Mengersen zum Abstieg: „Sind auf kurz oder lang wieder da!“

28. Mai 2018 von
Geht voran: BSC Acosta-Koordinator Frank Mengersen blickt trotz des Abstiegs nach vorne. Fotos: Vollmer/privat
Braunschweig. Diesen Schock muss man beim BSC Acosta erst einmal verdauen. Nach dem Aufstieg in die Landesliga 2010 erfolgte am Sonntag nach acht Jahren schwere Gang zurück in die Bezirksliga. regionalSport.de sprach mit Frank Mengersen. Für den Koordinator des BSC Acosta ist das Aus in der Landesliga keine Katastrophe. 

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„Wichtig, dass es weiter geht!“

Auch für den erfahrenen Leiter der sportlichen Angelegenheiten beim Braunschweiger Sportclub Acosta war der gestrige Sonntag kein Feiertag. Nach dem 0:2-Abstieg gegen Lehndorf versprühte Frank Mengersen dennoch beinahe so etwas wie Aufbruchstimmung. „Ich habe mich schon seit einigen Tagen damit abgefunden und bin sehr gefasst. Es ist nicht so, dass ich nicht die Hoffnung hatte, dass wir hier heute etwas reißen können, aber ich konnte mich darauf einstellen“, erklärte Mengersen nach dem Spiel und ergänzte: „Wichtig ist zu sagen, dass die Strukturen des BSC Acosta es garantieren, dass es weiter geht.“ Was den 50-Jährigen nach eigener Aussage dagegen sehr schmerzt, ist der Zwangsabstieg der 2. Mannschaft. 

Mit Interimscoach Uwe Stucki und dessen Nachfolger Sami Gharbi, aber auch mit Co-Trainer Sven Geie und dem Vorstand, habe man im Vorfeld die internen Strukturen abgesichert. „Die große Stärke des BSC Acosta zeigt sich in der Jugendarbeit“, so Mengersen. „Es ist nicht so, dass man zwei gute Jahre hat und dann für immer verschwindet, sondern, dass wir einfach immer kontinuierlich gute Arbeit leisten und auf kurz oder lang sind wir sicherlich auch wieder da, wo wir waren“, blickt der Koordinator des BSC Acosta optimistisch in die Zukunft. 

„Es ist nicht so, dass man zwei gute Jahre hat und dann für immer verschwindet, sondern, dass wir einfach immer kontinuierlich gute Arbeit leisten und auf kurz oder lang sind wir sicherlich auch wieder da, wo wir waren“ Frank Mengersen

Mengersen (mit Mikro) 2012 bei der Verabschiedung von Trainer Eckhard Vofrei, mit dem die Mannschaft 2010 als Bezirksliga-Meister aufgestiegen war. Foto: Frank Vollmer/Archiv

Die Gründe für den Abstieg

Trotz aller Zuversicht gäbe es einige Gründe für die sportliche Misere der Schwarz-Weißen, die in den letzten Jahren stets eine Institution in der Landesliga waren. Zeitlich einordnen kann Mengersen das Problem auch: „Wir sind nicht erst heute abgestiegen. Wir müssen die Ursachen ab dem Winter suchen.“ Dies sei kein Vorwurf an die Verantwortlichen oder an die Trainer Oliver Dotzauer und dessen Nachfolger Uwe Stucki, die genau wie einige Akteure richtig mit dem Herzen dabei gewesen seien und mit denen man sich freundschaftlich verbunden sieht. Doch gab es laut Mengersen auch einige, „die mit der möglicherweise stressigen Situation überfordert waren.“

Als „absoluten Hauptgrund“ sieht Frank Mengersen allerdings den enormen Substanzverlust während der Saison. Moritz Kahl ging nach London, Jacopo Sorci nach Italien, Yannick Thiele studienbedingt nach Erfurt und Stephan Wolf legte eine Pause ein. Auch von schweren Verletzungen blieb man nicht verschont. So tat der Kreuzbandrisse von Spielgestalter Niklas Guschmann sicherlich nicht nur dem Spieler selbst weh. Daneben fielen wichtige Säulen, wie Mittelfeldmotor René Illner oder Top-Angreifer Tim Schmalkoke, lange aus und konnten der Mannschaft in entscheidenden Phasen der Saison nicht helfen.

„Die menschlichen Zusagen von Sami Gharbi und Uwe Stucki sind mir persönlich noch mehr wert als die vertraglichen. Deswegen bauen wir ja auch auf Leute, die charakterlich top sind und auf die man sich verlassen kann – in guten wie in schlechten Zeiten.“ Frank Mengersen

Reinigende Wirkung? „Frag mal den HSV!“

„Im Laufe des Winters und der Hinrunde haben wir so viele Ausfälle innerhalb der ersten Mannschaft gehabt, dass wir bei dem Punkte-Polster 20 bis 23 Punkten nicht weiter durch gepunktet haben oder schon im Verlauf der Hinserie mehr Punkte geholt haben“, betonte Mengersen und weiter: „Es gibt ja immer viele Erklärungen. Ich denke mal, es ist letztendlich eine Kombination aus all dem. Wir haben während der Saison zu viele Topscorer verloren, zu selten unsere Top-Chancen genutzt und es fehlte an Fitness. Das sind die drei Dinge.“ Am Schluss habe es einfach an der mentalen Stärke gefehlt, um sich dagegen aufzulehnen und als Verband kompakt dagegen zu arbeiten. „Sich einfach mal daran zu berauschen und in Führung zu gehen. Das hätte uns in vielen Spielen für den Kopf richtig gut getan.“

Von einer reinigenden Wirkung eines Abstiegs hält Mengersen dagegen wenig. „Frag mal beim HSV. Das ist totaler Blödsinn! Keiner geht freiwillig in eine tiefere Liga. Auf Dauer werden wir irgendwann auch wieder da oben auftauchen, wenn wir das leistungsmäßig auch untermauern können. Ich denke, am heutigen Tage muss man da noch nicht so weit vorausblicken, aber es gibt auch wieder bessere Tage, die dann irgendwann im August, September wieder beginnen.“ Dann wird Gharbi die 1. Herrenmannschaft übernehmen, Stucki kehrt zurück zur 2. Mannschaft. „Die menschlichen Zusagen von Sami Gharbi und Uwe Stucki sind mir persönlich noch mehr wert als die vertraglichen. Deswegen bauen wir auf Leute, die charakterlich top sind und auf die man sich verlassen kann – in guten wie in schlechten Zeiten.“

Spätsommer 2010: Landesliga-Neuling BSC Acosta gegen den MTV Gifhorn noch auf „Rübenacker“. Foto: Frank Vollmer/Archiv

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