten. In Braunschweig heißt die Trainerin Ellen von Borstel, war einst eine Spitzen-Leichtathletin und hat auch schon die damaligen Phantoms Braunschweig fit gemacht. Aktuell feilt die Athletiktrainerin mit den Basketballerinnen von Eintracht Braunschweig an deren Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.

Schon in der ersten Kennenlernrunde wurde deutlich, dass nicht nur die Trainerin nett, witzig und unglaublich kompetent ist. Die anderen Teilnehmer sind Menschen wie du und ich. Das sind auch Papas, die ein paar Kilo zu viel auf den Hüften haben und kein Heimspiel ihrer Eintracht verpassen. Dementsprechend weit waren die Münder vor Staunen geöffnet, als wir uns zur ersten Einheit in der Gästekabine in den Katakomben des Eintracht-Stadions umziehen dürften – dem Allerheiligen, das nur wenige Auserwählte je zu Gesicht bekommen.

Ernährung first, Bewegung second

Den Anfang machten die Basics. Natürlich ist es wichtig, etwas über seine eigene Ernährung zu erfahren. Ellen von Borstel geht es dabei sanft an. Dieser Kurs soll kein Bootcamp sein. Langsam und organisiert sollen Ergebnisse erzielt werden. Ziele werden realistisch gesetzt, an den kleinen Schrauben soll gedreht werden. Ich war überrascht, wie ungesund meine eigene Ernährung dabei bisher war und habe deswegen wohl schon den ersten kleinen Erfolg erzielt. Zukünftig will ich mehr darauf achten, was ich so in mich hineinstopfe. Der Satz „Du bist was du isst“ geht mir jetzt schon nicht mehr aus dem Kopf.

Seit dem ersten Termin trägt unsere Gruppe im Alltag auch einen Schrittzähler mit sich herum. Hier soll das tägliche Pensum nach und nach gesteigert werden. Zwei der zwölf Termine liegen nun schon hinter uns und ich bin wirklich sehr gespannt, was der Kurs auf lange Sicht bringt. Denn darauf ist er ausgelegt. Nächste Woche mehr.
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Frank

Charmant und kompetent: Trainerin Ellen von Borstel. Foto: Frank Vollmer

Eintrachts Leiter der Fitnessabteilung, Kay Uwe Rohn erklärt die Regeln. Foto: Frank Vollmer

Viele der Teilnehmer bringen Vorwissen mit. Das Problem ist der innere Schweinehund. Foto: Frank Vollmer

Auf Schritt gezählt: Das kleine Gerät gehört von nun an dazu. Foto: Frank Vollmer

 

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